Inklusion in Weil der Stadt Es kommt auf die Vernetzung an

Von Sophia Herzog
Das erste Projekt ist umgesetzt: Ein barrierefreier Heckendurchlass. Foto: Weil der Stadt

Weil der Stadt - Was ist Inklusion? Was gehört dazu? Wie können Kommunen barrierefreier werden, Teilhabe fördern und auf diese Art Menschen mit Behinderung das alltägliche Leben in der Stadt erleichtern? Mit Fragen wie diesen setzen sich seit rund einem Jahr neun Kommunen des Landkreises Böblingen im Rahmen des Projektes „Kommunale Inklusionsvermittler“ auseinander. Auch Weil der Stadt macht mit. Insgesamt leben in der Keplerstadt rund 1460 Menschen mit einer Behinderung ab Grad 50.

Für die Keplerstadt hat Isolde Reinert vom Amt für Jugend und Soziales im Sommer des vergangenen Jahres die Ausbildung zur Kommunalen Inklusionsbeauftragten absolviert und steht seither als zentrale Ansprechpartnerin für alle Fragen rund um das Thema Inklusion zur Verfügung. Dazu gehört auch der regelmäßige Austausch in Treffen mit den anderen Kommunen des Landkreisprojekts. „Die Netzwerktreffen finden regelmäßig statt“, berichtet Reinert. „Dort tauschen wir uns über unsere Arbeit aus.“ Außerdem bei den Treffen dabei seien auch immer externe Profis, die lange in der Inklusionsarbeit tätig sind, neue Perspektiven aufzeigen und für die Fragen der kommunalen Vertreter offen sind.

Ein regelmäßiger Austausch erfolgt auch durch die Vernetzung wichtiger Akteure vor Ort. Etwa der Stadtseniorenrat sei hier ein wichtiger Partner. Das Vernetzung für ihren Job wichtig ist, betont auch Reinert. Bevor sie ihre Tätigkeit im Amt für Jugend und Soziales und der Fachstelle für Bürgerschaftliches Engagement antrat, arbeitete sie lange im Vorzimmer des Bürgermeisters und engagierte sich auch außerhalb der Arbeit für zahlreiche Projekte. „Ich kenne die Leute und die Leute kennen mich“, sagt sie. Mit Vereinen, Institutionen, Parteien – Reinert ist gut vernetzt.

Besonders der Austausch mit den Leuten sei für ihre Arbeit wichtig, erklärt sie. „Jeder hat schließlich andere Bedürfnisse.“ Um diese so gut wie möglich abzudecken, will man sich im Rathaus bald gemeinsam mit Menschen, die mit einer Behinderung leben, über mögliche Ansatzpunkte austauschen.

Weg frei für Senioren mit Rollator

Ein erstes Projekt wurde auf Vorschlag der neuen Inklusionsbeauftragten bereits umgesetzte: Im Zuge der Neueinteilung des Parkplatzes am E-Center wurde der Durchgangsweg zur Emil-Haag-Begegnungsstätte optimiert. Bislang war direkt vor dem Heckendurchlass ein Parkplatz eingezeichnet. Weil die parkenden Autos direkt vor dem Durchgang standen, konnte dieser kaum genutzt werden.

Durch die Neueinteilung des Parkplatzes wurde nun ein Weg mit farblich abgesetzten Steinen angelegt. Die Kennzeichnung mit Pollern soll künftig verhindern, dass Autos vor dem Durchgang parken. Auch ein vorhandener Absatz wurde durch die Neuverlegung der Pflastersteine in Form einer Rampe begradigt, sodass beispielsweise die Senioren mit ihren Rollatoren keinen Absatz mehr überqueren müssen. „Das ist jetzt durchaus entspannter“, sagt Isolde Reinert.

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In nächster Zeit sollen weitere Projekte folgen. Angedacht ist beispielsweise ein städtisches Förderprogramm für Einzelhändler und Gastronomen zur Beschaffung von Kofferrampen.

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