Hort-Neubau in Rutesheim Selbst zu planen ist günstiger

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Für die Betreuung der Jüngsten im Schulzentrum baut die Stadt einen Hort in der Nachbarschaft der Realschule. Foto: factum/Simon Granville

Rutesheim - Der an der Realschule angebaute Hort ist die größte Investition, die die Stadt Rutesheim gegenwärtig am Laufen hat. Für rund 3,8 Millionen Euro soll hier im Schulzentrum eine weitere Betreuungsmöglichkeit für die Grundschüler geschaffen werden. Ob der Bau im Zeit- und im Finanzrahmen liegt, wollten die Gemeinderäte jetzt vor Ort sehen und trafen sich mit der Verwaltungsspitze auf der Baustelle. Eingeladen war auch das Team der Betreuerinnen, das später hier aktiv sein wird.

Mehr als 50 Prozent der Gewerke für den Anbau sind bereits vergeben und bis jetzt zeichne sich ab, dass die geplanten Kosten nicht überschritten werden. „Das Interesse der Handwerker aus dem Umland, hier einen Auftrag zu bekommen, ist groß“, sagt Martin Killinger, der Erste Beigeordnete der Stadt.

Die Bürgermeisterin ist voll des Lobes

„Vor diesem Hintergrund gehen wir fest davon aus, dass mit Beginn des Schuljahres 2021/2022 der neue Hort bezogen werden kann“, sagt auch die Rutesheimer Bürgermeisterin Susanne Dornes ganz zuversichtlich. Zufrieden ist man bei der Stadtverwaltung auch darüber, dass 588 000 Euro Fördergelder fließen werden. Diese stammen aus dem Landestopf für den Ausbau der Ganztagsbetreuung an den Grundschulen. Die Stadträte stimmten Killinger zu, dass der Standort des Hortes ideal sei, weil er viel Platz für Bewegung biete. Und um das wohl zu unterstreichen, flitzen einige der Jungs, die an dem Nachmittag den Hort besuchen, auf ihren Kettcars mit einem Affenzahn vorbei. Der gegenwärtige Hort ist nämlich in einem mit vier Klassenräumen viel zu klein gewordenen Pavillon auf dem Schulgelände untergebracht.

Mit dem Anbau an das Gebäude der Realschule gelingt es, mehrere Fliegen mit einer Klappe zu schlagen. Weil ein Fahrstuhl in den Hort eingebaut wird, um ihn barrierefrei zu gestalten, bekommt so auch die Schule einen barrierefreien Zugang. Die Flure der benachbarten Schule wiederum können als zweiter Fluchtweg für den Hort genutzt werden. Geplant hat das dreigeschossige Gebäude das Team des städtischen Bauamtes unter der Leitung des Stadtbaumeisters Bernhard Dieterle-Bard. Projekt- und Bauleiter ist Andreas Hofmann aus dem gleichen Amt. „Es ist sehr interessant, dass es immer, wenn Bauamt etwas plant, günstiger wird“, zollte Dornes dem Team Lob und Anerkennung.

Das „Rutesheimer Modell“

Wieso braucht es hier einen weiteren Hort? Das liegt daran, dass Rutesheim sowohl in der Außenstelle der Grundschule in der Hindenburgstraße mit einem eigenen 2017 gebauten Hort, als auch im Schulzentrum jeweils drei Parallelklassen für jeden der vier Jahrgänge hat. Also werden an beiden Standorten jeweils zwölf Klassen unterrichtet. Dieses „Rutesheimer Modell“ kommt den Schülern und der Lehrerschaft zugute. Denn ab dem 57. an einem Standort eingeschriebenen Kind kann somit eine dritte Klasse gebildet werden.

Der Hort wird auf drei Geschossen 900 Quadratmeter Nutzfläche haben. Die Räume für Werken, Spielen, Hausaufgabenbetreuung, Lesen und Arbeiten am PC orientieren sich in der Größe an den Klassenzimmern der Realschule. Zudem bekommt der Hort einen Speiseraum für 100 Personen mit Spülküche. Wie bisher werden im Hort die Kinder zwischen 6.30 und 17.30 Uhr an fünf Tagen die Woche betreut. Hier gelten nur sechs Wochen Ferien, nicht wie an den Schulen zwölf Wochen. Zudem wird das Hort-Programm auch auf die örtliche Standranderholung abgestimmt.

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