Hochwasser-Helfer aus Leonberg berichten Das Leid ist unvorstellbar

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Die Leonberger Helfer räumen eine Straße in der Ortschaft Kordel im Landkreis Trier-Saarburg in Rheinland-Pfalz. Foto: cf/THW Leonberg

Leonberg -

Weiterhin im Katastropheneinsatz sind sowohl Kräfte des DRK-Kreisverbandes Böblingen und des THW-Ortsverbandes Leonberg in den von einer schweren Hochwasserkatastrophe betroffenen Bundesländern Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen. „Wir werden weiterhin gebraucht“, sagt Guido Wenzel, der amtierende Krisenmanager des DRK-Kreisverbandes. „Wir haben unserer Kräfte sogar noch aufgestockt“, berichtet der Leonberger THW-Ortsbeauftragte Matthias Schultheiß.

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Die beiden am Donnerstag in Marsch gesetzten DRK-Katastrophenschutz-Einsatzfahrzeuge aus Leonberg und Sindelfingen sind inzwischen wieder zurück gekehrt. „Die Helfer sind erschüttert und berichten von unvorstellbarem menschlichen Leid und nie gesehenen Zerstörungen“, berichtet der DRK-Sprecher Wolfgang Heubach.

Seelischer Beistand

Als Ablösung hat sich nun eine neue Besatzung aus Leonberg und Rutesheim auf den Weg gemacht, die zunächst den zentralen Bereitstellungsraum am Nürburgring angesteuert hat, um dort auf weitere Anweisungen zu warten. Und die ließen nicht lange auf sich warten, den Montagmorgen waren die Helfer bereits im Einsatz.

In den Katastrophengebieten geht es nicht nur um materielle Schäden, sondern auch um sehr viel seelisches Leid bei den Betroffenen und für die Helferinnen und Helfer um verstörende Erlebnisse und Erfahrungen. Also braucht es auch seelischen Beistand für viele. Deshalb befinden sich zudem zahlreiche Ehrenamtliche des Notfall-Nachsorge-Dienstes des DRK-Kreisverbandes in Wartestellung. „Sie sind auf Anforderung sofort bereit, in die betroffenen Gebiete zu fahren, um dort psychosoziale Betreuungsaufgaben zu übernehmen,“ erklärt Guido Wenzel. In der Notfall-Nachsorge habe der Kreisverband langjährige Erfahrungen sowie hoch qualifizierte und bewährte ehrenamtliche Helfer. Den Transport ins Krisengebiet übernimmt der DRK-Ortsverein Magstadt, der hierfür zwei Helfer zur Verfügung stellt.

Spenden für die Opfer

Für die Opfer der Hochwasserkatastrophe hat der DRK-Kreisverband Böblingen ein Spendenkonto eröffnet. „Das Beste ist eine Geldspende, mit dem das Rote Kreuz direkt, schnell und unkompliziert vor Ort helfen kann“, erläutert Guido Wenzel. „Es ist überwältigend, wie hoch die Spendenbereitschaft der Bevölkerung ist“, sagt der Krisenmanager des DRK-Kreisverbandes.

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Wenzel rät jedoch dringend davon ab, sich auf den Weg zu machen, um von außerhalb als Spontanhelfer oder mit Sachspenden in die Katastrophengebiete zu reisen. Das würde vor Ort die koordinierten Hilfsmaßnahmen gefährden. Die vielen bereits abgegebenen Sachspenden können momentan weder sortiert und oft auch nicht mehr gelagert werden. „Die zerstörte Infrastruktur im Katastrophengebiet ist völlig überlastet und kann zudem für Uneingeweihte gefährlich werden“, lautet die Warnung.

THW tauscht Einsatztruppe aus

Das THW tauscht am Dienstag die Einsatzgruppe aus. Nach dem Räumeinsatz in Kordel im Landkreis Trier-Saarburg in Rheinland-Pfalz wurde die Mannschaft zum Bereitstellungsraum am Nürburgring beordert. Hier helfen sie nun in der Logistik aus und der Teleskop-Radlader und der Gabelstapler unterstützen beim Be- und Entladen von Fahrzeugen. Am Samstagabend sind zwei weitere Helfer aus Leonberg als Feldköche am Nürburgring angekommen. Sie werden bei der Verpflegung der vielen Tausend Helfer – allein vom THW sind mehr als 3000 vor Ort – mithelfen. Ein weiterer THWler aus Leonberg, der hier als Zugführer tätig ist, wurde in die Führung des Bereitstellungsraumes geordert, wo eine riesige Logistik organisiert werden muss.

Manche helfen auch im Urlaub

„Auch unser Helfer, der sich im Einsatznachsorgeteam engagiert, ist nach wie vor im Einsatz um die Einsatzkräfte zu betreuen“, schildert Schultheiß. „Wir habe in unserer Region Vollbeschäftigung und die Helfer werden auch von ihren Arbeitgebern benötigt, also müssen die Einsätze gut koordiniert werden.“ Am Montag machen sich sieben Helfer auf den Weg. Nicht acht, wie die erste Truppe? „Doch“, sagt der THW-Ortsbeauftragte stolz. „Einer unserer Helfer im Einsatz hängt einige Urlaubstage an, um den Menschen in den Katastrophengebieten beistehen zu können.“

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Eine spontane Hilfsaktion haben auch der Leonberger Oberbürgermeister Martin Georg Cohn und der städtische Veranstaltungsmanager Nils Straßburg gestartet. Beim Einlass zu den Kulturveranstaltungen von Leonpalooza wird zu Spenden aufgerufen. Mit dem Geld soll dann über eine noch festzulegende Hilfsorganisation den Hochwasseropfern beigestanden werden.

Inzwischen wurde auch Unterstützung aus dem Enzkreis für Rheinland-Pfalz angefragt, wie der Kreisbrandmeister Carsten Sorg mitgeteilt. 23 Feuerwehrkräfte mit sieben Fahrzeugen sind bereits vor Ort. Gleiches gilt für die Einsatzkräfte aus der Stadt Pforzheim. Die  18 Einsatzkräfte des Hochwasser-Einsatzzuges des Landratsamtes Böblingen sind am Sonntag von ihrem viertägigen Einsatz in Rheinland-Pfalz zurückgekommen. Am Donnerstag vergangene Woche war kurzfristig ein Einsatzzug, bestehend aus Personal und Fahrzeugen der Feuerwehren Böblingen, Herrenberg und Holzgerlingen, in das Krisengebiet entsendet worden

Helfen Sie mit einer Spende

Für die Opfer der Hochwasserkatastrophe hat der DRK-Kreisverband Böblingen das folgende Spendenkonto eröffnet:

Konto 22 66

bei der Kreissparkasse Böblingen

BLZ 603 501 30

DE71 6035 0130 0000 0022 66

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