Kinder können nicht ins Wasser Auch die Schwimmkurse sind auf Eis gelegt

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Erste Wettkampferfahrung beim kindgerechten Schwimmen. Foto: Andreas Gorr

Leonberg - Fast 60 Prozent der Zehnjährigen sind keine sicheren Schwimmer. Das hat die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) schon vor drei Jahren nach einer repräsentativen Forsa-Umfrage bekannt gegeben. Als sicherer Schwimmer gilt, wer mindestens die Disziplinen des Jugendschwimmabzeichen in Bronze beherrscht.

Eine erschreckende Zahl, die die DLRG unter anderem mit zunehmenden Bäderschließungen begründet. Bei den über 60-Jährigen seien es noch 56 Prozent gewesen, die in der Grundschulzeit das Schwimmen erlernten, 52 Prozent sind bei den 45- bis 59-Jährigen, und 49 Prozent bei den 30- bis 44-Jährigen. Nur noch 36 Prozent der 14- bis 29-jährigen Befragten lernte das Schwimmen in der Grundschule. Mittlerweile haben rund 25 Prozent der Grundschulen keinen Zugang zu einem Bad.

Seepferdchen für Kinder ab vier Jahre

Durch die aktuelle Corona-bedingte Schließung der Bäder für Vereine und den Breitensport wird die Bilanz sicherlich nicht besser werden. Fakt ist auch, dass viele Kinder schon früher als im Grundschulalter in Vereins-Kursen lernen, sich im Element Wasser bewegen zu können. „Es ist fatal, dass die Kinder gerade nicht schwimmen dürfen“, sagt Raphaela Weeber, bei den Wasserfreunden Leonberg verantwortlich für den Breitensport. In ihrem Bereich sind auch die Schwimmkurse zugeordnet. „Zu uns dürfen Kinder ab vier Jahren, mit dem Ziel, das Seepferdchen zu machen. Viele kommen von unserem Baby- und Kleinkinderschwimmen“, sagt die Mutter zweier Kinder.

Die Nachfrage sei so groß, dass viele auf der Warteliste stehen. Ist das Seepferdchen absolviert – hier muss sich das Kind auf einer Strecke von 25 Metern über Wasser halten können – haben die Kursteilnehmer die Möglichkeit, die Schwimmabzeichen in Bronze, Silber oder Gold zu machen. Einige Schwimmkurse haben in den Sommerferien stattgefunden. „Doch das ist nur ein kleiner Tropfen auf den heißen Stein.“

Nach zwei Wochen erneute Schließung

Rund 300 Mitglieder der Wasserfreunde sind Breitensportler – dazu zählen auch die Triathleten oder die schwimmbegeisterten Eltern. Sie bekamen im Sommer im Leobad zwar keine Trainingszeiten, doch durften sie ab Oktober wieder ins Hallenbad. Mit Corona-Regeln nur in Kleingruppen, um den geforderten Mindestabstand in allen Bereichen einhalten zu können. „Das haben wir zwei Wochen lang umsetzen können, dann kam die erneute Schließung“, sagt Weeber.

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