Heimsheimer kämpfen gegen Windkraft Der Kampf einer Bürgerinitiative

Von Annegret Morof und Oliver Haug
Vier der neun Mitglieder der BI ProHeimsheim (von links): Carsten Barnowski, Sabine Kiedaisch, Dennis Waldherr und Christa Pfisterer. Foto: Annegret Morof

Der Aufruhr um die Windräder in Heimsheim ist ein Bilderbuch-Beispiel für den innerökologischen Konflikt, den die Energiewende mit sich bringt: Der Wunsch nach erneuerbaren Energien auf der einen, der lokale Natur- und Landschaftsschutz auf der anderen Seite. Für Carsten Barnowski von der Bürgerinitiative ProHeimsheim ist das Vorhaben vor allem eine Frage der Verhältnismäßigkeit.

„Wir sind nicht gegen Windkraft“, stellt er mit Nachdruck klar. „Wir sind für erneuerbare Energien. Aber eben nur da, wo sie Sinn machen. Man würde in den Neckar doch auch kein Gezeitenkraftwerk setzen, denn da gibt es keine Gezeiten. Deshalb würde ich in ein windschwaches Gebiet auch keine Windräder setzen.“

„Nutzung nur bedingt möglich“

Der Windatlas Baden-Württemberg, der den Regionalverbänden als Datengrundlage und Planungshilfe für die Ausweisung von Windvorranggebieten dient, fasst die Beschaffenheit der Region Stuttgart wie folgt zusammen:

„Eine großflächige, wirtschaftliche Nutzung der Windenergie scheint unter den gegebenen technischen Voraussetzungen nur bedingt möglich. Einzelstandorte sind durchaus geeignet.“ Einen dieser Einzelstandorte scheint der Regionalverband im Weil der Städter Wald nahe der Gemarkungsgrenze gefunden zu haben.

Dicht besiedelter Wohnraum

„Wir sind hier in der Region Stuttgart, in einem Bereich, der außerordentlich dicht besiedelt ist“, erzählt Thomas Kiwitt, technischer Direktor des Regionalverbands Stuttgart. „Wir haben praktisch ein Viertel der Landesbevölkerung Baden-Württembergs auf zehn Prozent der Landesfläche wohnen. Insofern ist es hier enorm schwer, Standorte zu definieren, an denen Windräder gebaut werden können.“

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