Großeinsatz in Renningen und Leonberg Polizei durchsucht elf Wohnungen

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Am Renninger Südbahnhof hatten die Männer sich im November geprügelt. Foto: factum

Renningen/Leonberg - Überraschenden Besuch haben an diesem Dienstagmorgen elf Männer in Leonberg und Renningen bekommen. Vor den Türen standen Beamte der Bundespolizei und weiterer Dienststellen mit Durchsuchungsbefehlen.

Hintergrund der Razzien, bei denen insgesamt 100 Einsatzkräfte bei acht Durchsuchungen in Renningen und drei in Leonberg beteiligt waren, ist eine Massenschlägerei am Abend des 28. November des vergangenen Jahres am Renninger Südbahnhof. Damals waren zwei Gruppen junger Männer in der Unterführung des Haltepunktes mit Eisenstangen und Pfefferspray aufeinander losgegangen.

Eine Frau verletzt, Autos beschädigt

Damit nicht genug: Die verfeindeten Gruppen rannten vor zwei Monaten auf den Bahnsteig, wo sie sich gegenseitig mit Schottersteinen bewarfen. Eine unbeteiligte Frau wurde durch den Pfefferspray an den Augen verletzt und musste ins Krankenhaus. Zwei in der Nähe des Haltepunktes abgestellte Autos wurden von den Randalierern beschädigt.

Noch bevor die von Zeugen alarmierte Polizei eingetroffen war, gelang den Schlägern die Flucht. Die Bundespolizei nahm Ermittlungen wegen besonders schwerem Landfriedensbruch auf.

Nach mehr als zweimonatiger aufwendiger Recherchearbeit können die Bundespolizei und die Staatsanwaltschaft nun einen ersten Erfolg vermelden. „Die Verdächtigen sind allesamt Männer unterschiedlicher Nationalität im Alter zwischen 19 und 24 Jahren“, erklärt Sebastian Maus, der Sprecher der Bundespolizei in Stuttgart, auf Anfrage unserer Zeitung.

Die Ermittlungen gestalteten sich schwierig, da die Beamten bei ihrer Fahndung direkt nach der Schlägerei in der näheren Umgebung niemandem mehr habhaft werden konnten. Erst durch die Auswertung von Videoaufnahmen am Bahnhof, der umfangreichen Befragung von Zeugen und Ermittlungen im Umfeld der Verdächtigen kamen die Fahnder den mutmaßlichen Tätern auf die Spur.

Waffen wurden sichergestellt

Die 100 Beamten, die bei den Durchsuchungen am frühen Dienstagmorgen im Einsatz waren, sind für den Polizeisprecher keine besonders hohe Mannschaftsstärke: „Bei elf durchsuchten Objekten relativiert sich die Zahl. Pro Wohnung sind das nicht einmal zehn Leute.“

Gleich mehrere Dienststellen waren bei der Aktion im Einsatz. Neben der Bundespolizei waren die Landespolizei, die Bereitschaftspolizei, das Hauptzollamt Stuttgart und das Ordnungsamt involviert.

Sichergestellt wurde nach Angaben des Bundespolizeisprechers umfangreiches Beweismaterial, darunter auch Schlagstöcke und andere waffenähnliche Gegenstände, die womöglich bei der Schlägerei Ende November verwandt wurden. Die Auswertung des Beweismaterials sei sehr umfangreich und werde eine längere Zeit beanspruchen, sagt Sebastian Maus.

Aufgrund des jetzigen Ermittlungsstandes gebe es keine Hinweise auf Rocker- oder Clankriminalität. Alles andere müssten die weiteren Untersuchungen ergeben, erklärte der Sprecher.

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