Heimsheimer kämpfen gegen Windkraft Windkraft ist Ländersache

Von Annegret Morof und Oliver Haug
Windrad auf dem Grünen Heiner bei Stuttgart-Weilimdorf. Foto: Oliver Haug

Dass überhaupt Standorte in der dicht besiedelten Region gefunden werden, verdankt der Verband hauptsächlich der Tatsache, dass die Abstandsregelung Ländersache ist. So setzt Bayern die zehnfache Höhe des Windrades als Distanz zur Siedlung voraus, in Baden-Württemberg gelten lediglich 700 Meter – unabhängig von der Höhe des Windrades. Die BI ProHeimsheim bemängelt hierbei, dass die 700-Meter-Regelung in einer Zeit festgelegt wurde, in der hauptsächlich kleinere Windräder, wie der Grüne Heiner bei Weilimdorf mit rund 66 Metern, gebaut wurden.

Hoffnung auf Artenschutzgutachten

Dass diese Abstandsregelung in absehbarer Zeit angepasst wird, wagt die BI nicht zu hoffen. Mehr Erfolg verspricht sie sich von einem geplanten Artenschutzgutachten, das die Gemeinden Weil der Stadt und Heimsheim nun gemeinsam beauftragen. Vom Frühjahr 2018 an soll demnach untersucht werden, ob der Wald geschützte Arten wie den Rotmilan beherbergt.

Das „aus dem Hut Zaubern“ geschützter Arten zur Verhinderung von Großbauprojekten hat spätestens seit dem durch Stuttgart 21 bekannt gewordenen Juchtenkäfer einen fahlen Beigeschmack.

Schnelles Aus?

Carsten Barnowski nimmt diesen Vorwurf gelassen hin: „Neben der geltenden Abstandsregelung von 700 Metern zu Wohngebieten gibt es auch noch naturschutzrechtliche Bestimmungen, die berücksichtigt werden müssen. Wird eine bedrohte Tierart in einem Windvorranggebiet nachgewiesen, so kann das dazu führen, dass in diesem Gebiet keine Windräder gebaut werden können.“

Ob es den Bürgern nun um das Wohl des Rotmilans geht oder nicht – ein entsprechendes Ergebnis des Artenschutzgutachtens würde ein schnelles Aus für das Bauvorhaben bedeuten und somit auch für das Vorranggebiet in der Heimsheimer Nachbarschaft.

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