Glasfaser in der Region Für alle schnelles Internet auch in Hemmingen

Von Stefanie Köhler
So sieht Glasfaser aus. Foto: dpa/Jan Woitas

Bis zum Jahr 2030 schnelles Internet für alle Unternehmensstandorte in der Region sowie 90 Prozent der Haushalte: So lautet das Ziel der Gigabitregion Stuttgart in Kooperation mit der Deutschen Telekom. Den flächendeckenden Ausbau mit Glasfaser, der in vielen Kommunen bereits erfolgt ist oder in Gang, erwartet jetzt auch Hemmingen – eigenwirtschaftlich durch die Telekom, was finanziell für die Gemeinde sehr wichtig sei. Im Frühjahr sollen die Bauarbeiten starten, worüber sich die Gemeinderäte wie auch der Bürgermeister freuen.

Das Glasfaserprojekt in Hemmingen sieht laut der Telekom vor, dass rund 3800 Haushalte mindestens einen Ausbau bis zum Bürgersteig bekommen. Als Ziel wünsche sich die Telekom, 70 bis 80 Prozent der Gebäude binnen drei Monaten mit einer Registrierung für mindestens einen Glasfaserabschlusspunkt im Keller zu gewinnen – egal, ob er im Anschluss direkt genutzt werde oder nicht, sagte Volker Ackermann vom Infrastrukturvertrieb des Unternehmens im Landkreis Ludwigsburg in der jüngsten Gemeinderatssitzung. Ohne Registrierung endet das Leerrohr im Gehweg. „Wir glauben an Glasfaser“, sagte Ackermann, der auch betonte, auf die Unterstützung der Kommune angewiesen zu sein, etwa bei der Vorvermarktung.

Graue Flecken haben das Nachsehen

Unabhängig von der Telekom erhalten die sogenannten weißen Flecken – unterversorgte Gebiete mit einer Geschwindigkeit von mindestens 30 Megabit pro Sekunde – auch Glasfaser. Die Förderbescheide von Bund und Land würden vorliegen, die Ausschreibung laufe, berichtete Viktor Kostic, der Geschäftsführer des Zweckverbands Kreisbreitband Ludwigsburg. Dieser gründete sich, um dem Landkreis flächendeckend schnelles Internet bereitzustellen. Sämtliche Zweckverbände steuern mit der Gigabitregion Stuttgart den Breitbandausbau in der Region. Sie koordinieren auch das Kooperationsprojekt mit der Telekom. Die sogenannten grauen Flecken – Aussiedlerhöfe oder Gärtnereien, denen im Download weniger als 100 Megabit pro Sekunde zuverlässig zur Verfügung stehen – sind zwar auch förderfähig. Allerdings hat der Bund die Finanzspritzen hierfür kürzlich gestoppt, weil die Mittel wegen hoher Nachfrage für dieses Jahr erschöpft seien. Viktor Kostic sagte, es gebe die Aussicht, dass es 2023 weitergeht.

Gemeinderat und Verwaltung treibt der Breitband-Ausbau seit rund 15 Jahren um. Bei Tiefbauarbeiten seien Leerrohre verlegt worden, blickte der Bürgermeister Thomas Schäfer (CDU) zurück. Zudem sei die Verwaltung in ständigem Austausch mit Telekommunikationsanbietern gewesen. So hätten immer wieder Verbesserungen herbeigeführt werden können. Zwar kämen schon jetzt drei Viertel der Haushalte in den Genuss von einem Gigabit pro Sekunde. Jedoch, dies müsse man zugestehen, fast ausschließlich noch auf der Kupfertechnologie Coax.

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