Kommunalwahl Heimsheim Doch drei Wechsel im Heimsheimer Gemeinderat

Von
Bürgermeister Jürgen Troll (Mitte) verabschiedet Renate Niehaus und Michael Teichmann. Foto:  

Kommunalwahl - Mit ursprünglich nur je zwei scheidenden und neuen Mitgliedern stand dem Gemeinderat Heimsheim nach der Kommunalwahl ein eher kleiner Wechsel bevor – sogar der kleinste im ganzen Altkreis. Am Montag wurden Renate Niehaus (SPD) und Michael Teichmann (Freie Wählervereinigung) aus dem Gremium verabschiedet. Doch der Abend hielt noch eine Überraschung bereit.

Wie der Bürgermeister Jürgen Troll verkündete, hatte der Ratsherr Walter Gommel (Unabhängige Wählervereinigung) kurz zuvor mitgeteilt, die Wahl aus Altersgründen nicht annehmen zu wollen. Ist jemand älter als 62 Jahre alt oder mindestens zehn Jahre Mitglied des Gremiums, ist das zulässig. Trotzdem muss abschließend noch der Gemeinderat darüber befinden, weshalb Gommel am Montag noch nicht verabschiedet wurde. Für ihn rückt Ulrich Meeh nach. Der erhielt bei der Wahl exakt die gleiche Stimmenzahl, nämlich 514. Wegen der Stimmengleichheit habe Gommel entschieden, seinem Mitbewerber aus Altersgründen den Vortritt zu lassen, berichtet Meeh.

Dass dann nicht gleich Ulrich Meeh in den Gemeinderat berufen wurde, hatte einen Grund: Erhalten mehrere Bewerber die gleiche Stimmenzahl, ist die Reihenfolge auf dem Wahlzettel entscheidend.

Mit Michael Teichmann verabschiedet sich nun der dienstjüngste Ratsherr. Erst 2017 kam er als Nachrücker ins Gremium. Trotz dieser vergleichsweise kurzen Zeit habe er in seiner Arbeit hier viel gelernt, wie er sagte. Auf eine sehr viel längere Zeit im Amt blickt da schon Renate Niehaus zurück. Sie saß 20 Jahre für die SPD im Gemeinderat und hat sich auch außerhalb des Gremiums durch ihr ehrenamtliches Engagement verdient gemacht, wie Jürgen Troll betonte.

Erfolge und Niederlagen

Ihre Arbeit im Gemeinderat war geprägt durch ihre große soziale Ader und ihre „ausgleichende Art“, so Troll. Immer sei sie um Kompromisse bemüht gewesen. Neben ihrer Arbeit im Rat hob er zwei Aufgaben besonders hervor: Bei der Begrüßung und Integration von Flüchtlingen habe sich Niehaus aktiv eingebracht. Ihrem Engagement sei es außerdem zu verdanken, dass Heimsheim heute Fairtrade-Stadt ist. „Sie haben nie nachgelassen.“ Heimsheims Stellung in Sachen Fairtrade empfindet Renate Niehaus auch selbst als einen der größten Erfolge während ihrer Amtszeit. „Aber auch das geht nur, wenn man zusammenarbeitet“, sagte sie und dankte dabei auch ihren Kollegen im Gemeinderat, die bei dieser Sache an einem Strang gezogen hätten.

Als eine sehr schmerzende Niederlage dagegen bezeichnete sie den Umstand, dass der Einsatz der SPD für mehr bezahlbaren Wohnraum im Baugebiet Lailberg II erfolglos geblieben war. „Aber Niederlagen gehören eben auch dazu.“ Ebenso bedauerte sie, dass sie in ihrer Amtszeit nicht mehr erleben durfte, wie der Radweg nach Perouse fertiggestellt wird. „Ich habe noch mal nachgeschaut, das geht jetzt schon seit zehn Jahren“, erinnerte sie. „Ich hoffe, dass ich das überhaupt noch erlebe.“ Wenn es so weit ist, werde sie auf jeden Fall zur Eröffnung eingeladen, versprach der Bürgermeister.

Die neuen Gemeinderatsmitglieder, Petra Beermann (Bürger für Heimsheim) und Ann-Marie Wulff (Frauen für Heimsheim), werden in der nächsten Sitzung am 22. Juli vereidigt. Der Wechsel zwischen Walter Gommel und Ulrich Meeh erfolgt erst später.

Artikel bewerten
0
loading
Strohgäu Leonberg Rutesheim Weil der Stadt Renningen Weissach Enzkreis-Gemeinden

Sonderthemen