Kinderbetreuung in Renningen „Ganztag light“ kommt am 1. September

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Die Renninger Stadtverwaltung reduziert in einigen Kita-Gruppen die Öffnungszeiten. Foto: Pixabay

Renningen - Eine zusätzliche Betreuungsform „Ganztag light“, also statt täglich von 7 bis 17 Uhr nur von 7 bis 15 Uhr, ist in Renningen schon länger im Gespräch. Einst von den Frauen für Renningen als Alternative zur Ganztagsbetreuung beantragt, ergab später auch die Elternbefragung der Stadt Renningen einen entsprechenden Bedarf bei den Eltern. Vor dem Hintergrund der aktuellen Personalknappheit bei den Erziehern soll das Angebot nun schon relativ zeitnah umgesetzt werden. Von September an will die Stadt dauerhaft mehrere Gruppen einrichten, die nur die reduzierte Betreuungszeit anbieten. Der Verwaltungsausschuss gab eine entsprechende Empfehlung an den Gemeinderat.

„Bei der Elternbefragung gab es ein klares Votum, dass diese Form von vielen gewünscht wird“, berichtete der zuständige Abteilungsleiter im Rathaus, Daniel Dreßen. Beim Kindergarten haben sich in der Umfrage 56 Prozent der teilnehmenden Eltern für diese Betreuungsform ausgesprochen, bei der Kleinkindbetreuung sogar 74 Prozent. „2019 wurde die Gebührenstruktur dahingehend geändert, dass im Jahr 2020 eine weitere Betreuungsform eingeführt werden kann“, so Dreßen. Gemeinsam mit der Kindergartenverwaltung und den Einrichtungsleitungen wurden verschiedene Modelle diskutiert.

Die Eltern müssen sich entscheiden

Das künftige Modell sieht vor, dass bei den Krippen eine Kombination zwischen Verlängerten Öffnungszeiten (VÖ), Ganztag (GT) und „GT light“ nicht möglich ist, Eltern müssen sich also für eines davon entscheiden. Ab dem 1. August soll es eine Umgewöhnungsphase für die Kinder geben. Beim Kindergarten werden zwar Abstufungen möglich sein – die niedrigste GT-Betreuungsform umfasst 34 Stunden, bei dreimal sechs und zweimal acht Stunden, die höchste 50 Stunden. Eine Kombination von GT und „GT light“ wird aber auch hier nicht möglich sein. Der Grund: Es müsste trotzdem Personal für den vollen Ganztagsbetrieb vorgehalten werden, auch der Verwaltungsaufwand wäre überdurchschnittlich groß, erklärte Dreßen.

Auch wenn das Konzept schon eine Weile diskutiert wird, ins Bewusstsein vieler Bürger ist es erst aus ganz aktuellem Anlass wieder gerückt: Weil in diesem Jahr mehrere Mitarbeiter die Einrichtungen Geranienweg, Voräckerstraße und Hummelbaum B verlassen – einige wechseln intern an den neuen Sportkindergarten in der Rankbachstraße –, sich aber nicht genügend Nachfolger gefunden haben, müssen die Öffnungszeiten zum Teil auf unbestimmte Zeit eingeschränkt werden. Im Geranienweg ist vorgesehen, dass in zwei von vier Ganztagsgruppen schon ab dem 1. April die verkürzten Öffnungszeiten bis 15 Uhr gelten. In der Voräckerstraße gelten die Einschränkungen ab 1. März, freitags endet die Betreuung in allen Gruppen dann schon um 15 Uhr.

Eltern soll Übergang erleichtert werden

Um den betroffenen Eltern im Geranienweg den Übergang zu erleichtern – schließlich kommt die Änderung hier sehr kurzfristig –, wird eine Kombination von GT und „GT light“ in der Anfangszeit noch möglich sein, berichtete Daniel Dreßen. Das ist eines der Ergebnisse aus den Gesprächen zwischen der Verwaltung und den Elternbeiräten.

Durch die Umstellung ab dem 1. September würde sich der Personalbedarf der Stadt um rund 140 Prozent verringern. „Wir sparen damit aber nicht tatsächlich“, erinnerte Dreßen. „Diese Stellen sind gerade ohnehin nicht besetzt, wir würden also unbesetzte Stellen streichen.“

Im Falle des Falles entscheidet das Los

Wenn der Gemeinderat am 17. Februar auch sein Okay gibt, soll zum 1. September in jeweils zwei Gruppen in den Krippen Rankbachstraße und Schnallenäcker sowie in je mindestens einer Gruppe in den Kindertagesstätten Geranienweg, Voräckerstraße und Schnallenäcker die verkürzte Ganztagsbetreuung bis 15 Uhr eingeführt werden.

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Sollten zu viele Nachfragen für „GT light“ bestehen, entscheidet ganz unbürokratisch das Los, kündigt die Verwaltung an. Alfred Kauffmann (Freie Wähler) wollte aber auch gerne wissen, was passiert, wenn es zu wenige Anmeldungen sind. Im Detail wird sich das aber erst herauskristallisieren, wenn die Gespräche mit den Eltern abgeschlossen sind. In Aussicht stellte die Verwaltung schon mal, dass bei Interesse, aber Schwierigkeiten im Übergang, temporär eine Mischform aus GT und „GT light“ zugelassen werden könnte. In jedem Fall gelte es „zu vermeiden, dass berufstätige Eltern ihre Ganztagesplätze verlieren, was zu einer Einschränkung der Berufstätigkeit führt“, so Dreßen.

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