Golf Stuttgarter Golf-Club Solitude meisterhaft

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Da fällt die ganze Anspannung ab und der Jubel der Mönsheimer Männer ist grenzenlos: Endlich dürfen sie den Pokal mit nach Hause nehmen. Foto: DGV/stebl

Hamburg/Mönsheim -

Nach einer heftig durchfeierten Nacht auf Gut Kaden bei Hamburg machten sich die Herren des Stuttgarter Golf-Clubs müde auf den Heimweg, begleitet von vielen eintreffenden Glückwünschen zum Gewinn der Deutschen Mannschaftsmeisterschaft. Nach dem hart umkämpften Halbfinale gegen den GC Hösel aus Ratingen wurden die Finalgegner vom GC Hubbelrath aus Düsseldorf quasi überrollt.

Beim Frühstück am Morgen nach dem Endspielsieg feixten die Stuttgarter Herren noch immer. Teamkapitän Ingmar Peitz: „Es ist ein unbeschreibliches Gefühl zu wissen, Du bist Deutscher Meister!“ Das Finale haben die Solitude-Golfer aus Mönsheim gegen den Golf-Club Hubbelrath überraschend überlegen mit 8:4 Punkten gewonnen. Dabei war das Endspiel kein Selbstläufer. Ingmar Peitz beurteilte die Düsseldorfer als ein Team, das zwar nicht so starke Einzelspieler aufweise, aber: „Das sind alles alte Golf-Füchse. Für die ist das Final Four der Saisonhöhepunkt, darauf haben sie sich gezielt vorbereitet. Das sind schon echt harte Matchplay-Nüsse.“ Wie ernst die Düsseldorfer das Final Four nahmen, zeigt die Tatsache, dass sie von ihrem letzten Rundenspieltag in Berlin direkt nach Hamburg gefahren waren, um sich eine Woche lang vor Ort einzuspielen.

Das Final Four wird im Matchplay-Modus ausgetragen, ähnlich dem Ryder-Cup. Gespielt wird Mann gegen Mann, Loch um Loch. Es kommt also gar nicht so sehr auf die Zahl der benötigten Schläge an, man muss nur einen Schlag besser sein als der jeweilige Gegner, dann gewinnt man ein Loch. Wer am Ende mehr Löcher gewonnen hat, ist Sieger und bekommt einen Punkt für sein Team. Bei vier Vierern und acht Einzeln sind zwölf Punkte zu vergeben, es genügen also 6,5 Punkte zum Gesamtsieg.

Das Finale ging gut los am Sonntagmorgen mit den klassischen Vierern. Ingmar Peitz hatte als Ziel ausgegeben, nicht in den Rückstand zu geraten. Mit einem 2:2-Unentschieden wäre er schon zufrieden gewesen, doch sowohl Maximilian Holzwarth / Nicklas Mattner als auch Yannick Schütz / Max O’Hagen konnten ihre hart umkämpften und lang ausgeglichenen Partien auf der 18. Bahn noch für sich entscheiden. Zwei unerwartete Punkte - so stand es nach den Vierern schon 3:1 für die Solitude. In der Mittagspause wagten die Stuttgarter Golfer einen taktischen Schachzug für die Einzel. Die beiden starken Brüder Alexander und Maximilian Herrmann und Yannick Schütz waren zunächst nur als Ersatzspieler auf der Meldeliste. Doch weil man ganz schnell die noch nötigen 3,5 Punkte aufs Solitude-Konto bringen wollte, wurden sie eingewechselt und ganz nach vorne gezogen. Dass dann der an dritter Stelle spielende Maximilian Eichmeier auch noch den hoch favorisierten Hubbelrath-Profi Nicolai von Dellingshausen mit drei Löchern Vorsprung bei noch zwei zu spielenden Bahnen (3&2) schlug, war das Sahnehäubchen. Dellingshausen war als Profi erst am Samstag zum Team Hubbelrath gestoßen und spielte den Platz quasi blind, also ohne Vorbereitung, erzählte Ingmar Peitz, Daher hatte er wohl schon am Morgen im Vierer einen Punkt abgeben müssen, ebenso wie im Einzel. Den entscheidenden halben Punkt zum 6,5-Zwischenstand und damit den Stuttgarter Sieg erkämpfte sich Maximilian Herrmann, der sein Spiel gegen Florian Schmiedel am 18. Loch teilte. Die letzte Partie von Jonas Kugel stand zwar Unentschieden, doch als die Teamkollegen schon feierten, konnte das Spiel abgeschenkt werden.

Der andere Süd-Vertreter, der GC Mannheim-Viernheim, immerhin Titelverteidiger, musste am Sonntag im kleinen Finale um Platz drei spielen. Auch dieses Spiel war äußerst hart umkämpft, am Ende stand es 6:6. Es ging ins Stechen, das Hösel knapp gewann.

Das Herrenteam des Stuttgarter Golf-Clubs Solitude wird nun zur Europameisterschaft der Landesmeister eingeladen, da spielen aber nur drei Spieler. Die baden-württembergische Mannschaftsmeisterschaft steht im September an. „Wir werden im nächsten Jahr sicher noch einige neue Spieler ins Team integrieren“, sagt der Teamkapitän. Aber jetzt sei erst mal dran, den Titelgewinn zu genießen.

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