Hermann-Hesse-Bahn Eilantrag zur Hermann-Hesse-Bahn

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Wenn es um ein Konzept für eine mögliche S-Bahn-Verlängerung bis Calw geht, wollen viele Politiker der Regionalversammlung keine Zeit verlieren. Foto: Pixabay

Weil der Stadt - Nachdem nun selbst der Verkehrsminister offiziell mitgeteilt hat, dass das Land „eine Führung der Hesse-Bahn in der ersten Stufe nur bis Weil der Stadt“ unter gewissen Voraus­setzungen akzeptieren könne, wollen die Fraktionen der Regionalversammlung Stuttgart keine Zeit mehr verlieren. Die CDU, die SPD, die FDP, die Freien Wähler und selbst die Grünen haben einen gemeinsamen Eilantrag eingereicht, über den gleich im nächsten Verkehrsausschuss am 2. Oktober entschieden werden soll. Unter anderem fordern sie, dass ein erstes Konzept für eine Verlängerung der S 6 bis Calw rasch auf den Weg gebracht wird.

Eigentlich hatte die Hermann-Hesse-Bahn mit Endhaltepunkt in Renningen bereits grünes Licht bekommen. Das Regierungspräsidium Stuttgart hatte die Pläne des Landkreises Calw unter anderem über den Umbau des Renninger Bahnhofs genehmigt. Dagegen hat die Stadt Renningen jedoch geklagt, wodurch das Projekt erneut stagniert. Sowohl Weil der Stadt als auch Renningen möchten, dass die Bahn in Weil der Stadt endet, um den Takt der S-Bahn, die ebenfalls zwischen Weil der Stadt und Renningen fährt, nicht zu ­gefährden. Mittlerweile hat die Landtagsabgeordnete Sabine Kurtz (CDU) eine Anfrage beim Verkehrsminister zum Stand der Dinge eingereicht. Die Antwort: Von der bisherigen Voraussetzung für eine Förderung der Hesse-Bahn, nämlich dass sie bis Renningen fährt, kann abgesehen werden, „wenn die S-Bahn-Verlängerung in der zweiten Stufe konkret verfolgt“ wird. Eben das, also ein baldiges Konzept zur verlängerten S-Bahn, möchten die Fraktionen mit ihrem Antrag erreichen.

„Wir wollen Druck und Dampf machen“

„Ich bin froh, dass alle dabei mit­gemacht haben“, sagt Helmut Noë, CDU-Mitglied der Regionalversammlung. Er hat den Antrag gemeinsam mit Bernhard Maier (Freie Wähler) auf den Weg gebracht. „Damit wollen wir nun Druck und Dampf machen, dass wir das möglichst schnell auf den Weg bringen.“ Man wolle keine Zeit verlieren.

Konkret wollen die Fraktionen die ­Verbandsverwaltung damit beauftragen, einen ersten Vorschlag für ein Eckpunktepapier zu erarbeiten, das als Grundlage für eine Kooperation „mit dem Landkreis Calw und dem Land zur Verlängerung der S-Bahn bis Calw als durchgehende Linie“ dienen soll. Auch grundsätzliche Fragen zur Finanzierung sollen geklärt werden. Unabhängig davon drängen die Fraktionen darauf, dass die beschlossene Takt­verdichtung der S 6 bis Weil der Stadt realisiert wird.

Die angestrebte Lösung der Fraktionen – in der ersten Projektstufe eine Hesse-Bahn von Calw bis Weil der Stadt und eine Sprinter-S-Bahn auf der Linie der S 6 – brächte „auch dem Landkreis Calw große Vorteile im Hinblick auf eingesparte Kosten für Betrieb und Infrastruktur“, sind die Fraktionen überzeugt. „Auch ließe sich damit für den Landkreis Calw ein beachtlicher Zeitgewinn zum Erreichen der Arbeitsplätze im Regionskern realisieren.“

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