Kreis Böblingen Landkreis will 18 Asylunterkünfte schließen

Von Ulrike Otto
Für eine Million Euro wurde dieses Bürogebäude im Gewerbegebiet Hertich vom Landkreis umgebaut. Flüchtlinge werden dort aber keine mehr einziehen Foto: factum/Granville

Kreis Böblingen - Der Landkreis Böblingen will bis Mitte 2017 rund 1000 Plätze in Flüchtlingsunterkünften abbauen und dafür 18 bestehende Asylunterkünfte schließen. Dazu gehörten auch Immobilien, deren Mietverträge bald auslaufen oder die sich nicht mehr wirtschaftlich betreiben ließen. Übrig bleiben dann zwölf Unterkünfte, teilt das Landratsamt mit. Derzeit gibt es im Kreis 2417 Plätze in der sogenannten Erstunterbringung für Asylbewerber.

„Wir reagieren damit auf die anhaltend niedrigen Zuweisungszahlen in den Kreis“, erläutert der Landrat Roland Bernhard, der in dieser Woche die Bürgermeister der Kreiskommunen über die Pläne informiert habe. Zuletzt sind dem Landkreis nur 20 bis 30 Asylbewerber im Monat zugeteilt worden, im August gab es gar einen Negativrekord von nur sechs Menschen. Zum Vergleich: Im Dezember 2015 waren es 781 Zuweisungen, im Februar 2016 noch 578. Seitdem fallen die Zahlen stetig.

Sieben statt 4,5 Quadratmeter pro Person

„Derzeit geben wir aber etwa 100 Menschen pro Monat in die Anschlussunterbringung in den Kommunen ab“, sagt Dusan Minic, der Sprecher des Landratsamtes. Das betrifft diejenigen, deren Asylantrag positiv beschieden wurde, die eine Duldung erhalten haben oder deren Asylverfahren länger als zwei Jahre dauert.

Selbst mit den neuen Raumvorgaben, die von Januar 2017 an greifen und jedem Asylbewerber wieder sieben statt zwischenzeitlich viereinhalb Quadratmeter zugestehen, blieben immer noch zu viele Plätze ungenutzt. Der Abbau der Kapazitäten sei die logische Konsequenz. „Behalten wollen wir dennoch eine Platzreserve, mit der wir auf einen möglichen Anstieg der Zuweisungszahlen reagieren können“, kündigt der Landrat an.

Warmbronn und Hertich bleiben zu

Neben den 18 Unterkünften, die perspektivisch geschlossen werden, gibt es weitere Immobilien, die erst gar nicht als Flüchtlingsheime in Betrieb genommen werden. Dazu gehören auch die Containersiedlung in Warmbronn und ein umgebautes Bürogebäude im Gewerbegebiet Hertich in Leonberg. In Letzteres hatte der Kreis eine Million Euro für Umbauten investiert, diese aber zuletzt gestoppt. „Hier fehlen nur noch einige Brandschutzmaßnahmen“, informiert der Kreissprecher. Der Landkreis hatte das Gebäude von einem Privatmann gekauft, über den Kaufpreis sei aber Stillschweigen vereinbart.

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