Grüner Landtagsabgeordneter Bernd Murschel tritt nicht mehr an

Von Thomas K. Slotwinski
Seit 13 Jahren sitzt Bernd Murschel im Landtag. Foto: privat

Leonberg - Der Titel Landtagsabgeordneter gehört quasi zu seinem Namen. Doch nur noch rund 15 Monate wird ihn Bernd Murschel führen können. Der Grünen-Politiker tritt bei der Landtagswahl 2021 nicht mehr an. Mit diesem Entschluss überraschte der Leonberger, der in knapp zwei Wochen 63 Jahre alt wird, seine Parteifreunde wie auch die politische Konkurrenz. Insgesamt 15 Jahre wird Murschel dann im Stuttgarter Parlament gesessen haben, zwei Legislaturperioden davon als Abgeordneter der Regierungspartei.

In jüngere Hände abgeben

„Ich habe das alles in den letzten Wochen und Monaten gründlich durchdacht. Auch vor dem Hintergrund, ob ich weiterhin aktiv in der Landespolitik gestalten oder diese Aufgabe in jüngere Hände übergeben möchte“, schreibt Bernd Murschel an die Mitglieder des Grünen-Kreisverbandes. „Die Entscheidung fällt mir nicht leicht. Dennoch bin ich zu dem Schluss gekommen, dass 15 Jahre genug sind und die Zukunft den jungen Menschen gehört. Ich möchte Euch mitteilen, dass ich zum Ende der Legislatur nicht mehr antreten werde und den Wahlkreis in junge Hände legen möchte.“

Dies sei jedoch kein Abschied, betont der Leonberger Abgeordnete, schließlich seien es noch gut eineinviertel Jahre bis zur Landtagswahl. Zudem will sich Bernd Murschel, der seit 30 Jahren für die Grünen im Gemeinderat Leonberg sitzt, weiterhin kommunalpolitisch als Fraktionsvorsitzender in seiner Heimatstadt einbringen. Einen Abschied von der Politik bedeute seine Entscheidung also „ganz und gar nicht“.

Suche nach Nachfolger hat begonnen

„Als direkt gewählter Landtagsabgeordneter und Leonberger Stimmenkönig bei den Kommunalwahlen stellte er unter Beweis, dass er über die Jahre ein intensives Gespür für die Themen aber auch Sorgen der Menschen vor Ort entwickelt hat“, meint Jonathan Eklund, der Co-Vorsitzende des Grünen-Kreisverbandes, mit Blick auf Murschels Wahlerfolge. Besonders spektakulär war sein Sieg bei der Landtagswahl 2016. Der Grüne nahm mit fast 32 Prozent den Wahlkreis Leonberg der Christdemokratin Sabine Kurtz ab. Bei der Kommunalwahl im Mai erhielt er mit 14 056 die meisten Einzelstimmen.

Der Grünen-Kreisverband hat mit der Nachfolgesuche jetzt begonnen. „Starke Interessenten“ gebe es bereits.

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