Interview mit IEP Wohnen „Immer mit Augenmaß“

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Wohnen mit Aussicht: In der Hindenburgstraße in Weil der Stadt baut IPE mehrere Häuser. Das ist bei einigen Anwohnern umstritten. Foto: factum/Bach

Weil der Stadt - Ein Interview in unserer Zeitung hatte für Wirbel gesorgt. Es ging um ein Projekt von „IEP Wohnen“ in der Weil der Städter Hindenburgstraße, wo auf einer 3600 Quadratmeter großen Baulücke zwei Mehrfamilienhäuser mit sieben Eigentumswohnungen, vier Doppelhaushälften sowie sechs Reihenhäuser entstehen. „Das ist doch der Hammer“, hatte ein Einwohner behauptet. Stephan Schwarz, der IEP-Chef, sieht das anders.

Herr Schwarz, dass Anwohner nicht begeistert sind, wenn in der Nachbarschaft nachverdichtet wird, ist verständlich. Wie gehen Sie auf die Menschen zu?

Wir stoßen nicht überall auf ablehnende Haltungen. Natürlich sehen es Menschen erst einmal kritisch, wenn sich in ihrer Umgebung etwas verändert. Aber wir bebauen ja nicht nur freie Wiesen-Grundstücke. Wenn wir etwa Industrie-Brachen bebauen oder runtergekommene Gebäude in alten Ortskernen aufkaufen, dann sehen die Menschen das durchaus als Aufwertung.

Was sagen die Leute?

Wir gehen mit den Nachbarn direkt ins Gespräch und stellen uns und unsere Pläne vor. Da kommen dann vor allem Fragen: Wir hoch wird es? Was kommt für ein Dach? Wo parken die Autos? Welche Menschen ziehen dort ein? Auch während des Baus stehen wir zur Verfügung, wenn Fragen da sind. Unsere Bauleiter wenden viel Zeit auf, zum Beispiel, wenn es um die gemeinsame Grenzgestaltung geht.

Was heißt Nachverdichtung überhaupt?

Nachverdichtung heißt nicht, dass man jeden Quadratzentimeter bebaut. Nachverdichtung heißt für uns, dass wir vorhandene Flächen – ob in einem Wohngebiet oder in einem Ortskern – bebauen, wohlgemerkt immer mit Augenmaß.

Warum ist Nachverdichtung so wichtig?

Nachverdichtung spielt vor allem für unsere moderne Gesellschaft eine große Rolle. In unserer Region, dem Stuttgarter Speckgürtel, gibt es eine größere Nachfrage nach Wohnraum, als sie der Markt schafft. In den letzten zehn Jahren sind zu wenige Wohnungen gebaut worden, auch in den nächsten zehn Jahren wird es viel zu wenige Wohnungen geben. Und was wäre die Alternative? Stellen Sie sich vor, wir würden ausschließlich alle Grünflächen um unsere Gemeinden herum bebauen! Das geht natürlich nicht.

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