Jugendbeteiligung in Renningen Jugendrat hat Neuwahlen schon im Blick

Von Brunhilde Arnold
Mitglieder des Jugendgemeinderats während der Sonnenschein-Aktion, bei der Drogerieprodukte und Lebensmittel für hilfsbedürftige Mitbürger gesammelt wurden. Foto: privat

Renningen - Die Mitglieder des Renninger Jugendgemeinderats legen auch in der Coronazeit die Hände nicht in den Schoß. Vor Kurzem schoben sie einen ganzen Samstag lang Schicht vor einem Drogeriemarkt und dem benachbarten Lebensmittel-Supermarkt. Anlass war die Sonnenschein-Aktion der gewählten Jugendvertreterinnen und -vertreter. Dabei baten sie die Kundschaft, einen Artikel mehr als benötigt zu kaufen und diesen zu spenden. Die Verteilung an hilfsbedürftige Mitbürger wird von der Stadt organisiert. „Die Resonanz war sehr groß“, erzählt Alicia Haug, die Vorsitzende des Jugendgemeinderats (JGR). „Wir hatten am Abend mehr als 20 Umzugskisten voll zusammen.“

Gemeinsame Aktionen leider unter Corona-Restriktionen

Die zweijährige Amtszeit des 10. Jugendgemeinderats steht unter dem Zeichen der Pandemie. Schon die Wahlbeteiligung im Frühjahr 2020 war mit knapp zwölf Prozent der Jugendlichen von 13 bis 17 Jahren sehr niedrig. Anstatt 18 besteht das Gremium nur aus 14 Mitgliedern. Der Bürgermeister Wolfgang Faißt ist beratendes Mitglied.

Nicht nur der Start war etwas holprig, auch in der Folgezeit litten gemeinsame Aktionen unter den Corona-Restriktionen. Die Klausurtagung, in der Themen und Aktionen geplant werden, fand erst in diesem Juli statt. „Wir haben dabei festgestellt, dass wir in Sachen Öffentlichkeitsarbeit noch mehr tun könnten“, erzählt Alicia Haug, seit 2016 JGR-Mitglied.

Neuer Jugendgemeinderat wird wohl im Mai gewählt

Diese Öffentlichkeit ist auch wegen der Neuwahlen im Frühjahr 2022 wichtig. Allerdings sollen diese etwas später als sonst stattfinden, voraussichtlich erst im Mai. Man habe sich mit dem Gemeinderat darauf geeinigt, dass die Amtszeit des derzeitigen JGR bis September verlängert wird. Zwar werde die Wahl selbst von der Stadtverwaltung organisiert, „aber wir vom JGR müssen Kandidaten finden und Werbung dafür machen“, erklärt die Abiturientin. Wenn der JGR sehr präsent sei, dann fänden sich auch interessierte Jugendliche dafür, ist sie sich sicher.

Um Präsenz im Rahmen des Möglichen bemühten sich die engagierten Jugendlichen durchaus. „Einen geplanten Talentwettbewerb mussten wir wegen Corona immer wieder verschieben“, berichtet Maurice Rimpp, „doch dann haben wir es im Frühjahr online gemacht.“ Die Teilnehmer mussten Videos von ihren besonderen Talenten zeigen, für die interessantesten Beiträge gab es Preise.

„Es waren viele tolle Ideen dabei“, erzählt der 18-jährige Schüler, „Jugendliche, die Gedichte schreiben und präsentieren, Einrad fahren, turnen oder musizieren zum Beispiel.“ Der Wettbewerb ist in einem Youtube-Video auf der JGR-Homepage zu sehen. „Wir waren froh, dass wir das durchgezogen haben“, so sein Resümee, „denn der JGR lebt davon, dass wir viel mit den Menschen machen.“

Wunsch nach einer legalen Graffiti-Spray-Fläche

Das erste Projekt des aktuellen JGR waren Shirts und Hoodies mit dem Logo des Gremiums. Damit präsentieren sich die Jugendgemeinderäte in der Öffentlichkeit, etwa, wenn sie bei der langen Einkaufsnacht an einem Cocktailstand alkoholfreie Getränke anbieten. Hin und wieder sind die Jugendvertreter auch zu den Chill-Abenden im Jugendhaus eingeladen.

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„Große Unterstützung bekommen wir vom Jugendsozialarbeiter, aber auch von der Stadt und vom Gemeinderat“, erzählen sie. „Der Bürgermeister versucht, dass vieles für uns möglich wird.“ So konnte etwa der Skatepark asphaltiert werden. „Schön wäre es auch, wenn wir vielleicht doch noch eine legale Graffiti-Spray-Fläche kriegen, der Bedarf ist da“, sagen sie. Ein erster Versuch mit Holzwänden sei daran gescheitert, dass diese rasch kaputt gewesen seien.

Für die nächste Wahl werden noch Bewerber gesucht

Und dann heißt es, auf neue Kandidaten zuzugehen, um die nächste Wahl vorzubereiten. Viel laufe über die sozialen Medien, auch der Jugendsozialarbeiter helfe, Plakate müssen entworfen werden und „dann müssen wir durch die Schulklassen laufen“, umreißen Alicia Haug und Maurice Rimpp das Programm für die kommenden Monate.

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„Der Jugendgemeinderat ist von Seiten der Stadt definitiv gewollt“, betont die Vorsitzende. „Wir werden auch bei allem mit eingeplant und gefragt, ob wir mitmachen.“ Die Jugendvertreter brechen eine Lanze für das Engagement im JGR: „Man muss schon etwas Zeit investieren, aber es geht gut mit der Schule zusammen. Und es macht sehr viel Spaß!“ erklärt Alicia Haug.

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