Kirbeverein Eltingen Jetzt schmeißt die Jugend wieder die Party

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Moritz Greß, Franziska Hoffmann und Peter Wendel (von links) vom Kirbeverein Eltingen haben viele Ideen. Foto: factum

Leonberg - Einen Gang zurückschalten, sich aus    dem Geschehen zurückziehen und die Verantwortung an jüngere ­weitergeben. Genau das taten die früheren Verantwortlichen des Eltinger Kirbe­vereins in diesem Jahr, in dem sie die Verantwortung in jüngere Hände übergaben. Dass die Jugendlichen und jungen Erwachsenen nun so eine wichtige Aufgabe haben, und unter anderem die Kirbe organisieren müssen, stört sie aber überhaupt nicht – im Gegenteil: Sie nehmen sich der  Aufgabe mit viel Begeisterung und ­vielen neuen Ideen gerne an. „Das Gemeinschaftsgefühl in unserem Verein ist einfach richtig gut. Es macht uns Spaß, uns neue Sachen zu überlegen und etwas gemeinsam zu organisieren“, erzählt der 25-jährige Moritz Greß, ein Mitglied des Kirbe-Organisation-Teams.

Gegründet wurde der Eltinger Kirbeverein am 25. März 1991 von insgesamt acht Gründungsmitgliedern, unter anderem Alexander Roth und Steffen Marquart, die sich auch heute noch aktiv ­beteiligen. Heute hat der Verein etwa 300  Mitglieder.

Von Jugendlichen für Jugendliche

Früher ging die Kirbe auf die Kirch­weihe zurück, mit der hat die Kirbe an sich jedoch schon lange nichts mehr zu tun. Bis etwa zu Beginn der 90er Jahre gab es auf der Kirbe außerdem noch eine Weintrauben-Versteigerung, die aber irgendwann nicht mehr zeitgemäß war. „Vor 40 Jahren konnte man die Kirbe eher mit einem Ball mit Dorffest-Charakter vergleichen“, erzählt Franziska Hoffmann vom Organisationsteam. Was aber schon ein fester Bestandteil der Kirbe war, ist das Tanzen mit Musik, das Beisammen­sitzen und dass der Spaß im Vordergrund stehen soll. „Es war schon immer, und das soll es auch bleiben, ein Fest von Jugend­lichen für Jugendliche“, erklärt die 20-jährige Franziska Hoffmann weiter.

Dass sich nun aber die früheren Verantwortlichen zurückziehen, gab es in diesem Sinne früher nicht. „Zu Zeiten als mein Vater ein Jugendlicher war, mussten alle, die 18 Jahre alt geworden sind die Kirbe organisieren, da war das einfach so üblich. Aber man hat sich schon darauf gefreut, mithelfen zu dürfen, sie haben quasi alle schon mit den Füßen gescharrt, bis sie endlich loslegen durften“, erklärt Peter Wendel, ebenfalls ein Mitglied des Kirbe-Organisation-Teams. Im Laufe der Zeit gab es aber keine 18-Jährigen mehr, die sich für die Sache begeistern konnten und so blieb die Organisation zwangsläufig ­immer bei den Selben hängen. Bis jetzt.

Die Kirbe heißt weiterhin Kirbe

Die drei jungen Erwachsenen selbst ­kamen unterschiedlich zum Eltinger ­Kirbeverein. „Ich kam zur Kirbe übers Maibaumstellen. Es hat mir immer Spaß gemacht, da zuzugucken, und da das ­Maibaumstellen auch vom Kirbeverein ­organisiert wird, dachte ich, ich probiere das eben mal aus“, erzählt Peter Wendel. Franziska Hoffmann und Moritz Greß hingegen wurden durch ihre Familie und Freunde auf den Kirbeverein aufmerksam und ließen sich von deren Begeisterung anstecken.

Auf die Frage hin, ob ein Traditions­verein heute noch attraktiv und zeitgemäß sei, sagen die drei Organisatoren lachend „ja das hoffen wir doch!“ „Wir geben uns wirklich Mühe. Es ist uns wichtig, das ­Gemeinschaftsgefühl zu stärken, gerade gegenüber Neumitgliedern, wir wollen ­ihnen zeigen, wie toll es ist, etwas zusammen aufzubauen und sich ehrenamtlich zu engagieren“, erzählt Moritz Greß. „Außerdem ist es super, dass wir so viel Freiraum haben, was die Organisation angeht. Wir können viele unserer eigenen Wünsche und Ideen einbringen“, ergänzt Franziska Hoffmann. Dass die Kirbe in Eltingen aber weiterhin auch manchen ihrer Traditionen treu bleibt, muss sie auf Eltinger Grund stattfinden, außerdem ist es wichtig, dass das Fest weiterhin Kirbe heißt.

„Wir möchten den Begriff Kirbe weiter prägen“

Die Motivation, den Kirbeverein und natürlich auch die Kirbe am Leben zu halten, ist bei allen drei die gleiche: Sie möchten die Menschen zusammenbringen, es ihnen ermöglichen, abends wegzugehen, ohne einen weiten Weg auf sich nehmen zu müssen, um sich mal wieder zu treffen und zu quatschen. Neben der Kirbe organisiert der Verein auch das Straßenfest „Eltinger Herbst“ und das Maibaum­stellen.

„Uns ist es wichtig, keine x-beliebige Party zu schmeißen, dann könnten die Leute auch einfach in einen Club gehen. Wir möchten den Begriff Kirbe weiter prägen und den Jugendlichen eine einzigartige Party ermöglichen. Im besten Fall stoßen dadurch neue Mitglieder zu uns“, hofft Franziska Hoffmann.

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