Harald Hackert in Leonberg Von der Vereinsarbeit direkt in die Kommunalpolitik

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Das Rathaus ist nicht weit weg: Harald Hackert will in die Politik. Foto:  

Leonberg - Sechs Gesichter sind auf den Plakaten der Wählerinitiative SALZ zu sehen. Mindestens zwei davon dürften einem breiteren Publikum bekannt vorkommen. Da ist zum einen der Spitzenkandidat und langjährige Stadtrat Frank Albrecht. Auf Listenplatz 5, eine Reihe tiefer, lächelt Harald Hackert die Betrachter an.

Genau jener Harald Hackert, der lange Zeit einer der Protagonisten der Verschmelzung der TSG Leonberg mit dem TSV Eltingen war. Jener Hackert, der Mitte März verbittert nicht mehr für den Vorstand des neuen Großvereins kandidiert hatte. Aus Unmut, dass der 57-Jährige, wie er sagt, nicht mehr in zentrale Entscheidungen eingebunden wurde.

Er steht hinter der Fusion

Insbesondere von Michael Hager, seinem früheren Co-Vorsitzenden, der jetzt alleiniger SV-Boss ist, fühlt sich Hackert getäuscht: „Der Verschmelzungsvertrag wurde in wichtigen Punkten nicht eingehalten“, bemängelt der langjährige TSG-Chef, der im eigenen Verein mit großem Einsatz für die Fusion geworben und sich damit nicht nur Freunde gemacht hatte.

Hatten seine internen Kritiker recht? „Ich bin dem Verein weiterhin sehr zugeneigt und stehe hinter der Verschmelzung“, bekräftigt Hackert. Die Spannungen zwischen ihm und Hager hätten sich allerdings schon bald nach der offiziellen Fusion vor mehr als einem Jahr abgezeichnet.

Nun also ein neuer Anlauf in der Kommunalpolitik. Der Familienvater ist es von Jugend an gewöhnt, sich ehrenamtlich zu engagieren. Die Zeit, die er bisher in die TSG und in die Fusion investiert hatte, will er nun für viele Bürger aufbringen. „Das Zusammenleben in der Stadt ist mein großes Thema“, berichtet Hackert. „Ich möchte Angebote machen, um die Lebensqualität weiter zu verbessern.“ Dass sie schon jetzt gut ist, steht für Hackert außer Frage: „Ich wollte nie aus Leonberg weg.“

Dass er nun bei der Ratsgruppe mit dem offiziellen Namen „Stadt, Leben, Arbeit, Zukunft“ gelandet ist, hat er indirekt auch dem Verein zu verdanken. Die SALZ-Kandidatin Katrin Kessoudis hatte lange in der TSG-Geschäftsstelle gearbeitet und ihren früheren Vorsitzenden gefragt, ob er nicht für den Gemeinderat antreten wolle.

„Ich hatte nicht viel Zeit zum Überlegen“, sagt der hauptberufliche Ingenieur. „Ich bin 57 Jahre alt, und hätte ich abgewartet, wäre die Chance einer Kandidatur erst wieder in fünf Jahren gekommen.“ Da Hackert aber, des aufwendigen Vorstandsamts entledigt, nun wieder mehr Zeit hat, sagte er bei der SALZ zu. „Anfang des Jahres hatten schon die Freien Wähler bei mir angefragt. Doch damals war ich noch davon ausgegangen, dass ich im Vorstand bleibe.“

„Jetzt hier statt im Verein“

Für den Sportsmann ist in der Kommunalpolitik die innere Unabhängigkeit ein hohes Gut: „Da ist SALZ offen. Jeder kann seine Meinung vertreten, es gibt keinen Fraktionszwang. Es geht um gute Entscheidungen für Leonberg. Daher mache ich hier weiter, wo ich im Verein aufgehört habe.“

SALZ-Spitzenkandidat Frank Albrecht ist erfreut vom prominenten Neuzugang und hält das Thema SV-Vorstand für abgehakt: „Der Harald ist einfach ein super Typ. Und jetzt eben hier, statt im Verein.“ Dass er die Kandidatenliste mit einem weiteren bekannten Namen schmücken kann, kommt Albrecht gerade recht: Marcel Murschel, der auf Platz 3 antritt, ist ein Neffe des Landtagsabgeordneten der Grünen, der auf den Vornamen Bernd hört.

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