Jugendsozialarbeit Weissach Frischer Wind im „Rectory“

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Bartling und Schlenkrich kümmern sich auch um das Jugendhaus. Foto: factum/Jürgen Bach

Weissach - Mit anderen Menschen zusammenarbeiten, eine Verbindung zu ihnen aufbauen, ihr Vertrauen gewinnen, für sie da sein und ihnen helfen können. Was sich erst mal nach einer sehr guten Freundschaft anhört, ist der Job von Julia Schlenkrich und Michael Bartling. Die Menschen, zu denen sie Vertrauen aufbauen und mit denen sie ihre Nachmittage verbringen, sind Jugendliche. Denn Julia Schlenkrich und Michael Bartling sind die neuen Jugendsozialarbeiter in Weissach und haben das Jugendhaus „Rectory“ wieder eröffnet.

Wenngleich sie die Leidenschaft zu helfen und sich mit anderen Menschen zu befassen, teilen, so ist ihr Werdegang und der Weg, wie sie letztendlich nach Weissach kamen doch unterschiedlich.

So war sich Julia Schlenkrich schon recht früh im Klaren darüber, dass sie etwas Soziales machen möchte. „Schon vor meinem Abitur habe ich ein FSJ in einem Kinderheim in Mannheim gemacht. Das hat mir gut gefallen und deshalb konnte ich mir das auch später gut vorstellen“, erzählt die 27-Jährige. Nach dem Abitur entschied sich die junge Frau, Soziale Arbeit an der Dualen Hochschule zu studieren und zog so 2013 von Mannheim nach Stuttgart. „Meine Praxisstelle, die Jugendhilfe in Korntal, verlangte ein einjähriges Vorpraktikum, bevor sie mich als Auszubildende einstellen würden. Also absolvierte ich dieses Praktikum und fing dann 2014 dual an zu studieren“, erklärt die Jugendsozialarbeiterin. Als Schlenkrich dann 2017 ihr Studium abschloss, übernahm sie gleich im Anschluss die Teamleitung der Jugendhilfe. „Die Jugendhilfe in Korntal ist eine große Einrichtung, bei der es unter anderem stationäre Wohngruppen gibt. Das muss man sich vorstellen wie eine familienersetzende Wohnform“, erklärt die 27-Jährige weiter.

„Ich wollte ein etwas offeneres Setting“

Da die Kinder in der Einrichtung den ganzen Tag über betreut werden müssen, ist man viel mit ihnen zusammen, außerdem wird dort in Schichten gearbeitet: Nacht-, Wochenend- und Feiertagsschichten gehören zum Alltag. Das ist der Grund, weshalb sich Julia Schlenkrich nach etwas anderem umschaute. „Ich wollte ein etwas offeneres Setting“, beschreibt sie die damalige Situation. „Hier dürfen die Kinder herkommen, sie werden zu nichts gezwungen und die Stimmung ist einfach lockerer.“ So kommt es nun, dass die 27-Jährige seit diesem September in Weissach tätig ist.

Auch Michael Bartling studierte nach seiner Fachhochschulreife Soziale Arbeit, allerdings in Heidenheim. Bevor er mit seinem Studium begann, machte er ein FSJ in der Inobhutnahmestelle in Ludwigsburg. Seine Praxisstelle während des Studiums war die Stiftung Karlshöhe in Ludwigsburg. „Dort arbeitete ich drei Jahre in der Außenstelle in Besigheim“, erzählt Michael Bartling. „Danach hat es mich dann für etwa zwei Jahre nach Stuttgart zur Flüchtlingshilfe in die Sozialbetreuung verschlagen, da war ich als Integrationsmanager und als Heimleitung tätig.“ Da Michael Bartlings Arbeitsvertrag in der Flüchtlingsbetreuung im Herbst auslief, suchte auch er nach einer neuen Arbeitsstelle.

Jugendhaus nach Pause wieder offen

„Meine Frau und ich erwarteten Nachwuchs, deshalb waren wir auf der Suche nach einer größeren Wohnung“, berichtet der 25-Jährige. „Nebenher habe ich auch durch Zufall gesehen, dass die Stelle des Jugendsozialarbeiters in Weissach nicht besetzt ist. Daraufhin habe ich mich hier beworben und wurde auch genommen. Dass wir jetzt auch eine Wohnung in Weissach haben, macht das Glück perfekt.“ So kam es, dass Michael Bartling seit August in Weissach ist. Ihm ist es auch zu verdanken, dass das Jugendhaus „Rectory“ nach einer nur etwa zweimonatigen Pause wieder öffnen konnte.

Auf die Frage, was die beiden so an ihrem Beruf lieben und was ihn so spannend macht, sind sie sich einig. „Mit dem Studium Soziale Arbeit hat man sich zum Beispiel, im Gegensatz zu einer Ausbildung zum Erzieher, nicht nur auf Kinder und Jugendliche spezialisiert. Wir können sowohl Jung als auch Alt im Leben unterstützen. Man ist ausgebildet, um in vielen verschieden Bereichen zu arbeiten und das ist so toll an unserem Beruf“, erklärt Michael Bartling. „Außerdem hat man immer mit Menschen aus verschiedenen Gesellschaftsschichten zu tun, das macht das Ganze auch so spannend“, erklärt Julia Schlenkrich weiter. In den Augen der beiden liegt der Grundsatz ihrer Arbeit darin, jedem das zu bieten, was er braucht.

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