Im Mai 2020 ist die Neueröffnung Ums Sprungbecken wurde am meisten gerungen

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Am Sprungbecken haben sich die Ausschussmitglieder am stärksten gerieben. Gitte Hutter (Linke) will es zuschütten. Aus Gründen der Statik sei das nicht so einfach, erläuterten die Fachingenieure, sondern nur über eine aufwendige Konstruktion möglich. Wolfgang Röckle (CDU) gab zu bedenken, dass das Sprungbecken eine beliebte Attraktion für Jugendliche sei. Zudem werde es im Schulsport benötigt, von der DLRG genutzt und für den Tauchsport. Der SPD-Fraktionschef Ottmar Pfitzenmaier argumentierte, dass schon das alte Eltinger Freibad einen Sprungturm hatte. Doch gerade der ist der Kostentreiber, weil er die aktuellen Normen nicht mehr erfüllt. Daher sind neue Sicherheitsabstände und Absturzhöhen notwendig.

Wegen geänderter Höhenverhältnisse und der erforderlichen neuen Rohre für das Becken kommt auch hier nur eine Edelstahlauskleidung in Frage. Für die neue Sprunganlage ist eine Plattform in fünf und drei Metern Höhe und ein Ein-Meter-Sprungbrett vorgesehen. Die Sanierungskosten liegen bei 618 000 Euro.

Eine neue Rutsche soll her

Richtig Mut bewiesen hat der Ausschuss beim Thema Rutsche. Diese wurde in den vergangenen Jahren in vier Abschnitten erneuert und ist für das Leobad ein unverzichtbarer Spaßfaktor. Allerdings sind an der bestehenden Anlage, insbesondere an den Fugenübergängen oft Nachbesserungsarbeiten notwendig. Um das Bad attraktiver zu machen, wurde daher bei führenden Anbietern ein Preisangebot für eine neue Rutsche eingeholt.

Von der Sanierung des jetzigen Landebeckens raten die Fachleute ab, weil es nicht mehr den heutigen Sicherheitsanforderungen entspricht. Das Becken muss deshalb durch zwei neue Sicherheitslandebereiche ersetzt werden, und so wird das Becken zugeschüttet. Unter dem Stichwort „Mehr Attraktivität für das Leobad“ hat sich der Ausschuss mit knapper Mehrheit für eine neue Rutsche ausgesprochen. Alles in allem wird das 820 000 Euro kosten.

Das auf 32 Grad Celsius beheizte Kinderbecken bleibt als gekacheltes Becken erhalten. Das Babybecken wird zu- gunsten eines Wasserspielplatzes für Kinder und Jugendliche aufgegeben. Der Wasserspielplatz mit unterschiedlichen Wasserdüsen und Sprühaktionen soll die Attraktion steigern. Die Kosten werden auf insgesamt 760 000 Euro geschätzt.

Das P ilz- und Kneippbecken sowie die „Personenwaschanlage“ werden aufgegeben.

Das Schwimmbadgebäude mit dem unterkellerten Technikbereich muss saniert und auf den neuesten Stand des Brandschutzes gebracht werden. Wegen des Rückbaus des inneren Warmbeckens ist eine beheizte Liegefläche (ein sogenannter „Heißer Stein“) geplant, damit die Badegäste bei kühler Witterung dort verweilen können. Für das Dampfbad (20 000 Euro) wird mit der Unterstützung des Fördervereins gerechnet. Die sonstigen Kosten liegen bei 620 000 Euro. Geschlossen hat sich der Ausschuss gegen eine zusätzliche Außengastronomie für rund 320 000 Euro ausgesprochen.

Auch die Technik muss erneuert werden

Die Sanierung der technischen Anlagen des Freibades wird mit rund 1,9 Millionen Euro zu Buche schlagen. Vorerst wurde auf den Einbau eines neuen Blockheizkraftwerkes auf Anraten des Ersten Bürgermeistes Ulrich Vonderheid als Chef der Stadtwerke verzichtet, denn an dieses könnte gut das neue Sportzentrum des fusionierten SV Leonberg/Eltingen angeschlossen werden. Die Sanierung der Außenanlagen, also der Badeplatte, kostet weitere 900 000 Euro. Die Baunebenkosten liegen bei 2,9 Millionen Euro.

„Und wie sieht es mit einem Puffer aus“, fragte SPD-Sprecher Ottmar Pfitzenmaier. Bis zu zehn Prozent der Kosten sei die Regel, meinten die Fachingenieure. Und so sind bei der Addition des Ersten Bürgermeisters und der Fachfrau vom Gebäudemanagement die 15 Millionen Euro zustande gekommen. Nun hat der Gemeinderat am Dienstag, 27. Februar, das letzte Wort. Denn die Zeit drängt, wenn der Termin der Neueröffnung eingehalten werden soll.

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