Grundschule Höfingen Kinder überwinden ihr Lampenfieber

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Das SWR-Vokalensemble ist zu Gast in der Grundschule Höfingen und probt mit den Schülern für das Kinderkonzert „Die kleine Meerjungfrau“. Foto: factum/Simon Granville

Leonberg - „Und jetzt ihr!“ hallt es durch den Musiksaal, woraufhin eine gesamte Schulklasse anfängt, die vor­gesungene Melodie zu wiederholen. Von lautem Summen bis zur Tonleiter ist hier alles dabei. Doch es handelt sich keinesfalls um normalen Musikunterricht.

In der Grundschule Höfingen fanden unter der Leitung des Musikpädagogen Holger Frank Heimsch drei Workshops mit Schülerinnen und Schülern der ­dritten Klasse statt. Diese Kurse, angeleitet von der Musikvermittlung des SWR- Vokalensembles, dienten der Vorbereitung des Schulkonzerts „Die kleine Meerjungfrau“. Unter dem Motto „Klasse, wir singen!“ hatte jede Klasse eine Schulstunde lang die Gelegenheit, die vielfältigen Aufgaben des SWR-Vokalensembles kennenzulernen und ihre Fragen rund um den Sänger-Beruf loszuwerden.

Höhepunkt des Workshops sollte das Einstudieren eines Mitsingliedes und eines Tanzes für das Konzert des renommierten Ensembles im Wilhelma Theater werden.

Klatschen, Schnipsen und Gesang

Zunächst erklärt der Musikpädagoge den Schülern mithilfe anschaulicher Vergleiche, wie die Stimmbildung funktioniert und was den Alltag eines professionellen Chorsängers ausmacht. Zudem wird die Handlung des Märchens „Die kleine Meerjungfrau“ besprochen, deren Ende oft durch den stark abweichenden Ausgang der Disney-Verfilmung „Arielle, die Meerjungfrau“ in Vergessenheit gerät.

Daraufhin folgt der praktische Teil des Workshops: die Kinder dürfen zunächst bei einigen Stimmübungen zum Einsingen mitmachen und daraufhin bei Tanz und Gesang selbst aktiv werden. Mit der von John Høybye komponierten Musik im Hintergrund lernen die Schüler verschiedene Abfolgen von passenden Klang­gesten, so wie Klatschen und Schnipsen. „Oftmals ist es ihr erster Kontakt zu ­ernster, hochwertiger Musik“, erzählt Heimsch. Sein Ziel ist es, Kinder nicht nur für das Singen, sondern für den Beruf des professionellen Chorsängers begeistern zu können.

Ganz schön anstrengend

Über die Workshops, die er an zahlreichen Schulen in Stuttgart und Umgebung durchführt, berichtet er: „Es sind produktive und auch anstrengende Tage, aber ich mache das sehr gerne, denn man kriegt sehr viel zurück“ Für ihn sei die Zusammenarbeit mit Kindern ein schönes Geben und Nehmen. „Kinder sind ein sehr auf­geschlossenes, interessiertes Publikum.“

Auch in den Klassen löst der Workshop die erhoffte Begeisterung aus. „Mir haben die Stimmübungen am besten gefallen. Die waren interessant“, erzählt die neunjährige Lena. „Ich wusste nicht, dass man die Stimme einstimmen kann“, fügt ihr Klassenkamerad Julian hinzu. „Mir hat das am besten gefallen, wo wir die Übungen für das Konzert gemacht haben“, erzählt der achtjährige Hannes begeistert. Später selbst auf der Bühne stehen will er jedoch nicht. „Ich kriege sehr oft Lampenfieber.“ Trotzdem ist die Vorfreude auf das Konzert bei den Schülern schon sehr groß.

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