Eine-Welt-Laden in Leonberg Mehr Gerechtigkeit beginnt im Einkaufskorb

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Ohne den Beitrag vieler Ehrenamtlicher hätte der Eine-Welt-Laden nicht vier Jahrzehnte lang bestehen können. Foto: factum/Bach

Leonberg - „Wir stehen dafür, dass es gerechter in der Welt zugeht, dass viele Menschen in ihrer Heimat eine Perspektive haben und leisten damit einen wichtigen Beitrag gegen Fluchtursachen“, sagt Maria Zundel. Sie ist die Geschäftsführerin der gemeinnützigen Gesellschaft mit beschränkter Haftung, die am Marktplatz den Eine-Welt-Laden betreibt.

Pünktlich zur deutschlandweiten Aktionswoche „Fairer Handel schafft Perspektiven“ hat der Laden nun in neuem Kleid wieder geöffnet. Für rund 8000 Euro aus den Rücklagen, die der Laden selbst erwirtschaftet hat, wurden die Räumlichkeiten gründlich renoviert und heller gestaltet. „Von lokalen Handwerkern – das gehört nämlich auch zu einem fairen Wirken vor Ort “, ist die Geschäftsführerin überzeugt.

Getragen wird der Eine-Welt-Laden in Leonberg von dem Verein Ökumenische Aktionsgemeinschaft Dritte Welt, der 1978 gegründet wurde und der Gesellschafter des Ladens ist. Mit Mitgliedsbeiträgen und Spenden unterstützt er auch Projekte in Entwicklungsländern, die ihre Situation nicht durch Handel verbessern können.

Ein ökumenischer Verein ist der Träger

Ein Vorgängergeschäft war bis 2002 in der Zwerchstraße. „Damals wurden viele ähnliche Läden gegründet, aber nicht viele haben die 40 Jahre auch überstanden“, ist Maria Zundel stolz auf das Durchhaltevermögen des Vereins. Dem stehen der Vorsitzende Frieder Roschy und seine Stellvertreterin Ursel Schneider vor. Etwa 20 Frauen und zwei Männer sind ehrenamtlich für den Betrieb des Ladens zuständig.

Wofür steht der Eine-Welt-Laden? „Im Mittelpunkt stehen eine faire Lebensperspektive und bessere Lebensbedingungen für die Produzenten“, sagt Elisabeth Mohry aus dem Leitungsteam des Ladens.

Die hohen Qualitätsansprüche garantiert eine Handvoll auf den fairen Handel spezialisierte Großhändler. „Sie halten Kontakt zu den einzelnen Projekten, über die Produkte hergestellt werden, sie prüfen die Ware und sind auch als Berater tätig und sie setzen sich für den schonenden Umgang mit der Natur und den natürlichen Lebensgrundlagen ein“, sagt Mohry. Deshalb sei es auch wichtig, auf den Erzeugnissen, soweit es möglich ist, die Gesichter zu zeigen, die hinter den Produkten stehen, und deutlich zu machen, was damit unterstützt wird. „Durch die Kooperation mit uns können die Produzenten auch auf lange Sicht planen, denn zum fairen Umgang miteinander gehören auch stabile Handelsbeziehungen“, sagt Elisabeth Mohry.

Keine Konkurrenz zum Einzelhandel

Der Eine-Welt-Laden am Marktplatz macht einen jährlichen Umsatz zwischen 60 000 und 70 000 Euro. Ist er dann nicht eine Konkurrenz zum inhabergeführten Einzelhandel? „Unsere Produkte, ob Lebensmittel, Kunsthandwerk, Spielsachen, Papierwaren sind so speziell, dass sie anderswo nur wenig Raum finden würden“, ist Maria Zundel überzeugt.

Zudem lassen sich Läden dieser Größe, auch aus Gründen des fairen Umgangs miteinander, nur mit Ehrenamtlichen betreiben. „Wir können nicht jemanden für etwas bezahlen, was andere ehrenamtlich leisten“, erklärt die Geschäftsführerin.

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