Klinikverbund Südwest Klinik: Streit um Führungsmodell

Von Thomas K. Slotwinski
Die Führungsfrage im Klinikverbund Südwest ist weiterhin nicht abschließend geklärt. Foto: Pixabay/Bru-nO

Leonberg - Die Führungsfrage im Klinikverbund Südwest ist weiterhin nicht abschließend geklärt. Momentan lenkt Martin Loydl, der langjährige Kaufmännische Geschäftsführer, die Geschicke der sechs Krankenhäuser in Sindelfingen, Böblingen, Leonberg, Calw, Herrenberg und Nagold im Alleingang. Bis Ende Mai hatte ihm Jörg Noetzel als Medizinischer Geschäftsführer zur Seite gestanden. Doch von dem gelernten Chirurgen hatte sich die Gesellschafter des Klinikverbundes, die Landkreise Böblingen und Calw, überraschend getrennt.

Ob es wieder eine Doppelspitze gibt, ist dem Vernehmen nach zwischen beiden Kreisen umstritten. Der Böblinger Landrat Roland Bernhard, der Aufsichtsratsvorsitzender des Klinikverbundes ist, präferiert Loydl als alleinigen Chef, der von den Regionaldirektoren in Leonberg und Sindelfingen und den Ärztlichen Direktoren aller Häuser unterstützt werden soll.

Calw möchte auch einen Medizinischen Geschäftsführer

Im Landratsamt im Nordschwarzwald hat man offenbar andere Vorstellungen: Der Kreis Calw möchte erneut auch einen Medizinischen Geschäftsführer und bekommt in diesem Ansinnen Unterstützung von der Leonberger Kreisärzteschaft: Die hiesigen niedergelassenen Ärzte wünschen sich für die Krankenhäuser einen Chef, der die Entscheidungen auch aus medizinischer Sicht beurteilt.

In der jüngsten Aufsichtsratssitzung sind Vertreter beider Seiten über die Führungsfrage gehörig aneinandergeraten, wie aus Teilnehmerkreisen verlautet. Dennoch sieht Roland Bernhard durch die Zwistigkeiten das Konstrukt des Klinikverbundes nicht in Gefahr.

„Ich kann Ihnen versichern, dass ich den Verbund nicht in Frage stelle“, erklärte der Landrat am Donnerstag. „Wir sind manchmal verschiedener Meinung, aber wir raufen uns auch wieder zusammen.“ Bernhard bestätigte, dass „wir derzeit die Frage nach der künftigen Struktur der Geschäftsführung diskutieren“. Er gehe von einer Einigung zwischen beiden Gesellschaftern, also beiden Kreisen, aus.

Dass die Unstimmigkeiten publik geworden sind, schmeckt Bernhard nicht: „Für die Zukunft wünsche ich mir, dass es nicht zur Gewohnheit wird, dass Informationen aus einer nicht-öffentlichen Sitzung nach außen getragen werden.“

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