Hochwasser im Ahrtal Rotary Club spendet für Flutopfer

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Die Aufräumarbeiten nach dem Hochwasser in der Region Bad Neuenahr-Ahrweiler im Juli laufen nach wie vor auf Hochtouren. Foto: Rotary Club

Leonberg - Wenn die Not groß ist, hilft Rotary. Das gilt auch für den Club in Leonberg, der 40 000 Euro Spenden für Fluthilfe-Aktionen der Region Bad Neuenahr-Ahrweiler zur Verfügung gestellt hat. „Ich freue mich und bin auch ein wenig stolz, dass wir diese Summe gestemmt haben“, sagt der Präsident Frank Dahl.

Das Geld geht an die örtlichen Rotary Clubs Bad Neuenahr-Ahrweiler und Remagen-Sinzig, die nach der Flut eine Hilfsaktion gestartet haben. Achim Fischer vom Rotary Club Neuenwahr-Ahrweiler berichtet: „Eine Fahrt durch einen zerstörten Landstrich an der Ahr offenbart Verhältnisse wie in Kriegsgebieten. Von Bad Neuenahr über Ahrweiler, von Dernau bis nach Altenahr und weiter nach Schuld zieht sich auf mehr als 40 Kilometer eine Schneise der Zerstörung.“

Viele Rotarier persönlich betroffen

In Bad Neuenahr waren die Innenstadt, die Fußgängerzone mit ihren Geschäften, alle Parks, Promenaden und viele alte Bauten im Kurviertel und nicht zuletzt alle Brücken zerstört. In Ahrweiler stießen die Helfer auf so viele Trümmer und Verwüstungen, dass sie selbst bei guter Ortskenntnis Schwierigkeiten hatte, sich zu orientieren.

In einem Kraftakt hatten die Helfer vier Wochen nach der Katastrophennacht bereits viele Tausend Kubikmeter Schrott und Sperrmüll von den Straßen geholt und abtransportiert. „Die Schäden sind immens“, berichtet Achim Fischer, „der Bürgermeister von Bad Neuenahr-Ahrweiler beziffert allein den wirtschaftlichen Schaden im Stadtgebiet auf sieben Milliarden für die kommunale Infrastruktur, private Schäden und die Betriebe.“ Viele Rotarier seien auch persönlich betroffen gewesen. „Schreckliche Wochen liegen hinter uns und viele fordernde Wochen und Monate vor uns“, sagt Achim Fischer nach der Flut. Ziel der Spendenaktivitäten sei es, den Betroffenen die schwierigen Zeiten zumindest ein wenig zu erleichtern.

Soforthilfe hilft auch Kinder- und Schulprojekten

So wurden mit der Soforthilfe von Rotary Organisationen unterstützt, die bei Versorgungsnotlagen helfen und Kinder-, Jugend- und Schulprojekte fördern. Gespendet wurde auch in den Sozialfonds der Stadt, mit dem Bürger eine Sofortleistung von 5000 Euro erhielten. Die beiden Clubs haben eine Summe von 560 000 Euro gebilligt.

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Zudem wurde zum Beispiel ein Trinkwasserprojekt für die Orte Marienthal, Dernau und Rech unterstützt, die für mehrere Monate nicht an die Trinkwasserversorgung angeschlossen werden konnten. Mehrere Rotary Clubs fördern Projekte zum Aufbau, zur Wiederherstellung von Infrastruktur, zur Unterstützung von Ausstattungsmitteln und sozialen Maßnahmen. Fast alle Kindergärten im Katastrophengebiet sind zerstört oder haben schwere Schäden erlitten. „Hier sind in den nächsten Monaten und Jahren große Anstrengungen notwendig“, so Achim Fischer, „um diese schreckliche Situation einigermaßen in den Griff zu bekommen.“

Kindergärten und Spielplätze repariert

Das Ziel, für die Familien wieder ein verlässliches Kita-Angebot sicherstellen zu können, war für die Träger ohne zusätzliche Hilfe kaum erreichbar. So wurde etwa die Renovierung von Räumen im Kloster Calvarienberg in Ahrweiler unterstützt, damit der Kindergarten St. Laurentius ab Mitte September die Betreuung von 85 Kindern wieder gewährleisten konnte. Die Clubs haben auch geholfen, Spielplätze wiederherzustellen.

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Im August sind Jugendliche zur Entlastung nach der Katastrophe aus dem Ahrtal mit Kleinbussen zu einer kostenlosen Jugendfreizeit in Richtung Nordsee gestartet. Die norddeutschen Rotary Clubs Husum und Heide haben dort ein attraktives Programm zusammengestellt, inklusive Fahrten nach Amrum und Helgoland.

Zusammen mit den Rotary Clubs Wesseling und Köln-Rodenkirchen Riviera sowie dem Winzer und Rotary-Mitglied Alexander Stodden wurde eine Verkaufsaktion für Flutwein vorbereitet – Rotary Clubs in Deutschland werden gebeten, Referenten als Dank für ihren Vortrag ein Präsent Flutwein aus Haus Stodden zu überreichen. Dazu kommen Benefizkonzerte.

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