Imax-Kino in Leonberg Ganz großes Kino

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Oberbürgermeister Martin Georg Cohn überreicht dem Traumpalastchef Marius ­Lochmann die Baugenehmigung. Foto: factum

Leonberg - Steht es, ist der Eintrag in das Guinnessbuch der Rekorde sicher. Im Leonberger Gewerbegebiet Riedwiesen wird ein Imax-Kino gebaut mit einer Leinwand, die alle Rekorde bricht: Mit 40 Metern ist sie so breit, wie ein Handballfeld lang, und bei ihrer Höhe von 26 Metern kann sie mit einem acht­geschossigen Wohnhaus mithalten. Wenn alles nach Plan verläuft, dann ist im ­November 2020 Eröffnung.

Eine wichtige Hürde ist jetzt genommen. Der OB Martin Georg Cohn hat am Dienstagnachmittag die Baugenehmigung an Marius Lochmann, dem Geschäfts­führer des Leonberger Traumpalastes, übergeben. Bei dem für dieses Vorhaben notwendigen Bebauungsplan hat die Verwaltung richtig Gas gegeben. Vor einem Jahr wurde das Planverfahren eingeleitet, nun liegt die Genehmigung vor.

Cohn: „Ein weiterer Meilenstein in Leonberg“

„Jetzt kann es ­losgehen. Heinz und Marius Lochmann können einen weiteren Meilenstein in Leonberg setzen“, sagt Cohn, der die Akteure der Lochmann Filmtheater­betriebe noch aus seiner Zeit in Rudersberg kennt, wo die Firma ihren Sitz hat. Er freue sich sehr, dass die Familie erfolgreich am Standort Leonberg ist, und da sei der logische Schritt hier das neue Imax-Kino zu errichten, sagt der Leonberger Rathauschef.

Auf dem Gelände des jetzigen geschotterten Parkplatzes wird das Gebäude für das Imax-Kino hochgezogen. „Je nach Aus­stattung wird das eine Investition ­zwischen sechs und acht Millionen Euro sein“, sagt Marius Lochmann. Bevor es mit der Arbeit an dem Anbau los­gehen kann, muss zunächst auf der Parkfläche hinter dem bestehenden Traumpalast ein Parkhaus errichtet werden, damit das ­Kino die nötige Zahl an Stellplätzen behält. „Wir sind im Gespräch mit den benachbarten Firmen, damit es während der Baustelle nicht zum Parkchaos kommt“, sagt der Traumpalast-Geschäftsführer.

Der Anbau wird 26 Meter hoch und ­beherbergt das Imax-Kino mit rund 550 Sitzplätzen, außerdem eine Bowlingbahn mit etwa 18 Bahnen, acht Billardtische, ein italienisches Restaurant, Kasse und Snack-Theke. Außerdem ist ein weiterer kleiner Kinosaal vorgesehen. Über eine gemeinsame Fassade wird das Imax-Kino mit dem Traumpalast verbunden.

Acht Imax-Leinwände deutschlandweit

Die in Kanada entwickelte Imax-Technologie nimmt die Kinobesucher mit an die Grenzen der Realität, denn vom Film über die Technologie und dem Kinosaaldesign ist alles so gestaltet, um beim Publikum den Eindruck zu erwecken, mitten im Filmgeschehen zu sein. Auf die riesigen Panorama-Leinwände, die das ge­samte menschliche Sichtfeld ausfüllen, werden Bilder von höchster Brillanz pro­jiziert. Und das alles wird von einem ­realistischen Sound begleitet, der sogar körperlich spürbar ist.

In Deutschland gibt es aktuell acht Imax-Leinwände. Die am nächsten gelegenen sind in Karlsruhe im Filmpalast beim ZKM (Zentrum für Kunst und Medien) und in den Technikmuseen Speyer und Sinsheim (keine Kinos).

„Bei der Ausstattung wird auch hier unser Wohlfühl-Konzept zum Tragen kommen“, sagt Marius Lochmann. „Zwischen den Sitzreihen sind große Abstände vorgesehen, Die Sessel bekommen elek­trische Fußlehnen und Fußhocker, denn wir legen großen Wert darauf, dass alles ­bequem ist und die Besucher sich wohlfühlen.“ Bewirtung im Saal? „Das wird einer unserer nächsten Schritte sein, aber dann wollen wir das im gesamten Traumpalast etablieren“, blickt der Geschäftsführer in die Zukunft.

„Immer am Puls der Zeit“

„Die Lochmann Filmtheaterbetriebe waren schon immer am Puls der Zeit“, ist Oberbürgermeister Cohn voll des Lobes. Ihn freue es, dass die Entscheidung für den Standort Leonberg gefallen ist. Der Traumpalast hier war schon 2016, als er eröffnet wurde, das modernste Lichtspielhaus Deutschland mit 3D-Technologie und dem neuesten Klang-System Dolby Atmos in allen zehn Sälen. Mit dem Imax-Anbau komme ein weiterer Baustein dazu. „Wenn der Kinobesuch durch eine besondere Atmosphäre zum Erfolg wird, muss das Herz der Betreiber mitspielen, dann geht das Konzept auf“, ist der Leonberger Rathauschef überzeugt. Dass gutes Kino für die Lochmanns eine Herzensangelegenheit ist, davon sei er überzeugt, so Cohn. Zudem zeichne die Familie ein ­hohes soziales Engagement aus.

„Damit ein solcher Schritt wie das Imax-Kino zur Erfolgsgeschichte wird, muss es auch besucht werden“, meint Cohn. Da ist Marius Lochmann guter Dinge, denn laut seiner Aussage ist Leonberg nicht nur der beste unter den neun ­Standorten der Firma. „2019 wird unser stärkstes Jahr seit der Eröffnung sein, nachdem 2018 die gesamte Kinobranche ein ­20-prozentiges Minus hingelegt hat und wir zum Glück mit zwei Prozent weniger Zuschauer davongekommen sind.“

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