Interkom in Leonberg So mancher Topf findet seinen Deckel

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Von 2020 an können sich Menschen beim Klinikverbund Südwest zur Pflegefachkraft ausbilden lassen. Foto: factum/Andreas Weise

Leonberg - Krankenpfleger oder Banker? Oder doch lieber ein technischer Beruf? Manche der jungen Besucher auf der Interkom in der Leonberger Stadthalle am Donnerstag haben schon eine recht gute Vorstellung von ihrer beruflichen Zukunft. Kinderpädagogin will zum Beispiel die 14-jährige Sahra werden, die 13-jährige Dileyla Zahntechnikerin. Syla-Halil (16) hat sogar schon einen Vorvertrag für eine Ausbildung zum Friseur in Böblingen. Alle Unentschlossenen konnten auf der interkommunalen Ausbildungsbörse für den nördlichen Landkreis Böblingen die eine oder andere Inspiration für ihre künftige Laufbahn erhalten.

Die Interkom fand mittlerweile zum elften Mal statt, immer abwechselnd in Renningen und Leonberg. Veranstalter sind die Städte Leonberg, Renningen, Rutesheim, Weil der Stadt sowie die Gemeinden Aidlingen, Grafenau, Magstadt und Weissach. Die Organisation liegt beim Verein für Jugendhilfe. Die Messe bietet regionalen Unternehmen die Möglichkeit, sich und ihre Ausbildungsangebote zu präsentieren. Schüler aus dem Altkreis erhalten so einen Einblick in die unterschiedlichsten Berufe.

Einige Betriebe sind zum ersten Mal dabei

Neu dabei war in diesem Jahr der Sondermaschinenhersteller Coperion aus Stuttgart. Dort werden Misch- und Knetmaschinen entwickelt, nicht nur für Kunststoffe, sondern auch für die Pharma- oder Lebensmittelindustrie. „Wir gehen gerne auf so mittelgroße Veranstaltungen“, erklärt der Leiter für gewerbliche Ausbildung, Bernhard Pichlmaier. Auf den ganz großen Messen seien viele Aussteller oft mehr auf Kundenakquise aus als auf die Gewinnung von Azubis. „Hier geht es wirklich noch um die Ausbildung.“

Auch die Landwirtschaftliche Schule in Hohenheim – nicht zu verwechseln mit der Uni Hohenheim, die davon unabhängig ist – hat zum ersten Mal ihren Weg zur Interkom gefunden. An ihrem Stand gab es Informationen über die Ausbildung zum Biotechnologischen Assistenten. Als solcher könne man in vielen verschiedenen Bereichen arbeiten, erklärt der Chemie- und Biologielehrer Martin Allmendinger. Alles rund um Bakterien spielt im medizinischen Bereich, in der Pharmaforschung, eine große Rolle, aber auch in der Lebensmittelindustrie. „Brauereien haben ebenfalls Mikrobiologielabore.“ Auch in der Kriminalistik, beim Ermitteln von DNS, sind Biotechnologische Assistenten gefragt.

Zwar nicht zum ersten Mal, dafür aber mit einem neuen Ausbildungsangebot war der Klinikverbund Südwest zu Gast. Von 2020 an können sich Menschen nämlich zur Pflegefachkraft ausbilden lassen. Diese Ausbildung vereint drei Berufe, für die es früher drei getrennte Ausbildungen gab: Krankenpfleger – früher eher bekannt als „Krankenschwester“ –, Altenpfleger und Kinderkrankenpfleger. Kurzfristig war außerdem das Pyramid-Personalmanagement für die IHK eingesprungen, die nicht teilnehmen konnte.

66 Aussteller, mehr als 1200 Schüler

Außer ihnen waren noch zahlreiche weitere Teilnehmer vor Ort. 66 Aussteller präsentierten sich, 1200 Schüler aus den umliegenden Schulen hatten sich angemeldet. Die Nachfrage der Betriebe ist weiterhin sehr hoch. „Am Anfang hatten wir vor allem die Jugendlichen im Blick, damit sie einen Zugang zu den Firmen finden“, berichtete der Renninger Bürgermeister Wolfgang Faißt in seiner Begrüßungsrede. Der Ausbildungsmarkt war leer gefegt, Jugendliche mussten fast um jeden Platz kämpfen. „Heute ist es fast umgekehrt.“ Hauptorganisatorin Kerstin Raschke vom Verein für Jugendhilfe hat schon seit Jahren mehr Anfragen als freie Plätze auf der Messe. „Erstmals haben wir sogar im Außenbereich Stände eingerichtet, weil der Raum hier drinnen nicht ausgereicht hätte“, so Raschke.

So mancher Topf hat am Donnerstag dann sogar den passenden Deckel gefunden. Der 14-jährige Timon aus Weil der Stadt zum Beispiel interessiert sich für die Ausbildung zum Automobilkaufmann beim Autohaus Weeber. „Ich habe mich da informiert und fand das sehr interessant. Das wäre meine erste Wahl“, erzählt er. Auch Schulkamerad Pipuna (15) interessiert sich für den kaufmännischen Bereich, ist jedoch bei Coperion hängen geblieben. „Die haben mich überzeugt, mit ihnen konnte man auch gut reden. Da würde ich gerne anfangen.“

Alle Infos zu den Ausstellern sind auch hier zu finden:
Interkom-Azubiboerse.de »

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