Katastrophenhilfe im Ahrtal Weihnachtspakete aus Weil der Stadt

Von Arnold Einholz
Die Merklinger Fünftklässler überbringen ihre Weihnachtspakete. Foto: privat

Leonberg - Wir haben gemerkt, dass anderen zu helfen auch uns selbst hilft, ein guter Mensch zu sein“, zu dieser Erkenntnis sind die Schüler der Klasse 5 der Würmtalschule in Merklingen gekommen. Ihr Fazit: „Helfen macht nämlich auch Spaß und gibt einem ein gutes Gefühl.“

Kinder waren Feuer und Flamme

Die Klassenlehrerin Regine Vogl hat die Schülerinnen und Schüler angesprochen, nachdem sie in dieser Zeitung auf einen Artikel über die Hilfsaktion der Eltinger Schlammbrüder im Ahrtal aufmerksam wurde. Die nächste Fahrt der Helfer ins Hochwassergebiet stand an. Die beiden Schlammbrüder baten etwa um Sachspenden und kleine Weihnachtsgeschenke für die Kinder. „Alle waren Feuer und Flamme, es wurden Päckchen gepackt und darauf geschrieben, für wen das Päckchen geeignet wäre. Auch ein Brief oder eine Karte wurde beigelegt“, sagt die Lehrerin im Rückblick. Kurz nach der Katastrophe hat die Werkrealschule 600 Euro für die Flutopfer gespendet.

„Besonders gerührt hat mich die Reaktion meines syrischen Flüchtlingskindes, das voller Freude sein Päckchen gebracht hatte, unbedingt zur Übergabe mitfahren wollte und meinte, er wäre so glücklich, dass er die Chance habe, anderen Menschen Gutes zurückzugeben“, schildert die Lehrerin. Er habe selbst erlebt, wie es ist, wenn man plötzlich alles verloren hat. Es waren so viele Pakete, deshalb wurde ein Opa beauftragt, sie nach Leonberg zu transportieren. Da so viele Kinder mitfahren wollten, wurde gelost. Die glücklichen Gewinner durften dann starten.

Sich so verhalten, wie man es sich von anderen wünscht

Die Helfer haben den Kindern auch noch eine Liste mit Dingen gezeigt, die die Menschen im Ahrtal dringend benötigen, etwa Zahnbürsten, Kabel, Schnelltests und viele alltägliche Sachen. „Als wir fragten, wie es denn dort jetzt so ist, konnte er kaum antworten. Er schüttelte nur den Kopf und hatte Tränen in den Augen – es muss also immer noch sehr schlimm sein“, erzählte ein Kind seinen Klassenkameraden.

Die Klasse der Merklinger Würmtalschule hat sich lange mit der Lehrerin über die Lage der Menschen im Ahrtal unterhalten. „Alle fanden, dass man sich stets so verhalten soll, wie man es sich von anderen wünscht, wenn man selbst in Not ist“, ist Regine Vogl stolz auf ihre Fünftklässler.

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