Geschlossener Schlachthof in Gärtringen Genossenschaft hat neuen Vorstand

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Zwei Arbeitsgruppen bereiten die Wiedereröffnung des Gärtringer Schlachthofs vor. Foto: Simon Granville

Kreis Böblingen - Die Genossenschaft, die den aktuell geschlossenen Schlachthof in Gärtringen betreibt, hat einen neuen Vorstand bestimmt. Das teilte das Landratsamt mit. Vordringlichstes Ziel der neuen Führungsriege sei es, ein Konzept für die Wiederinbetriebnahme zu erarbeiten, die für Mitte des Jahres vorgesehen ist.

Vom Aufsichtsrat zum Vorstandssprecher bestimmt wurde Josef Hecht, der auch Geschäftsführer der Fleischer-Innungen in Böblingen und in Ludwigsburg ist. Er bildet eine Doppelspitze mit dem Agraringenieur Daniel Burgmayer. Weiteres Vorstandsmitglied ist Renate Blum, welche als Geschäftsführerin die Metzgerei Glasbrenner in Waldenbuch gemeinsam mit ihrem Bruder führt.

Tierschützer deckten Misshandlungen auf

Der Schlachthof in Gärtringen war im August in die Schlagzeilen geraten, nachdem die Soko Tierschutz mit einer versteckten Kamera Misshandlungen von Tieren dokumentiert und Fehler bei der Betäubung festgestellt hatte. Deswegen und wegen verschiedener anderer baulicher Mängel hatte der Böblinger Landrat Roland Bernhard den Schlachthof im September geschlossen, entgegen dem Willen des Landwirtschaftsministers Peter Hauk (CDU).

Das Wiedereröffnungskonzept wurde als Vorentwurf im Runden Tisch des Landratsamtes Böblingen Mitte Januar vorgestellt und wird derzeit verfeinert. Josef Hecht, der neue Vorstandssprecher, sagt dazu: „Die Genossenschaft befindet sich in einer schwierigen Phase – der Betrieb ist geschlossen, die Mitglieder mussten kurzfristig Ausweichmöglichkeiten organisieren. Hinzu kommt die Notwendigkeit, hohe Summen in den Schlachthof zu investieren. Gleichzeitig wollen wir den hohen Ansprüchen an das Tierwohl gerecht werden und die Erwartungen der Verbraucher an Regionalität erfüllen. Wir stellen uns dieser Herausforderung und zählen auf jede Unterstützung, um den Ruf des Schlachthofes wiederherzustellen.“

Landrat will an regionaler Schlachtung festhalten

Landrat Roland Bernhard freut sich über die Personalentscheidungen: „Ich habe Herrn Hecht und Herrn Burgmayer bereits kennengelernt am Runden Tisch. In den Arbeitsgruppen bringen Sie sich mit viel Engagement und guten Ideen ein. Der Landkreis Böblingen wird alles, was möglich ist, tun, um der Genossenschaft beim Neustart des Schlachthofes zu helfen. Regionale Produktion ist auch bei tierischen Lebensmitteln ein Ziel, woran wir festhalten. Die Bevölkerung erwartet dies ebenso, wie den humanen Umgang mit den Tieren.“

Wilhelm Dengler stand als Vorstandsvorsitzender auf eigenen Wunsch nicht mehr zur Verfügung und ist, wie bereits seit zwei Jahren geplant, ausgeschieden.

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