Handball-Württembergliga Albstadt kauft dem SV den Schneid ab

Von Nathalie Mainka
Jakob Ulrich (rechts) muss in der 25. Minute mit Rot vom Platz. Foto: Andreas Gorr

Leonberg - Jetzt ist genau das eingetroffen, was Handball-Trainer Christian Auer mit seiner Mannschaft unbedingt vermeiden wollte: Im Duell der Württembergligisten hat die HSG Albstadt ihr erstes Auswärtsspiel in dieser Saison beim SV Leonberg/Eltingen gewonnen. Die Gastgeber als Tabellenführer lagen in einer zerfahrenen Partie, die im Sportzentrum ausgetragen wurde, zur Halbzeit mit 12:15 zurück, verloren dann mit 28:30 Toren.

Die HSG Albstadt hatte zuvor bereits den beiden Meisterschaftsfavoriten Waiblingen und Neuhausen einen Punkt abgeknöpft. „Ich bin richtig sauer, dass wir verloren haben, doch Albstadt hat uns den Schneid abgekauft, es einfach besser gemacht und am Ende verdient gewonnen, das muss man neidlos anerkennen“, sagte ein zerknirschter Christian Auer, der die Ursache dieser Niederlage passend auf den Punkt brachte: „Wir haben zu viele Fehler gemacht und auch in Überzahlsituationen keine Tore hingekriegt, so kann man kein Spiel gewinnen.“ Auch musste er über die gesamte Partie hinweg kräftig mit seiner Aufstellung improvisieren.

Christian Auer muss ziemlich improvisieren

Der SV-Coach hatte sich dazu entschieden, Philip Schückle, der wegen eines Knorpelschadens am Knie operiert wird, nicht einzusetzen. Christoph Hönig war angeschlagen und konnte nicht seine gewohnte Leistung zeigen. Dann musste auch noch Kreisläufer Jakob Ulrich in der 25. Minute nach einem Abwehr-Foul und einer daraufhin fragwürdigen Schiedsrichterentscheidung mit einer Roten Karte vom Platz.

Der Unparteiische hatte auf einen Kopftreffer entschieden. Doch sowohl Ulrich als auch sein gefoulter Gegenspieler beteuerten, dass es nur ein Brusttreffer gewesen sei, der keinen Platzverweis zu Folge gehabt hätte. Das Schiedsrichtergespann Philipp Joos (SG Weinstadt) und Matthias Klose (HSG Gablenberg-Gaisburg) blieb bei der Entscheidung.

„Die Disqualifizierung von Jakob konnten wir nicht abfangen, unser Abwehrblock ist damit auseinandergefallen, das hat uns aus dem Konzept gebracht“, sagte Christian Auer, dessen Mannschaft sich nicht auf die fehlende Linie der Schiedsrichter einstellen konnte. Ulrichs Position übernahm Dominik Fischer, der nach der Rückkehr von seiner Weltreise zwar nicht das Handballspielen verlernt hat, aber wegen seines Trainingsrückstands noch nicht zu alter Form auflaufen kann.

Der Gegner kämpft bis zum Schluss

Die Gastgeber fanden von Beginn an nicht in ihr Spiel. Die HSG Albstadt setzte hingegen das um, was Trainer Nenad Gojsovic ihnen mit auf den Weg gegeben hatte: „Die Leonberger, zu denen wir mit großem Respekt angereist waren, vorne ein paar Tore machen lassen, und hinten alles zumachen.“ Und so biss sich der SV dann auch die Zähne an der gegnerischen Abwehr aus.

Zudem hatten die Gäste mit ihren beiden Torhütern Edis Camovic und Julian Mayer einen immens starken Rückhalt. Nicht zu vergessen ist die kämpferische Leistung, mit der die HSG Albstadt 60 Minuten lang überzeugte. Mit einem 12:15-Rückstand für die Gastgeber ging es in die Pause.

Danach schienen die Leonberger sich wieder zu fangen, traten selbstbewusster auf, erhöhten das Tempo und fanden die Lücken in der gegnerischen Abwehr. In der 42. Minute erzielte David Zimmermann den viel umjubelten 20:20-Ausgleich. Doch irgendwie war kräftig Sand im Getriebe, denn dieser Lauf hielt nicht lange an.

Die Gastgeber schafften es einfach nicht, in Führung zu gehen oder gar den Gegner abzuschütteln. Albstadt war immer einen kleinen Schritt voraus und hatte auch mit dem Schlusspfiff mit 30:28 die Nase vorne. „Unsere Stärke ist, dass wir auch nach dieser Niederlage das Positive mitnehmen können, denn obwohl wir schlecht gespielt haben, haben wir 28 Tore geschossen“, meinte Christian Auer.

SV Leonberg/Eltingen: Schneider, Rigl, Binder (2), Zimmermann (2), Wiederhöft, Kutzner (2), Neuffer (10/2), Hönig (2/2), Hufnagel (6), Ulrich, Fischer, Rühle (1), Klatte (1), Isenberg (2)

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