Handball-Württembergliga Die Abwehrreihen dominieren

Von Andreas Klingbeil
Sowohl die HSG Ostfildern als auch der SV Leonberg/Eltingen haben den Ball nur 20-mal im Tor untergebracht. Foto: Pixabay

Auch wenn eine zwischenzeitliche Acht-Tore-Führung nicht zum doppelten Punktgewinn gereicht hat, der Leonberger Trainer Chris Auer war weit davon entfernt, sich über das 20:20 bei der HSG Ostfildern zu ärgern. „Wenn uns vorher jemand gesagt hätte, dass wir da einen Punkt holen, hätten wir den sofort genommen. Ich bin mir ziemlich sicher, dass hier nicht viele Mannschaften etwas mitnehmen werden.“ Und weil er schon einmal dabei war, sparte er nicht mit Lob für das gesamte Team und ganz besonders Torhüter Dennis Kellner: „Er hat bock-bockstark gehalten. Das war mit die bete Abwehr-Torhüter-Leistung, die ich gesehen habe, seit ich hier Trainer bin.“

Torhüter bricht sich den Finger

Allerdings musste der Übungsleiter am Tag nach dem Spiel auch gleich eine Hiobsbotschaft seines Torhüters verkraften. Bei einem Abpraller hat sich der Keeper einen Finger gebrochen. In dieser Woche wird entschieden, ob er operiert werden muss oder nicht.

In der ersten Viertelstunde war der Aufsteiger das etwas bessere Team. Der SV Leonberg/Eltingen ließ sich aber nicht abschütteln und legte beim 7:7 einen 5:0-Lauf hin. Nach der Pause (12.8) gelangen noch einmal vier Treffer in Folge. Die Gäste schienen auf einen Auswärtssieg zuzusteuern. Trotz des klaren Vorsprungs hatte Chris Auer aber schon so eine Ahnung: „Mir war klar, dass die ganzen Ex-Profis und ehemaligen Drittligaspieler irgendwann den Knoten lösen würden.“

Der Übungsleiter sollte recht behalten. Der HSG-Innenblock mit dem ehemaligen Nationalspieler Manuel Späth und Dominik Eisele machte die Tür zu. Der Leonberger Rückraum hatte größte Mühe, das Bollwerk überhaupt einmal zu überwinden. Beispielhaft dafür: von der rechten Seite gelangen dem Kapitän Lars Neuffer lediglich zwei Tore – und die von der Siebenmeterlinie aus.

Per Siebenmeter zum Ausgleich

Zunächst kam die HSG Ostfildern auf 14:16 heran (43.). Dann machten die Gastgeber aus einem neuerlichen 14:19 ein 19:19 (55.). Es ging in die sogenannte Crunch-Time. Die Gäste hatten alles selbst in der Hand. Doch bei einer 20:19-Führung traf Andreas Binder aus der eigenen Hälfte nach einem Abpraller das verwaiste HSG-Tor nicht, wenig später, nach dem 20:20, landete der Ball von Philip Schückle beim Anspiel am Pfosten. Ostfildern legte das 22:21 vor, und den Gäste blieben nur noch 45 Sekunden Zeit, um wenigstens noch zum Ausgleich zu kommen. Der Kapitän musste es richten. Wenige Sekunden vor Schluss verwandelte Lars Neuffer nervenstark einen Siebenmeter zum 22:22.

SV Leonberg/Eltingen: Kellner, Schneider, Ulrich (2), Binder (6), Hönig (1), Zimmermann (3), Wiederhöft (5), Kutzner, D. Wanner, Neuffer (2/2), Fischer (3), Rühle, Klatte, Schückle.

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