Kommunalwahl in Leonberg SPD: Martin Kaufmann will doch nicht in den Kreistag

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Plötzlicher Sinneswandel: Martin Kaufmann will nicht in den Kreistag. Foto: Stadt Leonberg

Leonberg - Paukenschlag unmittelbar vor der Kandidaten-Nominierung der SPD Leonberg für die Kommunalwahl: Martin Kaufmann kandiert doch nicht für den Kreistag. Bisher hatte der sozialdemokratische Oberbürgermeister stets erklärt, er wolle für das Böblinger Parlament antreten, nicht zuletzt, um dort für ein starkes Leonberger Krankenhaus zu kämpfen.

Plötzlicher Sinneswandel

Dann plötzlich der Sinneswandel: „Die Arbeit in Leonberg genießt absoluten Vorrang“, erklärt Kaufmann auf Nachfrage unserer Zeitung. „Die Bürger haben einen Anspruch darauf, dass ihr Oberbürgermeister seine ganze Kraft für die Stadt einbringt.“ Mit Blick auf die Kreistags-Kandidaturen seiner beiden Bürgermeister-Kollegen sagt Kaufmann: „Es kann auch nicht sein, dass bei Kreistagssitzungen die komplette Stadtspitze aushäusig ist.“

Der OB hat die Leonberger SPD-Führung erst kurz vor der Nominierungskonferenz am Samstag informiert. „Dass ich jetzt auf Platz eins stehe, ist für mich selbst überraschend“, sagte Günther Wöhler, der nun als Spitzenkandidat in den Wahlkampf geht, beim Partreitreffen im alten Eltinger Rathaus. Der Allgemeinmediziner kommentierte Kaufmanns Last-Minute-Absage mit einem „lachenden und einem weinenden Auge“. Der OB würde gewiss „viele zusätzliche Stimmen“ für die SPD gewinnen. Andererseits gebe es im Rathaus „sehr viele Baustellen.“ Kaufmann selbst war zur Kandidatenaufstellung nicht erschienen.

Wöhler fordert mehr als 200 Betten

Inhaltlich bleibt der neue Spitzenmann, der seit 2014 im Kreistag sitzt, seiner Linie treu: Das Krankenhaus braucht auch in Zukunft mehr als 200 Planbetten. Mit Blick auf die künftige Strahlentherapie fordert die SPD ein onkologisches Zentrum.

Demonstrativ stärkten die Leonberger Sozialdemokraten dem neuen Spitzenkandidaten den Rücken und wählten ihn mit 41 Ja-Stimmen bei nur einer Gegenstimme auf Platz eins. Auf Platz zwei kommt die Regionalrätin Monika Hermann, die ihren Schwerpunkt in der Sozialpolitik sieht.

Stolle will’s noch mal wissen

Den dritten Platz besetzt ein Rückkehrer: Jürgen Stolle, langjähriger Chef der Gemeinderatsfraktion, will es noch einmal wissen. Das Spezialgebiet des hauptamtlichen Schulleiters ist die Bildung: „Man muss nicht alle Schularten fördern“, erklärte er mit Blick auf den „Wildwuchs“ der früheren grün-roten Landesregierung.

Mit Christa Weiß und Wolfgang Schönleber sind auf den Plätzen vier und fünf bekannte Gesichter. Ein starkes Ergebnis erzielte Bärbel Hager mit 40 Ja- und zwei Nein-Stimmen bei einer Enthaltung. Yusuf Shoaib konnte sich auf Platz neun erst im zweiten Wahlgang knapp durchsetzen.

Peter Pfitzenmaier hört auf

Wehmut kam im Saal auf, als Peter Pfitzenmaier erklärte, dass er nach 35 Jahren nicht mehr kandidieren wird. „Zusammen mit zehn Jahren im Gemeinderat war ich 45 Jahre aktiv in der Kommunalpolitik. Das sind zwei Drittel meines ganzen Lebens.“

Keine Überraschungen gab es bei der Liste für den Gemeinderat: Mit 38 Ja- und drei Nein-Stimmen bei einer Enthaltung wurde Ottmar Pfitzenmaier souverän zum Spitzenkandidaten gewählt. Die zentralen Aufgaben sind für den Fraktionsvorsitzenden die Wohnungsnot, eine attraktive und saubere Stadt, neue Formen der Mobilität, und Chancengleichheit für Kinder.

Starke Ergebnisse für den Nachwuchs

Christa Weiß, Wolfgang Schönleber, Elviera Schüller-Tietze und Rüdiger Besing treten erneut an. Mit jeweils 38 Ja-Stimmen wurden die jungen Studentinnen Philippa Stolle und Jamie Speidel unter die ersten zehn gewählt. Dort sind ebenfalls der SV-Vorsitzende Michael Hager, Christian Hug-van-Lieven und Yusuf Shoaib.

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