Gewerbegebiet „Schertlenswald“ Porsche will in Rutesheim erheblich wachsen

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An der Ortseinfahrt von Leonberg her beabsichtigt Porsche, seinen Rutesheimer Standort zu erweitern. Dafür muss ein Bebauungsplan erarbeitet werden Foto: Simon Granville

Rutesheim - Der Name Porsche ist in der jüngsten Sitzung des Rutesheimer Gemeinderats mit keiner Silbe gefallen – und doch war die Rede davon. Beim Tagesordnungspunkt über die Aufstellung des Bebauungsplanes „Schertlenswald – Süd (IX)“ hieß es lediglich, dass es sich um „Erweiterungsflächen für einen bereits vorhandenen Betrieb im direkten Anschluss an dessen bestehenden Gewerbestandort“ handelt. Weil aber im Süden des Gewerbegebietes zwischen der Straße nach Leonberg und dem gegenwärtigen Standort des Autobauers kein weiteres Unternehmen angesiedelt ist, hält sich die Auswahl in Grenzen. Es kann also nur um Porsche gehen.

Aufgrund der guten Anbindung besteht im Ort ein großes Interesse an Gewerbegrundstücken. „Die Stadt plant daher die Erweiterung der bestehenden Gewerbeflächen im Osten der Ortslage“, erläuterte der Stadtbaumeister Bernhard Dieterle-Bard dem Gemeinderat. Die Aufstellung des Bebauungsplanes „Schertlenswald – Süd (IX)“ diene dazu, ein Angebot an dringend benötigten Gewerbeflächen zu schaffen.

Die Erweiterungsfläche ist eine Streuobstwiese

Es handelt sich um eine rund 1,3 Hektar große Fläche, die bislang landwirtschaftlich unter andrem als Streuobstwiese genutzt wird. „Es sollen Gewerbeflächen geschaffen werden, die zur Sicherung und Schaffung von hochwertigen Arbeitsplätzen beitragen und die Wirtschaftsstruktur in Rutesheim stärken und fortentwickeln“, heißt es in der Begründung der Verwaltung für diese Vorgehen. Die im Norden und Westen angrenzenden gewerblichen Flächen sind bereits bebaut.

„Für eine mögliche Erweiterung des Werksgeländes am Satellitenstandort Rutesheim des Entwicklungszentrums Weissach hat die Porsche Immobilien GmbH auf der Fläche Schertlenswald Süd bei der Stadt eine Änderung der Bauleitplanung mit Aufstellung eines Bebauungsplanes beantragt“, bestätigt die Porsche-Sprecherin Jana Jessen. Zufrieden habe man bei dem Unternehmen zur Kenntnis genommen, dass der Gemeinderat nun einstimmig einen Aufstellungsbeschluss für das Areal gefasst hat.

Porsche: Sind noch am Anfang

„Über ein konkretes Erweiterungsprojekt können wir aktuell keine Aussage treffen, da wir uns mit dem Aufstellungsbeschluss am Anfang des Verfahrens befinden“, sagt Jana Jessen. Das Vorhaben sei aber für eine mögliche zukünftige Erweiterung des wichtigen Standortes Rutesheim vorgesehen. „Für uns beginnt jetzt die Planungsphase des Bebauungsplanes und somit der Austausch mit der Stadt als Verfahrensträger. Der Abschluss des Planverfahrens ist für 2022 geplant.“

Umweltbericht und Artenschutzgutachten nötig

Zudem steht sonstiges gewerbliches Bauland in Rutesheim nicht zur Verfügung, und das trotz der neuen Gewerbeflächen im „Gebersheimer Weg“. Andere geeignete, brachliegende oder ungenutzte Flächen existieren im Ort in der benötigten Größe ebenfalls nicht. Somit sei es aufgrund der Notwendigkeit einer direkten Erweiterung eines vorhandenen Betriebes unumgänglich, gegenwärtig landwirtschaftlich genutzte Flächen in Anspruch zu nehmen, ist in der Begründung festgehalten.

Weil der Bebauungsplan einen naturschutzrechtlich relevanten Eingriff darstellt, muss für die Änderung des Flächennutzungsplans ein Umweltbericht erstellt werden. Die Belange des Artenschutzes müssen zudem in einem gesonderten Gutachten abgehandelt und im Umweltbericht mit dargestellt werden.

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