Heimsheim/Rutesheim Radweg: Jetzt starten die Grundstücksverhandlungen

Von Kathrin Klette
Bis zur Abzweigung nach Perouse soll der Radweg führen. Foto: Andreas Gorr

Heimsheim - Mehr Ökopunkte einsetzen oder mit mehr Eigentümern verhandeln? Diese Frage zum zukünftigen Radweg von Heimsheim nach Perouse ist nun endgültig beantwortet. Möglichst schnell und unkompliziert soll es bei diesem leidigen Thema gehen, findet den die Heimsheimer Gemeinderäte. Daher fiel jetzt die Entscheidung zugunsten der Strecke, bei der möglichst wenige Grundstücke geschnitten werden und möglichst wenige Eigentümer betroffen sind. Die Stadt kann nun die Verhandlungen mit den Eigentümern aufnehmen.

Über viele Jahre schon hegen die Heimsheimer den Wunsch nach einem straßenbegleitenden Radweg Richtung Rutesheim. Denn der Weg in Richtung des Ortsteils Perouse ist für Radfahrer alles andere als einladend. Entweder müssen die Radler auf der steilen und viel befahrenen Landstraße fahren, auf der selbst ohne Radfahrer der Begegnungsverkehr zwischen zwei Autos zum Teil nicht ganz ohne ist. Oder sie müssen sich umständliche Umwege über Felder und Wälder suchen und dabei trotzdem die eine oder andere Hauptstraße queren. Da das Land jedoch für den Bau von Radwegen entlang dieser Strecke zuständig ist, gab es lange Verhandlungen über die Frage, wie der Radweg letztlich verlaufen sollte. Eine straßenbegleitende Variante wurde vom Land lange Zeit abgelehnt.

Je weniger Eigentümer, desto unkomplizierter die Verhandlungen

Zuletzt bekam der Gemeinderat drei mögliche Streckenverläufe vorgelegt, die sich eher in Details unterscheiden: entweder etwas weniger steil oder mit weniger Flächenverbrauch. Letztlich entschied sich der Gemeinderat für die mittelsteile Strecke, die wenige Grundeigentümer betrifft. Je weniger Eigentümer, desto unkomplizierter die Verhandlungen, so der Gedanke dahinter. Das einzige Manko bei dieser Strecke: sie führt über anderes – aus Umweltaspekten wertvolleres – Gelände und verbraucht daher mehr Ökopunkte. Solche Punkte muss eine Kommune dann einsetzen, wenn sie irgendwo Flächen versiegelt, zum Beispiel Straßen baut oder Baugebiete anlegt. Das Anlegen neuer Biotope oder die Renaturierung von Bächen und Flüssen beispielsweise bringen Ökopunkte ein.

„Müssen wir alle Ökopunkte selbst einbringen?“, wollte Stefan Adelmann (Freie Wählervereinigung) wissen. Zwar muss die Stadt anteilig die Kosten des Radwegebaus übernehmen, weil sie einen insgesamt breiteren Weg haben möchte, der auch für Landwirtschaftsfahrzeuge nutzbar ist. Davon abgesehen ist der Radwegbau aber Sache des Landes. Die Stadt muss nur die Planung organisieren und sich um den Grundstückserwerb kümmern. In der Tat muss das Land sich daher auch um seinen Teil des Ausgleichs kümmern, erklärte der Bauamtsleiter Andor Varszegi.

Bei allen Beteiligten sollen die gleiche Regelung gelten

Grundsätzlich geht die Stadt bei Grünland von einem Bodenwert von zwei Euro pro Quadratmeter aus, bei Äckern von 2,50 Euro pro Quadratmeter. Flächen mit Hecken und Biotopen sind weit weniger wert. Das Land hat bei Grundstückserwerben eine eigene Vorgehensweise und zahlt für weniger wertvolle Flächen eine individuelle Aufwandsentschädigung. Für die Stadt Heimsheim sei das aus unterschiedlichen Gründen aber keine sinnvolle Vorgehensweise. „Um Preisspekulationen oder ,Spielen auf Zeit‘ zu verhindern, soll bei allen Beteiligten die gleiche Regelung und die gleichen Konditionen gelten“, erklärte Andor Varszegi.

Das bedeutet: Die Stadt schlägt vor, für alle Flächen einen Preis in Höhe von 2,50 Euro pro Quadratmeter zu zahlen und einen weiteren kleinen Zuschlag zu gewähren, wenn der Vertrag zeitnah zustande kommt. Damit Schnellentschlossene nicht benachteiligt werden, werden die Preise nachträglich aufgestockt, sollte wider Erwarten doch jemand mehr für sein Grundstück bekommen. Der Gemeinderat stimmte geschlossen dafür.

Positive Nachrichten gab es schon mal, was die Voruntersuchungen des Geländes angeht. „Dabei wurden keine Kampfmittel gefunden“, erklärte Andor Varszegi. Aktuell befinde man sich im Zeitplan. Ob dieser sich halten lasse, hängt aber vom Verlauf der Grundstücksverhandlungen ab.

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