Kinderbetreuung in Renningen Kita-Gebühren steigen leicht an

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Für Kinderbetreuung müssen Eltern in Renningen bald mehr bezahlen. Foto: Pixabay

Renningen - In der Stadt Renningen werden die Gebühren für die Kinderbetreuung zum Jahreswechsel steigen. Das hat der Gemeinderat mehrheitlich beschlossen. Es geht um eine Erhöhung um 1,9 Prozent. Die Verwaltung hatte die Erhöhung vorgeschlagen, um den vom Land empfohlenen Kostendeckungsgrad in Höhe von 20 Prozent durch die Elternbeiträge zu erreichen. Aufgrund der Schwierigkeiten, mit denen nicht zuletzt Familien aufgrund der Corona-Pandemie zu kämpfen hatten, waren aber nicht alle Gemeinderäte mit dem Vorschlag zufrieden. Zuletzt hatte die Stadt Heimsheim aufgrund der Corona-Krise die geplante Gebührenerhöhung für Eltern um ein Jahr verschoben.

„Für 2020 wird ein Kostendeckungsgrad von deutlich unter 20 Prozent prognostiziert“, erklärte Daniel Dreßen, Leiter der Abteilung Kinder und Familie im Rathaus. Der Grund sind die zum Teil oder ganz weggefallenen Gebühren in den Monaten März bis Juni, als keine oder nur eine eingeschränkte Kinderbetreuung möglich war, Gehälter der Erzieher und dergleichen aber weiterbezahlt werden mussten. Auch die Finanzspritze des Landes könne das nicht ganz ausgleichen. Daher der Vorschlag, die Beiträge insgesamt um die knapp zwei Prozent zu erhöhen.

CDU: Falsches Signal an die Eltern

Die CDU sprach sich gegen den Vorschlag aus. „Wir sehen das als falsches Signal an die Eltern“, sagte der Fraktionssprecher Ralph Geyer. Schließlich wurde den Eltern von Kindergartenkindern im Jahr 2020 eine Menge abverlangt. Auch die SPD zeigte sich nicht glücklich mit dem Vorschlag und wollte sich daher enthalten. Letztlich fiel die Entscheidung aber eindeutig aus bei fünf Enthaltungen und drei Gegenstimmen.

Weitere Veränderungen in Sachen Kinderbetreuung sind die Einstellung der Spielgruppe Renningen und dafür die Ausweitung des Tapir-Angebots Kronenstraße auf den Vormittag. „Tapir“ steht für „Tagespflege in anderen geeigneten Räumen“, also in anderen Räumen als dem Haushalt der Betreuer. Das Tapir-Angebot in der Kronenstraße hatte bislang immer Öffnungszeiten von 13 bis 17 Uhr. Mittlerweile wurden die Kindergartengruppen des evangelischen Kindergartens Kronenstraße aber auf verlängerte Öffnungszeiten von 7.30 bis 13.30 Uhr umgestellt, es gibt also eine Überlappung. Eltern, die beide Angebote nutzen, zahlen aktuell eine halbe Stunde mehr, als sie tatsächlich in Anspruch nehmen können. Da sowohl Kindergarten als auch Tapir auf die vollen Gebühren angewiesen sind, sprach sich die Verwaltung dafür aus, das Tapir-Angebot auf den Vormittag auszuweiten.

Rückgang an Nachfragen

Dagegen musste die Spielgruppe Renningen in den Jahren 2018 und 2019 einen Rückgang an Nachfragen verbuchen, erklärte Daniel Dreßen. Die Gruppe hat aus Krankheitsgründen außerdem schon seit fast zwei Jahren keine Leitung mehr, eine weitere Kollegin wechselte in die Kindergartenbetreuung. Während der Corona-bedingten Schließung hatte sich die Zahl der jungen Besucher auf vier reduziert, die zwischenzeitlich woanders betreut werden konnten. Die Betreuerinnen mussten auf andere Einrichtungen umverteilt werden. Die Verwaltung wog den Bedarf ab und schlug vor, die Spielgruppe einzustellen und im Gegenzug den Tapir von 7 bis 17 Uhr zu ermöglichen.

Alfred Kauffmann von den Freien Wählern bedauerte das Ende der Spielgruppe. „In Malmsheim läuft sie super und ist sehr beliebt“, drückte er seine Verwunderung aus und bat um einen Ersatz für das Angebot, sobald es sich ergebe. „Es gibt immer noch Eltern, die ihr Kind nicht in den Kindergarten schicken und ihm trotzdem einen guten Übergang in die Schule ermöglichen möchten“, erinnerte er. Die Verwaltung selbst möchte sich auch nicht vom Gedanken eines niederschwelligen Betreuungsangebots verabschieden, betonte Dreßen. Sollte sich eine Möglichkeit ergeben, könnte ein ähnliches Angebot durchaus wieder realisiert werden.

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