Haushalt 2020 in Weil der Stadt Schulden steigen auf fast 30 Millionen Euro

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Corona sorgt voraussichtlich für 4,8 Millionen Euro weniger Steuereinnahmen. Foto: dpa/Monika Skolimowska

Weil der Stadt - Am kommenden Dienstag verabschiedet der Gemeinderat Weil der Stadts ersten doppischen Haushalt. „Dabei trifft es uns doppelt“, kommentiert Bürgermeister Thilo Schreiber (CDU) den Entwurf, den seine Verwaltung jetzt vorgelegt hat. Zum einen muss die Stadt jetzt Abschreibungen erwirtschaften. Das sind drei  Millionen Euro. Zum anderen sorgt Corona für 4,8 Millionen Euro weniger Steuereinnahmen in der Stadtkasse.

504 Seiten stark ist das Haushaltswerk, in dem alles steht, was Weil der Stadt sich in diesem Jahr einzunehmen erhofft und auszugeben gedenkt. Unter Strich steht da ein dickes Minus von sechs Millionen Euro. „Ohne das neue Haushaltsrecht und ohne Corona hätten wir sogar 1,8 Millionen Euro Überschuss gemacht“, stellt Schreiber fest. Das ist der Grund, warum er von einem „ordentlichen Haushalt“ spricht. Bei dem freilich die Schuldenkurve stark nach oben zeigt. Zu Beginn dieses Jahres hatte die Stadt 19,8 Millionen Euro Schulden. Ende 2020 könnten es 28,1 Millionen sein. „Das ist aber der Worst Case“, sagt Thilo Schreiber. „Es sind ja bereits Hilfsprogramme von Bund und Land angekündigt. Wenn diese so kommen, würde das das Defizit verringern.“

Zwölf Millionen Euro will die Stadt investieren

Kräftig den Rotstift angesetzt hat die Verwaltung nochmals bei den Investitionen in diesem Jahr. Zwölf Millionen Euro will die Stadt investieren, das waren in früheren Entwürfen drei Millionen Euro mehr. Um ein Jahr verschoben wurde ein neuer Kanal in der Rosensteinstraße. Andere Projekte wurden verringert und gestreckt. Größtes Projekt mit 1,8 Millionen Euro ist der Zuschuss für den katholischen Kindergarten-Neubau. Für 1,3 Millionen steht ein Anbau für die Real- und Gemeinschaftsschule im Haushalt. Mit einer  Million schlägt die Brücke der Hesse-Bahn zu Buche. 890 000 Euro kosten die Flüchtlings-Container in der Benzstraße. Und 230 000 Euro kostet eine Phosphoranlage in der Kläranlage.

Drei Schlüsse zieht Schreiber aus dem Haushalt: ein konsequentes Streichen von Investitionen, die Suche nach Quellen für höhere Einnahmen, und eine Haushaltsstrukturkommission will er einsetzen.

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