Katholische Kirche Renningen Krippensaison bringt nur einen Bruchteil an Spenden

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Mit Geld aus Renningen konnte unter anderem ein Projekt für effektiveren Reisanbau in Kambodscha gefördert werden. Foto: Katholische Kirche Renningen

Renningen - Über ein großartiges Echo auf die Spendenaufrufe im Jahr 2020 freut sich die katholische Kirche in Renningen. Fast 185 000 Euro flossen das Jahr über in Projekte in 23 Ländern, darunter Indien, das von Überschwemmungen betroffen war, und Sri Lanka, wo Menschen durch einen Terroranschlag in großes Leid gestürzt wurden. Ob der Beitrag 2021 auch nur annähernd so groß sein wird, das wird sich erst noch zeigen. Denn wegen der fehlenden Veranstaltungen während der Coronapandemie sind die „Krippen-Spenden“ um ein Vielfaches geringer als sonst.

Weit mehr als 2,75 Millionen D-Mark und etwa noch mal so viele Euro sind seit 1981 durch Spenden an die katholische Kirche in Renningen als „Renninger Hilfe“ in die ganze Welt geflossen, um wohltätige Projekte zu unterstützen und Menschen in anderen Ländern zu helfen. Mehr als 100 Länder sind es mittlerweile. Allein während der Renninger Krippe kam jährlich ein stattlicher fünfstelliger Betrag zusammen, 2019/20 waren es 70 000 Euro.

Krippe-Veranstaltungen fallen fast vollständig aus

Da wegen der Coronapandemie fast sämtliche Veranstaltungen an der Renninger Krippe ausfallen mussten – mit Ausnahme der Gottesdienste –, hatte der katholische Pfarrer Franz Pitzal bereits einen großen Einbruch der Zahlen erwartet. Letztlich sind es immerhin 20 000 Euro geworden. „Ich hatte nicht mal mit 10 000 gerechnet“, gesteht Pitzal. „Es war ja kaum jemand da. Ich bin erstaunt und froh, dass die Menschen auch ohne Krippe von sich aus Geld geschickt haben.“ Trotzdem beträgt das Ergebnis nicht mal ein Drittel der sonstigen Spendenhöhe.

Umso größer ist die Freude, dass bei den Sternsingern fast genauso hohe Summen zusammengekommen sind wie im Vorjahr. Rund 40 000 Euro waren es 2020, dieses Jahr immerhin 35 000. „Auch damit hätte ich nie gerechnet“, sagt der Pfarrer. „Denn die Kinder konnten nirgends singen, sie waren nur einmal am Rathaus.“ Stattdessen haben sie 5000 bis 6000 Zettel in die Briefkästen geworfen und darin um Spenden gebeten. „Die Leute haben es dann überwiesen.“ Aus anderen Kirchengemeinden habe er ähnliche Rückmeldungen bekommen, was die Spendenbereitschaft angeht.

Gerade zählt jeder Cent, weiß Franz Pitzal. Denn aufgrund von Corona ist die Not in anderen Ländern zum Teil umso größer. „In Burkina Faso herrscht ohnehin schon oft Wassermangel, durch Corona wird das noch verstärkt“, erklärt er. „Jetzt brauchen sie das Wasser mehr zum Händewaschen als zum Trinken.“ Die strengen Ausgehverbote trafen und treffen ebenfalls diejenigen besonders hart, die es ohnehin schon schwer haben. Gastarbeiter aus Indonesien, die vormals zum Arbeiten in reichere Länder wie Singapur gependelt sind, müssen daheimbleiben und haben keinen Verdienst mehr. „Wir bekommen immer mehr Anfragen.“

Das Ziel: Hilfe zur Selbsthilfe

Bei der „Renninger Hilfe“ soll es vor allem um Hilfe zur Selbsthilfe gehen. Gefördert werden deshalb ausschließlich konkrete Projekte, die das Leben der Menschen nachhaltig verbessern sollen. Dass dieses Konzept Früchte trägt, zeigen Projekte aus der Vergangenheit, die mit dem Geld aus Renningen schon unterstützt werden konnten. „Burkina Faso ist zum Beispiel ein eher unbekanntes Land und liegt ziemlich entlegen“, so Pitzal. Vielerorts herrscht große Dürre, es fehlt der Zugang zum Meer. Dort wurde mit Hilfe aus Renningen ein Brunnen errichtet, „das ist jetzt ein Stück Leben für die Menschen dort“.

In Kambodscha ging es ebenfalls um ein langfristiges Projekt: „Dort hat Pater Noël einen Weg gefunden, wie man effektiver Reis anbauen kann, das haben wir unterstützt“, berichtet der Pfarrer. Benötigt wurden zum Beispiel zusätzliche Räume, Maschinen und dergleichen.

Wer entsprechende Projekte unterstützen möchte, kann sich mit der katholischen Kirche in Renningen, Telefon 0 71 59 / 24 22, in Verbindung setzen.

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