SPD in Weissach Neustart nach Jahren

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Marlene Stulle will die SPD in Weissach etablieren. Foto: privat

Weissach - Der Weissacher Gemeinderat könnte wieder bunter werden. Nach den Grünen kündigt jetzt auch die SPD an, mit einer eigenen Liste am 26. Mai antreten zu wollen. Engagiert ist dabei vor allem der SPD-Kreisverband und dessen stellvertretender Kreischef Jan Hambach. „Uns als Partei ist es wichtig, in allen Gemeinden des Kreises vertreten zu sein“, erklärt Hambach, der in Renningen selbst das Amt des Stadtrats bekleidet. „Nur so kann ein direkter Austausch mit Bürgern stattfinden.“

Allein an den Personen fehlt es bislang noch. Einen eigenen Ortsverein hat die SPD in Weissach schon lange nicht mehr. Die erste Genossin, die ihr Engagement signalisiert hat, ist Marlene Stulle, die seit vier Jahren in Flacht lebt. „Die SPD ist meine politische Heimat“, sagt die 61-Jährige. Seit vielen Jahrzehnten ist sie Mitglied, nachdem sie damals noch unter dem Eindruck von Willy Brandt eingetreten ist.

„Es ist wichtig, dass man sich einbringt“, erklärt sie. „Gerade in Zeiten, in denen die AfD auf dem Vormarsch ist.“ Auf die SPD-Liste für den Kreistag tritt sich Stulle ebenfalls an. Auf Platz 3 kandidiert sie nach Hans-Josef Straub und Tommy Scheeff. „Bei dieser Kreistagsnominierung kam die Idee auf, ob wir nicht auch für Weissach eine Liste machen“, berichtet Stulle. Dafür braucht es jetzt noch Kandidaten. Ein erstes Treffen für Interessenten hat der Kreisverband angesetzt. Dafür muss man nicht in die Partei eintreten, heißt es.

Letztes Comeback war 1984

Damit könnte ein erneutes Comeback der SPD gelingen. 1984 war das schon einmal der Fall. Nachdem lange Zeit nur ein Genosse im Rat saß, wagten die drei Sozialdemokraten Gerhard Strauß, Klaus Sander und Helmut Schmitz den Neuanfang. Die Flugblätter des rührigen Ortsverbands von damals sind immer noch legendar, auch die Kämpfe gegen den Golfplatz und die Bebauung im Neuenbühl, die die Genossen als Oppositionskraft in den Gemeinderat trugen. Später nahm die Zahl der SPD-Räte ab, in der Wahlperiode von 2009 bis 2014 hatte die SPD noch einen Sitz, den erst Gerlinde Till einnahm und nach ihrem Ausscheiden im November 2011 dann Klaus Sander. Beide waren aber Mitglied der Fraktion der Bürgerliste. 2014 ist die SPD nicht mehr angetreten.

Interessenten lädt die SPD am Donnerstag, 7. März, um 19 Uhr ins Restaurant Stazione da Franco (Bahnhofstraße 42) ein. Wer Interesse an dem Termin, aber keine Zeit hat, kann sich auch bei Jan Hambach melden: jan.hambach@me.com

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