Impfgipfel in Böblingen Hausärzte im Kreis können nach Ostern impfen

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Die Hausärzte steigen nun ins Impfgeschehen ein Foto: dpa/Felix Kästle

Kreis Böblingen - Die Zahl der Impfungen soll nach Ostern mithilfe der niedergelassenen Ärzte steigen. In einem ersten Schritt erhalten rund 150 Praxen im Kreis Böblingen jeweils 18 Dosen für die Zeit bis zum 9. April.

Damit wolle man vor allem auch den pflegebedürftigen Impflingen entgegenkommen, die nicht leicht zum Kreisimpfzentrum in Sindelfingen kommen könnten, teilt das Landratsamt mit. Die Behörde hat sich mit Vertretern der Kreisärzteschaften, Apotheken und Kommunen zu dem Thema jetzt auf einem Impfgipfel abgestimmt und sieht sich mit ihnen im Schulterschluss.

Menge an Impfstoff soll ansteigen

Seitens der Ärzteschaft warten wir schon seit geraumer Zeit darauf, in das Impfgeschehen einbezogen zu werden und sind hoch motiviert“, sagt Annette Theewen, die Pandemiebeauftragte der Kassenärztlichen Vereinigung im Kreis. Einziger Wermutstropfen sei aber die geringe Menge an Impfstoff, die zur Verfügung stehe. Die Hausärzte könnten viel mehr verimpfen, nur leider fehle es an Vakzin. Perspektivisch soll die Menge an Impfstoff „bis maximal 50 Dosen“ ansteigen.

Als Vertreter der Kommunen sagte der Bondorfer Bürgermeister Bernd Dürr: „Die Städte und Gemeinden sind hierbei gerne bereit, geeignete Räume zur Verfügung zu stellen, wenn dies die Durchimpfung durch die Hausärzte schneller voranbringt.“ In Leonberg etwa hat die Stadt ein Impfzentrum in der alten Frachtpost eingerichtet, das Oberbürgermeister Martin Cohn Ärzten zur Verfügung stellen will.

Auch das Rote Kreuz bot erneut seine Hilfe an, obschon mit hunderten Helfern in den Testzentren im Einsatz.

Landrat fordert gerechtere Verteilung

Landrat Roland Bernhard forderte erneut mehr Transparenz bei den Impfstofflieferungen vom Land an die Kreise. Er sieht den Kreis Böblingen im Nachteil, da er unter 500 000 Einwohnern liegt und daher nur ein Kreisimpfzentrum betreiben dürfe, was weniger Impfstoff für die Bevölkerung bedeutet: „Nur wenn wir eine Transparenz bei der Impfquote haben, kann auch eine Nachsteuerung über die Zentralen Impfzentren erfolgen.“

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