Gerlingen Maximale Anspannung und viel Freude

Von Torsten Schöll
Aus dem Robert-Bosch ins Robert-Bosch: die neue Chefin Silke Scholz Foto: Jürgen Bach

Seit 20. Juni hat das Gerlinger Robert Bosch Gymnasium (RBG) jetzt auch ganz offiziell eine neue Schulleiterin: Die 52-jährige Silke Scholz folgt damit dem bereits im vergangenen Juli ausgeschiedenen ehemaligen Schulleiter Eberhard Blanz. Silke Scholz ist allerdings alles andere als ein neues Gesicht an der Schule in der Hasenbergstraße. Die Lehrerin für Mathematik und Sport unterrichtet bereits seit 22 Jahren am Robert Bosch Gymnasium und leitete als stellvertretende Schulleiterin seit Anfang diese Jahres die Lehranstalt kommissarisch.

Der Bestellung durch das Regierungspräsidium Stuttgart nach den Pfingstferien war ein langwieriger Findungsprozess vorausgegangen, innerhalb dessen die Stelle des Schulleiters dreimal ausgeschrieben werden musste. Vergeblich war nach einem neuen Chef oder einer Chefin gefahndet worden.

Weitere Stellen vakant

Scholz hatte, wie sie erklärt, zunächst gezögert, sich als stellvertretende Schulleiterin selbst auf die Führungsstelle zu bewerben. Der Grund: In der eigentlich fünfköpfigen Gesamtschulleitung waren bereits bisher zwei Stellen nicht besetzt, die des Schulleiters und eine Abteilungsleiterstelle. Durch die interne Bewerbung hat sich an der Unterbesetzung des Schulleitungsgremiums nun erst einmal wenig geändert. Statt der Schulleiterstelle sei nun die Position des stellvertretenden Schulleiters vakant, so Scholz. Die Abteilungsleiterstelle werde im kommenden Schuljahr besetzt.

Dass es aktuell an vielen Schulen Schwierigkeiten gibt, Kandidaten für offene Leitungsstellen zu finden, erklärt Scholz mit der großen Verantwortung, die die Position mit sich bringe. „Und auch die Pandemie, während dessen die Führung einer Schule eine extrem große Herausforderung war, hat nicht zu einem Anstieg der Bewerber beigetragen“, ist sich Scholz sicher.

Sehr verwurzelt im RBG

Die 52-Jährige betont, dass ihr die Vielfalt gefällt, die die Stelle einer Schulleiterin mit sich bringt: „Man muss sich mit Verwaltungs- und rechtlichen Fragen genauso auseinandersetzen wie mit pädagogischen. Gleichzeitig agiert man zusammen mit den Schülern, den Eltern, den Lehrern, dem Regierungspräsidium oder der Stadt – da gibt es viele Interessen, die unter einen Hut zu bringen sind.“ Als ehemalige Personalratsvorsitzende des RBG ist Scholz zudem die Mitabeiterperspektive bestens vertraut. „Ich bin wirklich sehr verwurzelt im RBG“, sagt sie über sich selbst.

Silke Scholz‘ offizielle Bestellung fällt mitten in die laufende Abiturprüfungsphase. Die mündlichen Prüfungen stehen unmittelbar bevor. „Da ist man schon maximal angespannt“, so die Schulleiterin. Ein Kraftakt sei die Organisation der Prüfungen auch deshalb, weil in diesem Schuljahr zum ersten Mal innerhalb der reformierten Oberstufe ein neues Prüfungsverfahren zur Anwendung komme.

Neue Rektorin will einiges wieder anschieben

Weil während der Pandemie vieles still gestanden hat, ist eine der vielen weiteren Aufgaben, die nun für die neue Schulleiterin anstehen eine schöne: das Wiederanschieben der Austauschprogramme mit den Partnerschulen wie zum Beispiel in Israel oder Budapest oder eines Entwicklungsprojekts mit einer Schule im westafrikanisches Niger. „Und schließlich werden wir auch die interne Schulentwicklung weitertreiben“, sagt Scholz. „Aber mit Bedacht. In den vergangenen zwei Jahren haben alle an der Schule viel Energie lassen müssen.“

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