Integrationspreis für E-flox Wo Migranten in die Berufswelt eingegliedert werden

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Stefan Baldenhofer (l.) ist der Ausbilder von Azubi Julius Böttner. Foto: factum/Jürgen Bach

Renningen - Das Thema Integration hat in den letzten Jahren eine immer größere Rolle in der Gesellschaft gespielt. Unter zahlreichen Fragen hat sich eine als besonders wichtig herausgestellt: Wie integriert man Migranten erfolgreich in die Berufswelt? Ein Erfolgsrezept gibt es nicht, aber umso mehr Engagement bei den Unternehmen. Zum Beispiel in Renningen bei e-flox.

Für ihren Einsatz, Migranten in die Berufswelt zu integrieren, ist die Firma vom Landratsamt Böblingen mit einem dritten Platz des Unternehmerpreises für Integration ausgezeichnet worden. Ziel dieser Auszeichnung ist es, das Engagement der Firmen anzuerkennen und der Öffentlichkeit vorzustellen. Das Renninger Unternehmen produziert Anlagen und Brenner für die Energietechnik und bietet unter anderem Ausbildungsplätze für Mechatroniker an. Mitarbeiter und Auszubildende aus den unterschiedlichsten Kulturkreisen bilden hier ein funktionierendes Miteinander.

Doch welche Vorgehensweise steckt hinter der erfolgreichen Integration? „Es ist total interessant, weil wir kein Konzept hatten. Wir haben es einfach gemacht, wie wir es immer gemacht haben“, berichtet der Ausbildungsmeister Stefan Baldenhofer und fügt hinzu: „Und dann fühlt man sich doch geehrt, dass man intuitiv alles richtig gemacht hat!“ Für den Ausbildungsleiter ist Integration eine Selbstverständlichkeit: „Es ist von uns eine gelebte Philosophie, die Person zu sehen und nicht ihre Herkunft. Es war für mich schon immer suspekt, wieso Menschen andere Menschen nach ihrer Herkunft beurteilen.“

Schritt für Schritt fördern

Doch wie funktioniert Integration in einem Unternehmen, in dem rund 50 Prozent der Mitarbeiter einen Migrationshintergrund haben? Laut Stefan Baldenhofer sei der Schlüssel zum Erfolg ein reger Austausch auf familiärer und menschlicher Basis, aber arbeitstechnisch auch auf professioneller Ebene. „Natürlich kommen auch mal Diskussionen auf, aber ich finde solche Gespräche eigentlich eher anregend“, berichtet der Ausbildungsleiter, der selbst großen Wert auf Weltoffenheit legt: „Es gibt auch öfters Sprachbarrieren, aber man muss die Leute einfach Schritt für Schritt fördern.“ Und genau das soll durch das Preisgeld ermöglicht werden. Denn bei der Vergabe der Geldpreise wurde unter anderem berücksichtigt, wie die Unternehmen das Preisgeld umsetzen wollen. Im Fall der Firma e-flox sieht das Vorhaben wie folgt aus: „Wir wollen einem langjährigen Kollegen einen Deutschkurs ermöglichen und für die Ausbildungsabteilung Lehr- und Übersetzungsbücher anschaffen“, erklärt Stefan Baldenhofer.

Einer der jetzigen Auszubildenden ist Osman Al Abdallah. Der gebürtige Syrer kam im Jahr 2013 nach Deutschland. Nach einem Praktikum und der Einstiegsqualifizierung ist er mittlerweile bei e-flox als Mechatroniker in der Ausbildung und fühlt sich in der Firma sehr wohl.

Für Stefan Baldenhofer ist das besonders wichtig: „Es ist schön, weil man weiß, einen wertvollen Mitarbeiter für Jahre oder sogar Jahrzehnte gewonnen zu haben!“

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