Günther Kirchknopf will Bietigheimer Oberbürgermeister werden Ein zweiter Kontrahent für Jürgen Kessing

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Das Rathaus in Bietigheim-Bissingen. Seit 2004 ist Jürgen Kessing dort Chef, bei der Wahl am 8. März hat er zwei Kontrahenten. Foto: factum/Andreas Weise

Bietigheim-Bissingen - Kurz vor Ablauf der Bewerbungsfrist am Montag hat Günther Kirchknopf als dritter Anwärter auf das Oberbürgermeisteramt in Bietigheim-Bissingen seine Bewerbung abgegeben. Kirchknopf, Jahrgang 1953, lebt in Bietigheim und ist Geschäftsführer eines Medizintechnik-Unternehmens in Ludwigsburg. „Ich gehöre keiner Partei an und gehe als unabhängiger Kandidat ins Rennen, der sich keiner Fraktions- oder Parteimeinung unterordnen muss“, sagt der Kandidat. Bietigheim-Bissingen stehe finanziell gut da, trotzdem gebe es viel Unzufriedenheit.

Etwa darüber, dass die Innenstadt stiefmütterlich behandelt werde. „Die großen Interessen werden sehr gut vertreten, die kleinen weniger“, findet Kirchknopf, der in seiner Freizeit für das Bietigheimer Team Blau läuft. Eine andere Gewichtung sei nötig, um mehr Zufriedenheit zu erreichen. Die soziale Komponente dürfe im kommunalen Geschehen nicht unter die Räder kommen.

34 400 Bürger haben die Wahl

Ebenso wie der Wengerter Stephan Muck, der für die Freien Wähler im Bietigheim-Bissinger Gemeinderat sitzt und seine Kandidatur vergangene Woche bekannt gegeben hatte, wäre Günther Kirchknopf ein Quereinsteiger ohne Verwaltungserfahrung. Das unterscheidet beide Aspiranten von Amtsinhaber Jürgen Kessing (SPD). Der Diplom-Verwaltungs- und Betriebswirt war unter anderem in der Staatskanzlei des Landes Rheinland-Pfalz und als Bürgermeister in Dessau tätig, bevor er 2004 in Bietigheim-Bissingen zum Nachfolger von Manfred List (CDU) gewählt wurde.

Der 62-Jährige, der auch Präsident des Deutschen Leichtathletik-Verbandes ist, hatte vergangenes Jahr erklärt, er strebe eine weitere Amtsperiode an. Bei seiner Wiederwahl vor acht Jahren war er ohne Gegenkandidat angetreten, die Wahlbeteiligung lag bei 24,5 Prozent.

Der Gemeindewahlausschuss, der die Bewerbungen prüft, tagt am Donnerstag kommender Woche. Die Wahl findet am Sonntag, 8. März, statt. Sollte kein Bewerber mehr als die Hälfte der abgegebenen Stimmen erhalten, gibt es am Sonntag, den 22. März, eine Neuwahl, die der Kandidat mit den meisten Stimmen gewinnt. Wahlberechtigt sind 34 400 Bürger.

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