Golf Hochspannung und den Platzrekord eingestellt

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Die Stuttgarter Jonas Kugel (links) und Benedikt Thalmayr Foto: DGV/Kirmaier

Mönsheim - War das spannend! Erst der allerletzte Putt entschied beim Heimspieltag des Stuttgarter Golf-Clubs Solitude in Mönsheim über Sieg und die Teilnahme am Final Four, dem Endkampf um die deutsche Meisterschaft. Die schon vorher qualifizierten Stuttgarter werden vom Tagesgewinner GC Mannheim-Viernheim nach Gut Kaden begleitet. Nach insgesamt drei Tagessiegen und einem zweiten Platz in den vier Spieltagen der Gruppe Süd der Golf-Bundesliga war Stuttgart die Teilnahme am Final Four nicht mehr zu nehmen, das bereits an diesem Wochenende auf Gut Kaden, nördlich von Hamburg stattfindet.

Der letzte Spieltag der Gruppenphase, zudem das Heimspiel in Mönsheim, sollte als lockerer Aufgalopp dienen. Entsprechend entspannt spielten die Mannen von Teamkapitän Ingmar Peitz und Trainer Peter Wolfenstetter auf. Schon am Samstag bei den Vierern erzielten die Stuttgarter Herren das beste Ergebnis, der Abstand von drei Schlägen zu Mannheim, fünf zu Herzogenaurach und sechs zu St.Leon-Rot war aber nicht sehr groß. In den Einzeln am Sonntag boten die Stuttgarter Golf-Herren eine geschlossene Mannschaftsleistung, angeführt von Jonas Kugel, der eine 67er-Runde (fünf unter Par) hinlegte. Aber auch Benedikt Thalmayr und Tim Erhardt spielten unter Par (je -2), während Yannick Schütz, Maximilian Herrmann und Max Eichmaier genau 72, also Platzstandard spielten. Maximilian Holzwarth sorgte mit zwei über dafür, das Marc Mazurs +3 zum immer noch sehr guten Streichergebnis wurde,

Mannheim kämpfte sich mit herausragenden Einzelergebnissen heran, insbesondere durch Marc Alexander Hammer, der eine sagenhafte 65 spielte und damit den Platzrekord einstellte. Auch seine Kollegen wuchsen über sich hinaus, sodass der letzte Putt des letzten Spielers entscheidend wurde.

Hurley Long hatte für Mannheim auf der 523 Meter langen Bahn 18 den zweiten Schlag aufs Grün gelegt. Es blieb ihm ein 15 Meter langer Eagle-Putt. Den versenkt – und Mannheim hätte ein Gesamtergebnis von -8, während die Stuttgarter schon mit -7 im Clubhaus waren. Doch der Putt verfehlte das Loch, erst der Rückputt war drin. Mannheim und Stuttgart waren also am Ende exakt schlaggleich, St.Leon-Rot war mit -1 klar auf dem dritten Platz.

Doch weil St.Leon-Rot an den Spieltagen zuvor einen Tabellenpunkt mehr gesammelt hatte, wäre das Team wegen der besseren Einzelergebnisse beim Final Four dabei, wenn Mannheim Spieltageszweiter würde. Für den GC Mannheim- Viernheim zählte also nur der Tagessieg. Doch man war ja schlaggleich mit Stuttgart. Dem Reglement nach musste das bessere Streichergebnis zählen. Doch auch da hatten die Kontrahenten exakt jeweils +3 auf der Scorekarte stehen. Also kam nun das dritte Regelkriterium ins Spiel: Das bessere Einzelspielergebnis. Und da stand Marc Alexander Hammers Platzrekord-Runde von 65 Schlägen gegenüber der 67er-Runde von Jonas Kugel. Jubel bei Mannheim, lange Gesichter bei. St.Leon-Rot

Zeitgleich wurde in der Nordgruppe um die Teilnahme am Final Four gespielt. Mit einem sagenhaften Ergebnis von 26 unter Par sprang der GC Hubbelrath auf Tabellenplatz eins in der Nordgruppe und verdrängte den GC Hösel aus Ratingen auf den zweiten Rang.

Ein wenig geknickt war dagegen die Stimmung beim Frauenteam des Stuttgarter Golf-Clubs Solitude. Am 5. Spieltag, ebenfalls in Mönsheim, konnte es nur eine Devise geben: Vollgas! Nur ein Sieg könnte den drohenden Abstieg noch verhindern. Doch für die Stuttgarterinnen zahlte sich das Risiko nicht aus. Mehrere Bälle gingen ins Aus, was beim Golf mit einem Strafschlag und dem Verlust der Schlagdistanz bestraft wird. Ein Tagesergebnis von +11 nach den Vierern lies am Samstag Schlimmes ahnen. Und auch wenn Anna-Lena Krämer, Aline Krauter, Bianca Bertsch, Caroline Zolg, Jana Wünsch und Hanne Gerding mit einem Gesamtergebnis von +12 gar nicht mal so schlecht spielten, waren das in der Addition mit den +11 vom Vortag zu viele Schläge. Der 5. Platz am Spieltag, aber auch in der Abschlusstabelle und damit der Abstieg waren die Folge. Team-Captain Gila Burkhard beschrieb die Stimmung „zwischen traurig und kämpferisch“.

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