Jugendforum Rutesheim Rutesheim soll cooler werden

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Ein weißes Blatt Papier bedeutet viel Platz für kreative Ideen – das kommt bei der Jugend super an. Foto: factum/Granville

Rutesheim - Eine Sprühfläche für Graffiti, Workshops und schnelleres Netz. Die junge Bevölkerung weiß ganz genau, was sie will und was ihnen in ihrer Stadt fehlt. Im Jugendtreff der Stadt haben ­Bürgermeisterin Susanne Widmaier und der Erste Beigeordnete Martin Killinger mit den Interessierten gesprochen und auf ­Augenhöhe mit ihnen diskutiert.

Doch wie kam es zu dem Termin? Jugendreferent Stephan Wensauer und die neue Leiterin des Treffs, Sozialpädagogin Lena Sülzle hatten die Idee für das Jugendforum, das an diesem Abend zum ersten Mal stattfand. Den Jugendlichen soll dabei die Möglichkeit gegeben werden, sich aktiv an der Gestaltung der städtischen Jugendarbeit zu beteiligen. „Jugendliche wissen selbst, was sie wollen“, fanden die ­Organisatoren und ­wollten wissen: „Wie können wir die Jugend begeistern, welche Bedürfnisse hat sie, welche eigenen Ideen?“

„Viele Menschen haben viele Wünsche“

Alle, von Referent über das Team des Jugendtreffs bis hin zur Bürgermeisterin zeigten sich offen in allen Richtungen. Wensauer ist sich bewusst, dass die sozialen Medien auch hier viel verändert haben und möchte mit ­gemeinsamen Aktionen die jungen Leute wieder aus dem Haus locken. Das allerdings tun einige sowieso schon freiwillig: „Ich ­gehe gerne hierher anstatt nach Hause“, meint die zwölfjährige Ronja Beske, denn hier warten ja bereits die Freundinnen.

Mit Musikschülern von „Hortus Musicus“ unter der Leitung von Alex Kübler wurde die Diskussionsrunde mit bluesigen Tönen eingeleitet. Das Stadtoberhaupt erklärte dann die Bedeutsamkeit der Jugendarbeit, die sie jederzeit unterstützen möchte, obwohl es ihr klar wäre, dass dies nicht immer einfach zu gestalten sei. „Viele verschiedene Menschen haben viele verschiedene Wünsche, aber meine Tür ist für euch immer offen!“

Nach kurzen einführenden Worten von Stephan Wensauer und Lena Sülzle, die ihr Team vorstellte, wurden an vier Tischen vorbereitete Transparente zu vier vorgegebenen Themenbereichen aufgerollt. Was soll am Freitagabend im Treff anders werden? Gibt es Ideen zu den selbstverwalteten Öffnungzeiten des Jugendcafés? Soll es spezielle Angebote unter der Woche mit AGs geben? Was braucht Rutesheim für die Jugendlichen.

Gemeinsames Kochen

Jan Moriconi zum Beispiel wünscht sich deutlich mehr Kunst. „Ein Mural gegen den Hass zu gestalten, fände ich toll“, stellt sich der 16-Jährige vor. Jan-Dominik Wirkner, 19 Jahre, ist nicht so der Clubmensch, wie er verrät, sondern würde die Räumlich­keiten zum Tanzen nutzen. Die elfjährige Anna Betsch könnte sich einen jungsfreien Tag oder wenigstens ein paar Stunden vorstellen und dann kreativ sein: „Wir könnten backen, nähen oder häkeln.“ In Eigenregie schwäbische Spezialitäten zu kochen, vielleicht sogar vorher gemeinsam einkaufen zu gehen, wurde angesichts der vorhandenen Küche ebenfalls in Erwägung gezogen.

Es kam wirklich einiges zusammen und viele Ideen und Wünsche der Jugendlichen könnten schnell und unkompliziert umgesetzt werden. Etwa freitags frühere Öffnungszeiten und spezielle Angebote wie zum Beispiel Tanzabende, Karaoke oder gemeinsam Filme schauen. Die Jugendlichen möchten die Möglichkeit, das Haus in Eigenregie selbstverwaltet zu öffnen und damit ein Angebot untereinander schaffen. Es soll auch spezielle Grillabende oder Turniere geben. Darüber hinaus vermissen die Jugendlichen gemeinsame Ausflüge.

Wie wär’s mit einer Film-AG

Das Thema Medien spielt eine wichtige Rolle. Einige träumen von einer Film-AG, bei der tatsächlich Filme selbst produziert werden sollen. Allgemein erhoffen sich die Jugendlichen überwiegend Discos und Veranstaltungen extra für Jugendliche, sowie einen Fitnessplatz. Ein Gedanke, der immer wieder auftauchte, waren Graffiti. Die Jugendlichen möchten einen Platz dafür in der Öffentlichkeit, aber auch Workshops. Außerdem wurde der Wunsch nach öffentlichem W-Lan im Jugendtreff und generell in der Stadt laut.

Nach der Vorstellung der Ergebnisse wurden noch die Gewinner des Gewinnspiels ausgelost. Es gab vier Gewinner, die einen Einkaufsgutschein der Stadt Rutesheim jeweils in Höhe von 25 Euro erhalten haben. Und dann ließen sich alle die versprochenen Hotdogs schmecken.

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