Handball in Leonberg Tag des offenen Tores im Wohnzimmer

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Lichtblick im Leonberger Spiel: Andreas Binder trifft für die Gastgeber achtmal. Foto: Andreas Gorr

Leonberg - Solch ein Ergebnis kann einen schon einmal um einen guten Schlaf bringen. Die Heimniederlage gegen den VfL Waiblingen an sich ist für Tobias Müller schon ärgerlich genug. Dass sein Team aber 37 Gegentore zugelassen hat, schlug dem Trainer des SV Leonberg/Eltingen aufs Gemüt. „Ich werde schlecht schlafen heute“, sagte der Übungsleiter nach der Partie. „Mit der Abwehr- und Torhüterleistung in Kombination bin ich nicht einverstanden. 37 Tore zuhause sind indiskutabel. Das ist nicht unser Anspruch.“

Allerdings, und das gehört auch zur Wahrheit der Begegnung, der VfL Waiblingen zeigte im Leonberger Wohnzimmer eine starke Leistung. Allen voran Sascha Laurenz, der sich im linken Rückraum nicht stoppen ließ und elf Tore erzielte. „Wir haben eine gute Abwehr gespielt mit einem starken Torhüter. Die Breite von unserem Kader hat den Ausschlag gegeben“, analysierte VfL-Coach Tim Baumgart. Und auch wenn sein Keeper Yannick Seeger den Ball 34-mal aus dem Netz holen musste, mit zehn gehaltenen Bällen stellte er das Duo Max Schneider/Fabian Rigl klar in den Schatten.

Schwerer Stand für die Kreisläufer

Die Gäste konzentrierten sich zudem darauf, das sonst so starke Leonberger Kreisläuferspiel zu unterbinden. Mit Erfolg. Die dadurch entstandenen Lücken im Rückraum konnte lediglich Andreas Binder mit acht Treffern nutzen. Auf Lars Neuffer von der rechten Seite hatte sich Yannick Seeger bestens eingestellt und ließ nur drei Tore des Linkshänders zu.

Obwohl der VfL Waiblingen also eine Reihe von Pluspunkten sammelte, hatte es der SV Leonberg/Eltingen in der Hand, dem Spielverlauf früh eine andere Richtung zu geben. Bis Mitte des ersten Durchganges war die Mannschaft mit drei Toren weggezogen (9:6, 11:8). Dann aber verpasste sie es, den Vorsprung auszubauen. So vergab beispielsweise David Zimmermann völlig frei im Überzahlspiel die Möglichkeit zum 12:8. Eine Zeitstrafe gegen Leonberg, ein Pfostentreffer von Binder, ein Fehlwurf von Marius Hufnagel – Waiblingen arbeitete sich Tor um Tor heran und führte zur Pause mit 19:17.

Gastgeber laufen hinterher

Fünf Minuten nach dem Wechsel hatten die Gäste den Vorsprung auf fünf Treffer ausgebaut (24:19). Der SV Leonberg/Eltingen hechelte hinterher, kam aber zunächst nicht auf Schlagdistanz. Erst in der Schlussphase deckte die Mannschaft aggressiver und zwang den Gegner zu Fehlern. Zudem zahlte sich vorne die Hereinnahme von Chris Auer aus. „Ich habe ihn zu spät gebracht. Das nehme ich auf meine Kappe“, sagte Tobias Müller. Vier Minuten vor dem Abpfiff hieß es nur noch 33:34. Als Leonberg aber noch zwei Zeitstrafen kassierte, Seeger zudem einen Ball von Auer entschärfte, legte Waiblingen nach und nahm die Punkte mit.

Die erste Heimniederlage der Saison erhöht den Druck im Rennen um die Qualifikationsplätze zur eingleisigen Württembergliga. Tobias Müller: „Ich bin gespannt wie die Mannschaft damit umgeht. Die nächsten drei Wochen werden zeigen, wo die Reise hingeht.“

SV Leonberg/Eltingen: Schneider, Rigl, Binder (8), Auer (3/1), Kutzner, Wanner (5), Neuffer (5/2), Hufnagel (4), Ulrich (3), Fischer (1), Rühle, Zimmermann  (3), Schückle (2).

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