Handball-Württembergliga SV Leonberg/Eltingen feiert ein 37:36

Von Andreas Klingbeil
Dominik Fischer (links) und der SV Leonberg/Eltingen mobilisieren im Saisonfinale die letzten Reserven. Foto: Andreas Gorr

Da ist die Mannschaft des SV Leonberg/Eltingen doch tatsächlich zum Saisonabschluss in eigener Halle baden gegangen. Das wird im Sportzentrum, dem „Wohnzimmer“ des Clubs, so langsam zur Tradition. Und zwar zur lieb gewonnenen. Denn dieses letzte Spiel der Punktrunde gegen den TSV Alfdorf/Lorch wurde mitnichten verloren. Ganz im Gegenteil: nach dem Schlusspfiff stand ein 37:36-Erfolg. Und der Sieg sowie 34:18 Punkte und Platz fünf in der eingleisigen Württembergliga Platz wurden begossen – diese Anwendung wurde innerlich mit diversen Getränken und äußerlich mit dem aufblasbaren Pool in der Kabine verabreicht. So gehen Gewinner baden.

Frühe Auszeit nach dem Seitenwechsel

36 Gegentore in heimischer Halle? Normalerweise wäre der Trainer Chris Auer zum HB-Männchen geworden. Schließlich hatte er vor der Runde das Ziel ausgegeben, dass er mit seinem Team im Durchschnitt nicht mehr als 25 Treffer kassieren will. Nur einmal, als er nur fünf Minuten nach der Halbzeit eine Auszeit nahm, wurde der Übungsleiter in seiner Ansprache so richtig energisch und laut. „Ich wollte sie noch einmal wachrütteln“, sagte der Coach. Die Saison sollte möglichst mit einem Sieg beendet werden, um ein gutes Gefühl in die kurze Pause – der Vorbereitungsstart zur neuen Runde ist für den 23. Juni geplant – mitzunehmen.

Zur Pause 20 Tore auf beiden Seiten

In der Partie gegen den bereits als Absteiger feststehenden TSV Alfdorf/Lorch hatte sich bereits im ersten Durchgang ein vogelwildes Spiel entwickelt, in der auf beiden Seiten gefühlt ohne Abwehrreihe agiert wurde. Das 20:20 zur Pause sagt alles. Ärgerlich für Fabian Rigl im SV-Tor. Schließlich bestritt der Handballer, weil es ihn beruflich nach München verschlägt, sein vorerst letztes Spiel für den SV Leonberg/Eltingen.

Verabschiedet wurden auch Nico Isenberg, der schon während der Runde ausgestiegen war, und Marius Hufnagel. Mit sieben Toren zeigte der Linkshänder noch einmal, welche Lücke er hinterlässt. Sein Pass bleibt aber in Leonberg, und, so verkündete der Sportliche Leiter Werner Neuffer: „Er hat gesagt, wir dürfen ihn anrufen, wenn Not am Mann ist.“

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Die Müdigkeit in Armen und Beinen, die Müdigkeit im Kopf – die Mannschaft konnte sie in einigen Szenen nicht verbergen. Der Saisonendspurt forderte seinen Tribut. Nur zwei Tage vor dem Finale hatte der SV Leonberg/Eltingen in einem von vielen coronabedingten Verlegungen durcheinandergewirbelten Spielplan bei der HSG Albstadt antreten müssen und eine 26:32-Niederlage kassiert. „Die Jungs waren einfach müde, haben sich aber noch einmal richtig reingekämpft“, sagte Chris Auer.

Mehrere Fehlwürfe vom Kreis

Dass es in den eigenen Reihen einige Fehlpässe zuviel gab? Geschenkt. Dass Jakob Ulrich klare Chancen am Kreis liegen ließ, die er sonst traumwandlerisch sicher verwertet? Schwamm drüber. Nach zwischenzeitlichem 23:25-Rückstand rappelten sich die Gastgeber wieder auf, führten wenig später mit 28:26. Und als es beim 35:35 (55.) noch einmal eng wurde, legten sie den bessern Schlussspurt hin. Schließlich wollten sie das Bad in der Menge und im Pool ja noch genießen. SV Leonberg/Eltingen: Rigl, Schneider, Ulrich (6), Binder (2), P. Wanner (2), Zimmermann (5), Wiederhöft (3), Kutzner, D. Wanner (2), Hönig (6/6), Hufnagel (7), Fischer (2), Rühle (1), Klatte (1).

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