Integrationspreis für Leonberg Die globale Verantwortung fängt vor der Haustür an

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Die Leonberger Delegation im Neuen Stuttgarter Schloss. Foto: SEZ/Jan Potente

Leonberg - Leonberg ist eine der neun Kommunen des Landes, die jüngst im Marmorsaal des Stuttgarters Neuen Schlosses ausgezeichnet wurden. Mit den zahlreichen Veranstaltungen bei den interkulturellen Wochen im Herbst hat Leonberg ein Zeichen für gesellschaftlichen Zusammenhalt, Klimagerechtigkeit und das internationale Miteinander gesetzt, das nun gewürdigt wurde.

Alle Wettbewerbsteilnehmer haben bewiesen, dass jede und jeder etwas für eine gerechtere und zukunftsfähige Welt tun kann. Die Preisverleihung bildete den diesjährigen Abschluss der Initiative „Meine. Deine. Eine Welt“.

„Mit dem dritten Preis in der Kategorie mittelgroße Kommunen und mit einem Preisgeld in Höhe von 1500 Euro wird Leonberg für das Veranstaltungsprogramm „bunt geht viel mehr“ ausgezeichnet. Als Laudator Stefan Wilhelmy, Bereichsleiter der Servicestelle Kommunen in der Einen Welt den Preisgewinn ankündigt, ist die Freude der Leonberger Delegation um Undine Thiel vom Integrationsbüro im Amt für Jugend, Familie und Schule, riesengroß.

20 Gruppen ziehen an einem Strang

Der Wettbewerbsneuling Leonberg hat nämlich mit den Veranstaltungen unter dem Motto „bunt geht viel mehr“ gleich einen Spitzenplatz gewonnen. 20 engagierte Gruppen aus der Bürgerschaft wirkten mit und gestalteten das Programm. „Sie haben verschiedene Akteure, die sich in Leonberg unterschiedlich stark entwicklungspolitisch engagieren, erstmalig bei einem runden Tisch zusammengebracht“, urteilte die Jury. Positiv sei auch, dass sich die Akteure nach Abschluss der Aktivitäten feste Ziele gesteckt hätten. Als besonders lobenswert erwähnte die Jury, dass die Themen Integration, Entwicklungszusammenarbeit, Interkulturalität und die 17 Nachhaltigkeitsziele der Agenda 2030 durch die Veranstaltungen zusammengeführt wurden.

Entwicklungspolitik ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe und Kommunen können dazu einen Beitrag leisten – als Wissensträger, Trendsetter und Netzwerker. Dabei unterstützt das städtische Hauptamt das Ehrenamt, denn für eine friedliche und nachhaltige Entwicklung braucht es eine breite Beteiligung.

Viele packen mit an

Die Stadt Leonberg hat das Engagement von Ehrenamtlichen und Organisationen aufgegriffen, brachte die Akteure zusammen, bündelte, gab neue Impulse und organisierte die Veranstaltungen. Hauptakteure der Zusammenarbeit sind hier der Eine Welt Laden, die Lokale Agenda 21, die Asylinitiativen, der Internationale Rat, Migrantenorganisationen wie Ditib, der Jugendausschuss, das Stadtjugendreferat und das Integrationsbüro im Amt für Jugend, Familie und Schule.

Deren langjähriges Engagement wurde bei den Veranstaltungen im Herbst erneut gut sichtbar für die Öffentlichkeit, auch als Ansporn für Bürger, die sich künftig neu engagieren wollen. Bei der Eröffnung der Ausstellung „An(ge)kommen“ im Stadtmuseum, hatte Oberbürgermeister Martin Georg Cohn deutlich gemacht, dass angesichts von Menschen aus 120 Ländern, die in Leonberg eine neue Heimat gefunden haben, das Thema Integration ein wichtiges sei.

Vorurteile abbauen

Preslava Abel vom Forum der Kulturen Stuttgart hatte es im Vorfeld der Ausstellung so formuliert: „Uns geht es darum, Vorurteile abzubauen und Verständnis für Menschen, die aus anderen Ländern zu uns kommen, aufzubauen. Lassen Sie uns auf Augenhöhe begegnen und zu einem friedlichen Zusammenleben beitragen.“

32 Kommunen mit insgesamt knapp 400 Veranstaltungen haben sich an der Initiative „Meine. Deine. Eine Welt.“ der Stiftung Entwicklungs-Zusammenarbeit Baden-Württemberg 2019 beteiligt. Die Preisträger verdeutlichten dabei, wie sich die Agenda 2030 der Vereinten Nationen mit ihren 17 Zielen für nachhaltige Entwicklung umsetzen lässt.

Jury legt Wert auf lokale Vernetzung

Die Jury legte bei der Bewertung besonderen Wert auf die lokale Vernetzung, die Ansprache der Zielgruppen, die Öffentlichkeitsarbeit und den modellhaften Charakter für andere Initiativen. „Globale Verantwortung fängt vor unserer eigenen Haustüre an. Kommunen und lokale Initiativen spielen dabei eine sehr wichtige Rolle. Alle Engagierten der Eine-Welt-Tage sind ein Vorbild für andere. Denn sie zeigen, wie nachhaltiges Handeln ganz konkret aussehen kann“, sagte Philipp Keil, der geschäftsführende Vorsitzende der Stiftung Entwicklungs-Zusammenarbeit. „Mit der Migration und der Frage nach den Fluchtursachen, aber auch mit dem Klimawandel sind die globalen Themen schon längst in den Kommunen angekommen“, mahnte Keil zum Handeln.

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