Klett-Kinderbuch-Verlag Aktion gegen rechten Webshop

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„Alle Kinder wollen Frieden. Außer Björn – der will stör’n.“ Mit diesem Kommentar zeigen die Illustratorin Anke Kuhl und ein Berliner Buchhändler der rechten Ecke die Rote Karte. Foto: Klett-Kinderbuch/Anke Kuhl

Leipzig - Im Webshop des neurechten Antaios-Verlags finden sich Bücher wie „Die Corona-Dikatur“ oder „Tote weiße Männer lieben“. Wer sucht, stößt im Shop des unter Beobachtung des Verfassungsschutzes stehenden Verlags auch auf eine Publikation aus dem Haus Klett-Kinderbuch: „Alle Kinder“, das von Martin Schmitz-Kuhl getextete und von Anke Kuhl illustrierte Abc der Schadenfreude, ist über den Antaios-Webshop erhältlich.

Der Einsatz des Leipziger Kinderbuchverlags für mehr Menschlichkeit, Vielfalt und Aufklärung ist bekannt, das Entsetzen über die Listung bei Antaios bei Verlegerin Monika Osberghaus, nachdem sie von Dritten darauf aufmerksam gemacht worden war, entsprechend groß. Nun will Klett-Kinderbuch die auf diesem Geschäftsweg gemachten Umsätze spenden. Osberghaus sagt: „Wir konnten es erst kaum glauben, dass dieser Anbieter mit unseren Büchern Geld verdient. Das wollen wir nicht, und wir haben nun einen Weg gefunden, wie der Vorgang trotzdem noch Gutes bewirkt.“ Und die Verlegerin warnt Kollegen: „Weitere Verlage, denen das sicher auch nicht gefällt, sind gleichfalls betroffen und sollten sich das mal anschauen.“

Einen einzelnen Webshop auszuschließen ist kompliziert

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Durch die Verkäufe über den Antaios-Webshop erwirtschaftete Klett-Kinderbuch nach eigenen Angaben knapp 250 Euro. Da es kompliziert sei, einen einzelnen Webshop aus dem System auszuschließen, will der Verlag die Summe spenden und dafür verdoppeln: Deshalb erhält die Berliner Buchhandlung Leporello nun 500 Euro.

Leporello war in den vergangenen Jahren mehrfach Ziel von Anschlägen aus dem rechten Spektrum gewesen. Inhaber Heinz Ostermann freut sich: „Diese Aktion des Klett-Kinderbuch-Verlags passt hervorragend zu der Bilderwelt von Anke Kuhl. Beides ist frech, intelligent und unangepasst! Vielen Dank dafür!“ Heinz Ostermann hat der Vorgang dazu angeregt, das Abc der Schadenfreude um einen Spruch auf Björn Höcke zu erweitern: „Alle Kinder wollen Frieden. Außer Björn – der will stör’n“ lautet er; Illustratorin Anke Kuhl hat ihn sogleich kongenial ins Bild gesetzt.

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