Krankenhaus Leonberg In einem lebendigen Haus wird immer gebaut

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Regionaldirektor David Assmann, Architekt Heinz Mornhinweg, Landrat Roland Bernhard, Architekt Stefan Ludes, Klinikverbund-Geschäftsführer Jörg Noetzel, Pflegedienstleiterin Andrea Kluge, Ärztlicher Direktor Michael Sarkar und Krankenhausdirektorin Miriam Thiel (v.l.n.r) besprechen vor Ort, welche Sanierungsschritte notwendig sind. Foto: factum/Granville

Leonberg - Um mehr als 60 Millionen Euro für die Sanierung und grundlegende Umgestaltung des Leonberger Krankenhauses investieren zu können, muss erst für rund neun Millionen Euro geplant werden. Dafür hat der Landkreis über den Klinikverbund Südwest bundesweit renommierte Büros ins Boot genommen. Die haben sich nun vor Ort ein Bild vom gegenwärtigen Zustand gemacht.

Der Planungs- und Bauausschuss des Landkreises Böblingen hat Anfang Juli mehrere Beschlüsse für das Krankenhaus Leonberg gefasst. Nach Abschluss des europaweiten Ausschreibeverfahrens wurde die Projektsteuerung für die anstehende Sanierung und Modernisierung am Leonberger Krankenhaus für rund 1,5 Millionen Euro an Thost Projektmanagement vergeben. Den Zuschlag für die Planung der Wasser- und Gasanlagen, der Fernmelde- und Informationstechnik und Gebäudeautomation bekam die Epro-Plan für 3,7 Millionen Euro. Die Planung für Gebäude und Innenräume nimmt die Sweco GmbH für 3,8 Millionen Euro vor. Die Planungsphase wird bis zu 15 Monate betragen.

Die Klinik soll für die Zukunft fit gemacht werden

Dem Geschäftsführer von Sweco Architects, Heinz Mornhinweg, und einem Team von Fachleuten hat der Klinikverbund jetzt die Lage vor Ort vorgestellt. Insgesamt sollen bis 2024 rund 72,5 Millionen Euro verwendet werden, um das Leonberger Krankenhaus für die Zukunft fit und attraktiver zu machen. „Jetzt werden die Ärmel hochgekrempelt, denn das ist eine wichtige Zäsur und ein Bekenntnis zum Standort Leonberg“, kommentierte Landrat Roland Bernhard die Investition.

„Neben der Erneuerung der Gebäudetechnik und des Brandschutzes sieht die Sanierungs mehrere gewichtige Einzelprojekte für das Krankenhaus Leonberg vor“, erläutert der medizinische Geschäftsführer Jörg Noetzel die Pläne des Verbundes. Modernisiert werden fast 15 000 Quadratmeter Nutzfläche. Bereits neu ist die Intensivstation, die Notstromversorgung und auch die Röntgenanlage zur bildgebenden Diagnostik und Behandlung von Gefäßerkrankungen. „Bis 2024 bleiben damit noch gut 10 000 Quadratmeter, die nicht nur für unsere Patienten, sondern auch für die Mitarbeiter zukunftsweisend und attraktiv gestaltet werden müssen “, sagte Noetzel.

Das Haus hat immer gute Dienste getan

„Wir haben eine stabile Substanz vorgefunden und einen architektonisch interessanten Bau“, sagte Mornhinweg. „Trotz Veränderungen – denn nur in einem toten Krankenhaus wird nicht umgebaut – hat das Haus immer gut seinen Dienst getan“, so Stefan Ludes, Berater bei Sweco Architects. Nun heiße es, dieses zukunftsfähig zu machen, „und das ist möglich.“

„Das Krankenhaus muss geänderten Strukturen Rechnung tragen. Ambulante Behandlungen nehmen zu, stationäre dagegen ab“, sagt Michael Sarkar. Als Ärztlicher Direktor laufen bei dem Chefarzt der Unfallchirurgie und Orthopädie die Anregungen seiner Kollegen zusammen. So werden unter anderem sukzessive der OP-Bereich, die Notfallaufnahme, die Radiologie und die Ambulanzen modernisiert. Der OP-Bereich verbleibt am heutigen Standort im Westbau. Wichtig sei, dass die Sanierung der fünf Operationssäle stufenweise erfolgen kann, um die OP-Kapazitäten auch während des Umbaus zu erhalten.

An heutige Anforderungen angepasst

Damit wird eine optimale Anbindung an die Intensivstation ermöglicht und eine enge funktionale Verbindung zur Notfallaufnahme geschaffen. „Die Bildgebung soll gebündelt und ebenengleich in die Nähe des Schockraumes, dem Herzstück der Notaufnahme, und zum Ambulanzbereich verlegt werden“, erläuterte Sarkar. Die restlichen, bis 2010 noch nicht modernisierten Pflegestationen werden an heutige Anforderungen angepasst, hinzu kommt eine Wahlleistungsstation mit gehobener Ausstattung.

„Die ambulante Notfallpraxis zieht in den Eingangsbereich um, denn kurze, schnelle Wege sind immer unser Ziel“, sagt Sarkar. Das ermögliche eine einfachere Patientenführung zwischen der Notfallpraxis und den Ambulanzen der Klinik. Mit der Modernisierung der Notaufnahme werde langfristig die Erfüllung der stetig steigenden Kriterien in der Notfallversorgung auf bundespolitischer Ebene gesorgt und somit auch die qualitativ hochwertige Versorgung der Region Leonberg, so der Chefarzt.

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