Jugendarbeit in Weil der Stadt Jugendliche bekommen einen Treffpunkt

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Neben dem Fußball-Platz entsteht der Jugendtreff. Die Graffiti-Wände werden umgestellt, um den Platz später einzugrenzen. Foto: factum/Simon Granville

Weil der Stadt - Die Jugend in Weil der Stadt hatte es zuletzt nicht ganz einfach, denn einige traditionelle Treffpunkte sind ihr verloren gegangen. Auf dem Alten Merklinger Sportplatz befindet sich seit Sommer der Waldkindergarten. Auf dem Carlo-Schmid-Platz hat die Stadt die Parkplätze erweitert. Und hinterm E-Center beginnen demnächst die Bauarbeiten für das neue Altenheim.

Maximilian Frank vom Kinder- und Jugendbüro weiß um die Sorgen. „Ja, zu mir sind Jugendliche auch gekommen, gerade wegen dem Alten Merklinger“, berichtet er. „Deshalb ist es super, dass es dafür jetzt Ersatz gibt.“

Diesen Ersatz hat der Gemeinderat am Dienstagabend einstimmig beschlossen. In der Jahnstraße, zwischen dem Fußball- und dem Faustballplatz, neben der Dirt-Strecke, soll ein neuer Treffpunkt für Jugendliche entstehen. Beauftragt mit der Planung hat die Stadt den Weil der Städter Landschaftsarchitekten Wolfgang Preuss. „Die Lage dort ist prädestiniert für einen solchen Treffpunkt“, berichtet Preuss den Gemeinderäten.

„Wir wollen einen Platz wie eine Wagenburg gestalten, der aber teilweise offen ist“, erklärt er. Die Graffiti-Wände, die dort bereits stehen, will er verwenden und so hinstellen, dass sie das Areal nach außen hin abschließen. „Das Herzstück der Anlage wird dann eine Mini-Ramp sein“, sagt der Architekt. Das ist eine Fahr-Unterlage für Skateboarder.

Kosten: 70.000 Euro

Einen Grill will er außerdem anschaffen, dazu Sitzgelegenheiten sowie Bäume und Büsche, damit es grüner wird. „Wir brauchen aber auch einen Unterstand“, sagt Wolfgang Preuss. Um Kosten zu sparen, will er dafür zwei Fertig-Garagen anschaffen. „Wir lassen einfach die Tore weg, brechen innen die Wand durch – und schon haben wir einen wunderbaren Unterstand.“

70 000 Euro wird all das kosten. „Für etwa die Hälfte davon, für 34 000 Euro gibt es bereits zugesagte Spenden“, berichtet Tanja Kübler, die Amtsleiterin für Jugend und Soziales der Stadtverwaltung. Etwa 30 000 Euro müsste also noch die Stadtkasse beisteuern.

Auch Kübler sieht die Notwenigkeit für den Treffpunkt. „Nicht alle Jugendlichen wollen sich im Jugendhaus oder im Jugendcafé treffen“, sagt sie. „Deshalb wollen wir in der Jahnstraße neue, attraktive Flächen schaffen.“ Seit einem Jahr schon sitzt sie an den Planungen dafür, auch das Kinder- und Jugendbüro und den Jugendbeirat hat sie dabei einbezogen.

Abstriche wegen klammer Stadtkasse

Dass die Stadtkasse nicht allzu üppig ausgestattet ist, war dabei bekannt. Alle Beteiligten hätten deshalb auch Abstriche gemacht, berichtet Kübler. So werden lediglich fünf anstatt sieben Fahrradständer in einfacherer Qualität angebracht, auf einen Wlan-Anschluss verzichtet man vorerst.

„Ich muss die Jugendlichen im Jugendbeirat sehr loben“, sagt die Gemeinderätin Cornelia Schmalz (SPD), die ebenfalls in dem Gremium sitzt. Die Jugendlichen hätten sich sehr konstruktiv eingebracht. „Auch mir gefällt die Planung sehr gut“, lobt die Gemeinderätin Brigitte Benzinger-König (FDP). Lea Bauer (Freie Wähler) merkt nur einen kritischen Punkt an. „Autofahrer sind dort in der Jahnstraße nachts zum Teil mit 130 unterwegs“, sagt sie. „Könnte man dort nicht einen direkten Weg anbringen?“

Bürgermeister Thilo Schreiber (CDU) verspricht, diesen Weg zu prüfen, damit die Jugendlichen nicht die Jahnstraße queren müssen. „Dafür müssen wir aber erst die Kosten und den Aufwand eruieren“, sagt Schreiber.

Auch der Bürgermeister freut sich, dass es mit dem Jugendtreff endlich klappt. Am liebsten hätte er ihn noch in diesem Jahr eröffnet, sagt er. Damit wird’s aber nichts. Denn derzeit nutzt die Telekom den Platz noch als Lagerstätte für den großen Glasfaser-Ausbau in der Stadt.

„Wenn die Flächen frei sind, können wir im Frühjahr loslegen“, sagt Margit Dürr vom Stadtbauamt. „Wahrscheinlich im März wird es soweit sein.“

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