Impfnachweis Ausgedruckter QR-Code ist entscheidend

Von Thomas K. Slotwinski
Der Leonberger Apotheker Mathis Scheltdorf mit einer Impf-Karte und dem ausgedruckten Impfnachweis mit QR-Code. Das Papier ist zur Vorlage ausschlaggebend. Foto: Simon Granville

Leonberg - Egal ob 2-G, 2-G-plus oder 3-G: Ein Blatt in DIN A4 öffnet den Weg in ein halbwegs normales Leben. Vorausgesetzt, auf dem Papier ist ein QR-Code, der dem Besitzer des Blattes die vollständige Impfung gegen das Coronavirus bestätigt. „Gemeinsam mit dem Personalausweis ist das ausgedruckte digitale Impf-Zertifikat völlig ausreichend“, sagt Mathis Scheltdorf. Der gelbe Impfpass dagegen reicht nicht.

Für den Chef der Central-Apotheke im Leo-Center und sein Team gehört das Thema Impfnachweise seit Juni zum Alltagsgeschäft. Wer geimpft ist, muss mit den entsprechenden Einträgen im gelben Impfpass zu einer Apotheke gehen. Dort erhält man einen ausgedruckten QR-Code als Vorlage zum Einscannen in das Smartphone. Als App empfiehlt Scheltdorf die CovPass-App: „Die ist am einfachsten zu handhaben.“

App nicht zwingend erforderlich

Doch ein Impfnachweis per App ist nicht zwingend erforderlich. „Der Ausdruck mit dem QR-Code ist als Nachweis bestens geeignet und gilt in der ganzen Europäischen Union“, sagt der Apotheker, der in Leonberg mit seinem Bruder mehrere Filialen betreibt. Dass längst nicht alle Geimpften über die technischen Voraussetzungen für eine digitale App verfügen, hat Mathis Scheltdorf in den vergangenen Monaten in seinen Geschäften beobachtet. „Es gibt sehr viele ältere Menschen, die körperlich zwar fit sind, aber schlicht kein Smartphone haben. Und die müssen sich ja auch ausweisen können.“

Nachweis per Scheckkarte

Neben dem Ausdruck gibt es noch eine weitere Möglichkeit des Impfnachweises: In den Apotheken kann man für 9,50 Euro einen Impfnachweis in Form einer Scheckkarte erwerben. „Die ist handlich“, sagt der Apotheker. „Aber sie ist keine Pflicht, sondern lediglich ein unverbindliches Zusatzangebot, das nicht von einer amtlichen Stelle, sondern aus der Privatwirtschaft kommt.“

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Die Nachfrage nach digitalen Impfnachweisen ist zuletzt spürbar gestiegen. „Der Druck hat sich in den vergangenen Wochen deutlich verstärkt“, berichtet Mathis Scheltdorf. „Als die Impfungen im Juni angelaufen sind, war die Nachweisnotwendigkeit noch nicht so ausgeprägt.“ Vor allem Menschen, die ins Ausland reisen wollten, benötigten damals eine offizielle Impfbestätigung. Das habe sich durch die härteren Auflagen zwischenzeitlich verändert. „Nun gehen auch die Menschen, die sich im Frühsommer haben impfen lassen, zu uns und möchten den digitalen Nachweis.“

Mehr Impfungen in der alten Post

Dazu kommen natürlich noch die aktuell geimpften Kunden. „Dass in der alten Post jetzt wieder verstärkt geimpft wird, merken wir natürlich auch“, sagt Mathis Scheltdorf. Der normale Geschäftsbetrieb werde dadurch aber nicht beeinträchtigt: „Die technische Umwandlung funktioniert ratzfatz. Deshalb kommt es letztlich auch zu keinen nennenswerten Wartezeiten.“

Gelber Ausweis weiter wichtig

Der klassische Impfpass, so sagt der Apotheker, sei weiterhin ein wichtiges Dokument, zumal ja dort auch andere Impfungen festgehalten sind. Der digitale Nachweis, also der Zettel mit dem scannbaren QR-Code oder das digitale Impfzertifikat in der App, ist jedoch laut der aktualisierten Coronaverordnung des Landes nun nötig.

Die bestätigt Florian Mader vom Sozialministerium. Für den Zugang zu 2-G- oder 2-G-Plus-Veranstaltungen sei jetzt ein Zertifikat mit QR-Code nötig. Wer bisher den gelben Impfpass nutzt, könne sich bis zum 1. Dezember in Apotheken kostenlos einen QR-Code ausstellen lassen. Mit der neuen Regel sollen Fälschungen erschwert werden.

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